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Trotz Gewinnverdopplung sinken die Gehälter bei der NordLB

Die NordLB-Zentrale in Hannover.

Die NordLB-Zentrale in Hannover.

Bei der NordLB klingelt die Kasse. Trotz erheblicher Belastungen durch die anhaltende Schifffahrtskrise konnten die Hannoveraner ihr Vorsteuerergebnis auf 653 Mio. Euro mehr als verdoppeln. In das Ergebnis sind jedoch positive Einmaleffekte über 200 Mio. Euro eingeflossen.

„Wir sind mit diesem Ergebnis zufrieden, insbesondere wenn man bedenkt, dass wir im Jahresverlauf durch eine Verschärfung der Schiffskrise noch einmal starken Gegenwind bekommen haben“, sagt NordLB-Chef Gunter Dunkel. Die Risikovorsorge im Schiffsgeschäft betrug in 2015 immerhin 916 Mio. Euro.

Von dem positiven Ergebnis kommt bei den Mitarbeitern indes wenig an. Laut dem Geschäftsbericht belief sich die durchschnittliche Bruttovergütung im abgelaufenen Jahr auf gut 72.000 Euro, was 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Binnen Jahresfrist wurden überdies gut 250 Stellen gestrichen.

Die Kosten scheint die Bank jedenfalls im Griff zu haben. So verbesserte sich die Kostenquote von bereits sehr guten 51,4 auf 46,4 Prozent. Für jeden Euro Ertrag musste die NordLB also keine 47 Cent ausgeben.

Angesichts der hartnäckigen Niedrigzinsphase fällt das gute Abschneiden im Kreditgeschäft auf. Der Zinsüberschuss lag mit 1,974 Mrd. Euro nur marginal unter dem Vorjahreswert. Da die Bilanzsumme im gleichen Zeitraum um 8 Prozent auf 181 Mrd. Euro sank, hat die NordLB dies offenkundig nicht durch die Vergabe billiger Darlehen erreicht. Dennoch bleibt die Bank weiterhin vom Zinsgeschäft abhängig. Der Provisionsüberschuss betrug lediglich 234 Mio. Euro, was allerdings rund ein Viertel mehr als im Vorjahr gewesen ist.

Für das neue Jahr rechnet Dunkel weiter mit beträchtlichen Belastungen aus der Schiffsfinanzierung. „Wir wollen das Schiffsportfolio mit seinem derzeitigen Volumen von 19 Mrd. Euro durch Ausplatzierung von Risiken und gezielten Abbau auf künftig rund 12 bis 14 Mrd. Euro reduzieren“, sagte der NordLB-Chef. „Dies wird nicht ohne zusätzliche Ertragsbelastungen möglich sein. Dennoch soll die Schiffsfinanzierung auch künftig ein wesentlicher Bestandteil unseres Geschäftsmodells bleiben.“ Dunkel erwartet in 2016 nicht noch einmal ein so gutes Ergebnis wie in 2015 zu erzielen.

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