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Deutsche Börse und NYSE bestätigen Fusionspläne: Frankfurt verliert Entscheidungszentrum an New York

“Mergerday” bei den Börsenbetreibern. Nachdem bereits die London Stock Exchange (LSE) und Kanadas Börsenbetreiber TMW Group über ein Zusammengehen verhandeln, bestätigten am heutigen Mittwoch (9. Februar) auch die Deutsche Börse und der amerikanisch-europäische Börsenbetreiber NYSE Fusionsverhandlungen.

Dabei könnte Frankfurt als Finanzplatz ins Hintertreffen geraten. Denn das Geschäft würde in einer Dachgesellschaft nach niederländischem Recht zusammengelegt werden und das operative Geschäft würde von New York aus gesteuert werden.

“Die gemeinsame Gruppe würde einen doppelten Hauptsitz in New York und Frankfurt unterhalten. Der Aufsichtsratsvorsitzende würde Reto Francioni in Frankfurt und CEO Duncan Niederauer in New York sein”, heißt es in einer Meldung der NYSE.

Laut der Meldung stammen die Mehrheit der Altaktionäre mit fast 60 Prozent von der Deutschen Börse, während die Minderheit von gut 40 Prozent auf die Eigentümer der NYSE entfielen.

Damit scheint nicht nur Frankfurt als Entscheidungszentrum bedroht zu sein, sondern es könnten auch empfindliche Kostensenkungsmaßnahmen auf die Frankfurter Mitarbeiter zukommen. Schon gegenwärtig setzt die Deutsche Börse AG ein empfindliches Stellenabbauprogramm um.

So heißt es in der Meldung verheißungsvoll: “NYSE Euronext und Deutsche Börse AG erwarten, einen Synergiegewinn von annähernd 300 Mio. Euro umsetzen zu können, hauptsächlich durch Größenvorteile in Informationstechnologie, Clearing Operations, Market Operations und in Coporate Center Functions.”

Pikanterweise scheint selbst der Aufsichtsrat von den Plänen erst aus der Presse erfahren zu haben. “Ich habe keine Kenntnisse über die Pläne. Es ist ein Unding, dass bereits über Führungspositionen gesprochen wurde, ohne dass der Aufsichtsrat eine Chance hatte, sich einzubringen”, sagte der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Johannes Witt.

Kommentare (2)

Comments
  1. Das ist mir alles viel zu negativ. Zusammen mit den Amis könnte Frankfurt zu einem der wichtigsten Börsenstandorte werden. Denn die Londoner Börse spielt doch eh kaum eine Rolle im Vergleich zur Bedeutung des Finanzplatzes.

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