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Die Kolumne: Warum ich überlege, vom Front Office ins Back Office zu wechseln

In meinen 15 Arbeitsjahren im Front Office habe ich viele (oft bittere) Stellenumbesetzungen gesehen. Während wir aber zum Beispiel die Compliance-Kollegen auf den sechsten Flur verscheucht haben, blieb eine kleine Truppe von Middle Office/Support-Kollegen immer in der Nähe des Teams von Credit-Händlern, die sie unterstützt haben.

Warum? Weil sie von allen Händlern, die mit ihnen zusammengearbeitet haben, und vor allen von den Chefs, als unverzichtbar fürs Geschäft angesehen wurde. Es wurde zwar viel gekabbelt und mit dem Finger aufeinander gezeigt, aber die enge Zusammenarbeit und Abhängigkeit führte dazu, dass die Support-Kollegen das Geschäft, unsere Kunden und die andere Menschen, die sie unterstützten, gut kannten.

Mit diesen Erfahrungen im Hinterkopf überlege ich ernsthaft, auf eine Back-Office-Position zu wechseln. Nach einigen Gesprächen mit Rekrutern glaube ich, dass ich einiges zu bieten habe. Schließlich weiß ich, wie das Front Office die Arbeit des Back Office mit eigenen Budgettabellen und durch das Zurückhalten von Informationen untergraben kann.

Eine Freundin von mir ist gerade ins Back Office gewechselt und kennt die Vor- und Nachteile. So helfen ihr die Erfahrungen aus dem Front Office, um mit der manchmal frustierenden Kommunikation, vor allem mit dem Management, fertig zu werden.

Sie sagt aber auch, und das haben mir andere auch schon bestätigt, dass es im Back Office einfacher ist, einfach mal abzutauchen, aber auch, um positiv aufzufallen.

Es gibt jedenfalls genügend Verbesserungspotenzial – sowohl im Front- als auch im Back Office. Dabei ist es schade, dass sich das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, sichtbar in der “Wir und die”-Mentalität, vor allem in der Bezahlung niederschlägt. Boni und Boni-Erwartungen richten sich wie gehabt nur an der Frage, ob man im Front Office oder Back Office arbeitet, nicht aber an dem, was der Einzelne zum Geschäftserfolg beiträgt.

Während die Mitarbeiter im Front Office allmählich Erleichterung verspüren, scheint die Unsicherheit im Back Office anzuhalten. Das Auslagern von Support-Funktionen zu billigeren Standorten außerhalb Londons wird weiter als Bedrohung gesehen.

Im schlimmsten Fall würde ich nicht nur weniger verdienen, mein Job wäre darüber hinaus auch noch unsicherer. Eine Perspektive, die einen Wechsel ins Back Office dann doch nicht so interessant macht.

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