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Kostendruck im Investment Banking: Erste Beförderungen ohne Gehaltserhöhungen in Frankfurt

So manches Sparschwein muss sich auf traurige Zeiten einstellen.

So manches Sparschwein muss sich auf traurige Zeiten einstellen.

Der Druck auf die Personalkosten führt zu ganz neuen Phänomenen. Laut einem Headhunter hat eine französische Großbank in ihrem Frankfurter Investment Banking einen „Salary Freeze“ eingeführt. „Alle bekommen das Gleiche wie im Vorjahr“, sagt der Personalvermittler, der lieber anonym bleiben möchte. „Es werden zwar Beförderungen vorgenommen, aber es gibt keine Gehaltserhöhungen. Das hatten wir noch nicht so oft“, kommentiert der Headhunter. Generell steige die Sensibilität der Banken bei der Bezahlung. Daher falle auch der Bonuspool bei der Bank schätzungsweise 20 Prozent geringer als im Vorjahr aus.

Laut einem anderen Personalvermittler gebe es mittlerweile Banken, die Zwischenlevel in der Hierarchie einführen. „Da wurde schon jemand vom Director zum Executive Director befördert, weil man ihn nicht zum Managing Director machen konnte“, sagt der Headhunter, er ebenfalls nicht namentlich zitiert werden möchte.

Unterdessen hat Headhunter Dirk Albütz von Fibance in Frankfurt noch nicht von Beförderungen ohne Gehaltserhöhungen gehört. „Normalerweise erhält ein Associate im ersten Jahr in M&A, ECM oder Leveraged Finance bei einer Tier 1-Bank in Frankfurt etwa 120.000 Euro im ersten Jahr, 130.000 im zweiten und 140.000 im dritten“, berichtet Albütz. „Als Vice President liegt man dann bei etwa 150.000 bis 170.000 Euro.“

Day of long faces bei der Deutschen Bank

Generell herrscht im Investment Banking ein erheblicher Kostendruck. Erst gestern berichtete das Handelsblatt, dass der Bonuspool der Deutschen Bank für 2015 um 15 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro gesenkt worden sei. Einige Investment Banker müssen demnach sogar ein Minus von 30 Prozent verkraften. Branchenbeobachter hatten indes mit einer stärkeren Absenkung gerechnet.

Laut dem Vergütungsbericht für 2014 hatten im Vorjahr allein 2057 führende Investment Banker Boni über 1,092 Mrd. Euro eingestrichen, also durchschnittlich etwa 527.000 Euro pro Kopf. Auf gut 2 Prozent der Mitarbeiter des Konzerns entfielen also allein 40 Prozent des Bonuspools. Bei einer Absenkung um 30 Prozent kann es also durchaus um eine sechsstellige Summe gehen.

„Die Bonuszusagen werden in diesem Jahr mit besonderer Spannung erwartet“, beobachtet denn auch Headhunter Thomas von Ciriacy-Wantrup von Fricke Finance & Legal in Frankfurt. Der sogenannte „Day of long faces“ findet bei der Deutschen Bank am heutigen Donnerstag (3. März) statt. An diesem Tag erfahren die Mitarbeiter die Höhe ihrer Boni für 2015. „Einige Bereiche der Deutschen Bank wie z.B. das Corporate Banking haben ein sehr gutes Jahr hinter sich“, sagt von Ciriacy-Wantrup. „Die fragen sich jetzt natürlich, wie weit sie von der Absenkung des Bonuspools betroffen sind.“


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