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Versprechungen aus Vorstellungsgesprächen, denen Sie niemals trauen dürfen

Wir befinden uns just in der Jahreszeit, in denen in den Finanzdienstleistungen vermehrt Vorstellungsgespräche stattfinden und so mancher Beschäftigte aus der Branche mag so naiv sein und tatsächlich glauben, was ihm im Vorstellungsgespräch so alles versprochen und später nicht eingehalten wird. Wahrscheinlich können Sie ohnehin nichts gegen diese Unsitte unternehmen. Dennoch dürfte eine Vorwarnung allzu große Enttäuschungen vermeiden. Daher sollten Sie bei folgenden Versprechungen zu folgenden Themen auf der Hut sein:

1. Bezahlung

Auf alle Zusagen rund um das Thema Bezahlung können Sie sich nicht verlassen, solange es nicht vertraglich fixiert wurde. Dies mag ein Kommentar illustrieren, der kürzlich bei eFinancialCareers eingegangen ist:

“Einem meiner Kollegen wurde mündlich ein Bonus von 60.000 Pfund zugesagt, wenn er dies oder jenes im Jahresverlauf erreichen würde. Mit diesem Anreiz schuftete er wie ein Muli auch an Wochenenden und Feiertagen. Er hat eine Menge geopfert, inklusive zweier Beziehungen und er stornierte einen Urlaub in letzter Minute. Als die Bonuszeit nahte, erhielt er 25.000 Pfund. Darauf brach er mental zusammen und kündigte einige Monate später.”

2. Dienstreisen

Glauben Sie keinen Versprechungen zu Dienstreisen, besonders wenn Sie sich in einem Vorstellungsgespräch bei einem Consulting- oder Wirtschaftsprüfungs-Unernehmen befinden, die versprechen, dass ihre Kunden aus der Umgebung kommen. Denn es gibt keine Garantie, dass sie nicht zu Kunden im Ausland wechseln.

Derartigen Versprechungen sollten Sie auch keinen Glauben schenken, wenn Sie ein senior M&A-Banker sind. Hierzu gibt es einen interessanten Blog:

“Ich kenne einen senior Banker, der von all den Jahren, die er als M&A-Banker um die Welt flog, so erschöpft war, dass er zu einer anderen Bank wechselte, um besonders die Kunden in Manhattan zu betreuen. Er freute sich auf die Zeit, wo die größte Entfernung seiner Dienstreisen bis nach Conneticut reichte. Natürlich sind die Versprechungen seines neuen Arbeitgebers nie aufgegangen und der arme Mann verbrachte mehr Zeit auf Flügen als daheim, bis er sich schließlich in den Ruhestand zurückzog. Glaube nie wieder den Einstellungs-Versprechen einer Investmentbank.”

3. Ein eigenes Büro

Solange Sie nicht sehr senior sind, werden Sie kein eigenes Büro erhalten. Falls Ihnen also Ihr eigenes Büro versprochen wird, dann rechnen Sie nicht damit, dass Sie dort dauerhaft logieren.

“Einst habe ich einen Bewerber getroffen, der versuchte, die exakte Größe seines Büros im Arbeitsvertrag festzuhalten”, erzählt ein Headhunter. “Denn bei seiner vorherigen Stelle war ihm ein Büro versprochen worden und – obgleich er es erhielt – wurde sein Büro regelmäßig verkleinert, um immer mehr Leute hineinzuquetschen.”

4. Risikolimits und Kreditlinien für Trader

Wir leben in einer sich verändernden Welt. Nur weil Ihnen in einem Vorstellungsgespräch versprochen worden ist, dass Sie bestimmte Produkte mit bestimmten Risikolimits handeln dürfen und dass Ihnen eine bestimmte Kreditlinie zur Verfügung steht, heißt das noch lange nicht, dass dies auch so eintreten wird.

“Veränderungen bei Risikolimits und Kreditlinien sind ein viel größeres Problem, als sie eigentlich sein sollten”, sagt Russel Clarke von FigTree Search. “Manche Leute sind regelrecht gekränkt, wenn Sie unter dem Versprechen eingestellt worden sind, dass Sie mit einem bestimmten Counterpart oder einem Produkt handeln können, was sich dann als jenseits der Limits herausstellt.”

Meistens verhalten sich die Arbeitgeber transparent hinsichtlich der Möglichkeiten ihrer Handelsplattform und führen Bewerber nicht vorsätzlich in die Irre. Doch zwischen der Vertragsunterzeichnung und dem Arbeitsantritt können sich laut Clarke die Sachen verändern.

“Die Bewerber müssen die harten Fragen stellen und einen tiefen Einblick in den Risikoappetit, die Produkte und die Kundenstrategien erhalten, bevor sie sich entscheiden”, rät Clarke.

5. Persönliche Kunden bei Sales-Leuten

Wenn Trader nicht darauf vertrauen können, was im Bewerbungsgespräch zu Risikolimits gesagt worden ist, dann können Sales-Leute sich nicht darauf verlassen, was zu persönlichen Kunden gesagt wurde.

“Es kann zu einem Streit kommen, wer welche Kunden erhält”, sagt ein Headhunter. “Sie müssen so schnell wie möglich klarstellen, ob von Ihnen erwartet wird, einige Ihrer bestehenden Kunden abzugeben und welche Sie behalten dürfen.”

Einzelne Kunden werden in den Arbeitsverträgen nicht festgehalten. Daher müssen Sie sich leider auf das Gesagte verlassen.

6. Arbeitszeiten

Banken dürften kaum versuchen, Sie für sich zu gewinnen, indem Sie Ihnen angenehme Arbeitszeiten versprechen – anders als etwa Behörden.

Manchmal wird sich dies als zutreffend herausstellen, doch oftmals auch nicht.

“In Bewerbungsgesprächen erzählen manche Leute, dass sie ein entspanntes Verhältnis zu Arbeitszeiten haben, so lange bis die Projekte hereinkommen und Sie ohnehin 60 Stunden in der Woche arbeiten”, sagt ein Headhunter.

7. Personalstärke

Falls Sie eine Führungskraft sind, dann fangen Sie nicht bei einem neuen Arbeitgeber nach der simplen Übereinkunft an, dass Sie zusätzliches Personal erhalten, mit dem Sie spielen können.

“Kürzlich habe ich jemanden platziert, der für eine Führungsposition mit dem Versprechen geködert wurde, dass sein Team wachsen und ein größeres Geschäft managen würde.”, erzählt ein Headhunter. “Doch plötzlich wurde alles wieder gestrichen.”

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