☰ Menu eFinancialCareers

McKinsey: “Die Zeiten des einfach verdienten Geldes im Private Banking sind vorbei”

Um rund ein Drittel auf nur noch 12 Basispunkte ist die Gewinnspanne im deutschen Private Banking eingebrochen. Damit liegen die Institute hierzulande deutlich unter dem europäischen Schnitt von 20 Basispunkten, wie aus der jetzt in Frankfurt vorgelegten McKinsey-Studie “European Private Banking Survey 2010” hervorgeht.

Entgegen dem europäischen Trend nahmen die Kosten in Deutschland durchschnittlich um 2 Prozent zu. Somit verschlechterte sich auch die Cost-Income-Ratio von 76 auf 84 Prozent.

“Die Restrukturierung des Private Banking hat begonnen. Die Gewinne der Branche haben einen Tiefpunkt erreicht. Gründe dafür sind vor allem der verschärfte Wettbewerb um Kundeneinlagen und die stark reduzierte Aktivität der Kunden im Wertpapiergeschäft”, sagt der Co-Autor der Studie Jens Hagel. “Die Zeiten des einfach verdienten Geldes im Private Banking sind vorbei”, resümiert Hagel.

Trend zum Onshore-Banking als Chance

Doch die Zukunftsaussichten der Branche sind nicht ganz so düster: “Der Druck auf Offshore-Bankenplätze wird zu weiteren Rückflüssen von Kundengeldern aus der Schweiz und Luxemburg nach Deutschland führen.”

So wurde in 2010 aus der Schweiz 1 und in Luxemburg 5 Prozent des angelegten Vermögens abgezogen. Dabei konnten die Eidgenossen die Abflüsse in die westeuropäischen Länder zum erheblichen Teil durch Zuflüsse aus den Schwellenländern kompensieren, wo die Schweiz immer noch über einen guten Namen verfügt.

Das Wachstum des Anlagevermögens in Deutschland um etwa 10 Prozent geht hauptsächlich auf das positive Marktumfeld in 2009 zurück. Die Mittelzuflüsse beliefen sich hierzulande auf magere 0,5 Prozent.

Deutschland weiterhin größter Markt in Europa

“Weiterhin ist Deutschland der größte Onshore-Markt im europäischen Private Banking mit über 1,2 Billionen Euro Vermögen. Davon wird etwa die Hälfte im Private Banking verwaltet”, heißt es in der Studie.

Dabei haben jedoch die einzelnen Institute recht unterschiedlich abgeschnitten. Eine verstärkte “Polarisierung” des deutschen Marktes wurde von den McKinsey-Experten beobachtet: “So konnte bei insgesamt geringen Nettomittelzuflüssen das obere Drittel der Privatbanken rund 8 Prozent Neugelder anziehen, während das untere Drittel im gleichen Maß Kundengelder verlor.”

“Und während das obere Drittel der Banken mit einer Gewinnmarge von 20 Basispunkten eine Profitabilität im Durchschnitt der europäischen Banken erzielte, arbeitete das untere Drittel nur kostendeckend”, heißt es in der Studie.

Der internationale Wealth Management-Markt wird indes auch weiterhin von angelsächsischen und Schweizer Häusern dominiert, wie eine Untersuchung von Scorpio Partnership ergab. Lediglich die Deutsche Bank gelangt mit einem verwalteten Vermögen von rund 272 Mrd. Euro auf den neunten Platz.

Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier