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EXPERTENINTERVIEW zum CAIA als Karriereturbo in Alternativen Investments

Patrick Oberhänsli ist Chapter Executive der CAIA Association in Zürich und diplomierter der ersten Stunde.

eFC.ch: Worin bestehen die wesentlichen Inhalte des Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA)?

Oberhänsli Das CAIA Diplom umfasst alle Elemente der Alternativen Anlagen. Das geht von Real Estates, Private Equity, Managed Futures, Hedgefonds natürlich, bis hin zu Commodities. Für die Amerikaner zählen Real Estates zu den Alternative Anlagen.

eFC.ch: Der CAIA wurde nach dem Vorbild des Chartered Financial Analyst (CFA) konzipiert. Worin bestehen die wichtigsten Unterschiede zu dem grossen Bruder?

Oberhänsli: Das CAIA Diplom ist auf Alternative Investments fokussiert. Eine weitere Besonderheit besteht im Studium einer Serie von aktuellen Research/Fach-Artikeln, z. B. über Strukturierte Produkte wie CDOs, Quantitatives Asset Management und Hedgefondstechniken. Inhalt und Verständnis dieser Artikel werden auch mit offenen Fragen geprüft. Auf diese Weise wird ein klarer Praxisbezug hergestellt. Genau das stellt eine Besonderheit und ein Differenzierungsmerkmal des CAIA dar.

eFC.ch: Grundsätzlich besteht der CAIA aus zwei Leveln. Worin unterscheiden sich Level 1 und 2?

Oberhänsli: Der Level 2 stellt eine deutliche Vertiefung gegenüber dem Level 1 dar. Deswegen sehen wir auch, dass die Erfolgsquote gegenüber dem Level 1 markant niedriger ist.

eFC.ch: Das ist interessant. Beim CFA sind die Durchfallquoten sehr hoch. Bei jedem der drei Prüfungs-Level scheitern durchschnittlich fast 60 Prozent. Wie sieht das beim CAIA aus?

Oberhänsli: Auf globaler Ebene beläuft sich die Erfolgsquote bei Level 1 auf 71 Prozent und bei Level 2 auf 56 Prozent.

eFC.chDas sind doch wesentlich bessere Werte als beim CFA. Worauf führen Sie das zurück? Ist der CAIA leichter oder gehen die Teilnehmer die Sache anders an?

Oberhänsli: Meines Erachtens haben die Leute, die ein solches spezialisiertes Diplom anstreben, einen besonderen Bezug zu Alternativen Investments. Wenn die Leute Interesse und Praxiserfahrung mitbringen, dann hat das schon einen positiven Einfluss auf die Erfolgsquote.

eFC.chWie können sich Kandidaten optimal vorbereiten? Welche Ratschläge und Tipps können Sie geben und existieren Vorbereitungskurse für den CAIA in der Schweiz?

Oberhänsli: Ja es hat Vorbereitungskurse in der Schweiz, die Sie ebenfalls auf der CAIA-Website finden.

eFC.ch: Gibt es irgendwelche Tipps und Tricks, um sich vorzubereiten?

Oberhänsli: Wie man sich vorbereiten sollte, ist individuell recht verschieden. Man sollte sehr strukturiert vorangehen, denn das Material ist sehr umfangreich. Mit der fortschreitenden Erfahrung fühlt es sich sicherlich leichter an. Kandidaten sollten jedoch nicht nur an die Prüfung denken, sondern auch den längerfristigen Nutzen im Auge behalten.

eFC.ch: Hilft der CAIA auf der Karriereleiter weiter? Wie sind da Ihre Erfahrungen in der Schweiz?

Oberhänsli: In der Schweiz gibt es etwa 600 CAIA-Members – gegenüber mehr als 4600 weltweit. Damit zählt die Schweiz in Europa die meisten Mitglieder. Zumindest bei den Absolventen ist die Anerkennung da und die Teilnehmer wissen sicherlich, wie sie in sich selbst investieren. Ich habe schon vermehrt Stellenanzeigen gelesen, in denen nach einem CAIA gefragt wurde. Vom dem her scheint der CAIA schon an Bedeutung gewonnen zu haben.

eFC.ch:Für welche Karrierewege ist der CAIA besonders hilfreich -Hedgefonds, Private Equity oder Commodities?

Oberhänsli: Interessanterweise kommen die Mitglieder aus den unterschiedlichsten Funktionen und Unternehmungen. Diese Vielfalt ist m.E. ein Charakteristikum der CAIA-Welt. Dadurch sind auch die Diskussionen in der CAIA-Community sehr interessant und intensiv.

eFC.ch: Dem CFA wird oftmals vorgeworfen, sich global zu geben, obgleich die Inhalte letztlich nur auf US-amerikanische Verhältnisse zugeschnitten sind. Nimmt das Schweizer CAIA-Chapter Einfluss auf die Gestaltung des CAIA-Curriculums?

Oberhänsli: Das ist eine zentrale Frage; der CAIA ist global orientiert, was sicherlich einer seiner Vorzüge ist. In den Gremien, die für den Inhalt verantwortlich sind, sitzen auch CAIA-Mitglieder aus der Schweiz. Dort sind Leute aus verschiedenen Weltregionen und mit verschiedenem Background vertreten. Ja, es ist richtig, es gibt inhaltliche Aspekte, die US-orientiert sind. Allerdings sehe ich eine Tendenz zu einer globaleren Entwicklung.

eFC.ch: Wer ein CAIA-Zertifikat erworben hat, muss bei der CAIA-Association Mitglied werden, um den Titel führen zu dürfen. Welche Angebote bietet das Swiss CAIA-Chapter seinen Mitgliedern?

Oberhänsli: Der Grundgedanke ist, dass man einen starken Praxisbezug hat, obgleich auch Leute mit akademischen Background an Veranstaltungen teilnehmen können. Es ermöglicht effektiv, gewisse Themen zu vertiefen. Da sind die Möglichkeiten breitgefächert. Es gibt viele Leute aus der Praxis, die dann ihre Erfahrungen mit den anderen Mitgliedern teilen. Und gleichzeitig ermöglicht dies, dass die Community zusammenkommt.

eFC.ch:: Annähernd 15 Prozent der weltweiten CAIA-Mitglieder kommen aus der Schweiz. Wieso ist dieses Zertifikat gerade in der Schweiz so beliebt?

Oberhänsli: Allgemein ist das Interesse an Ausbildung in der Schweiz sehr ausgeprägt. Die Leute haben einen grossen Drang, sich weiterzuentwickeln. Der Drive kommt also nicht nur von den Unternehmen, sondern auch von den Leuten selbst. Es gibt einfach eine entsprechende Kultur in der Schweiz. Mit einem spezialisierten Diplom kann man seine Ausbildung ergänzen und sich somit von anderen differenzieren. Ich sehe zudem auch eine Verjüngung von Diplomabsolventen. Die Kandidaten scheinen immer früher mit dieser Ausbildung anzufangen. Daher unterhalten wir beispielsweise auch eine Partnerschaft mit der HEC Lausanne.

eFC.ch: Wie sehen Sie denn die Zukunft des CAIA in der Schweiz?

Oberhänsli: Meines Erachtens wird der CAIA in der Schweiz noch an Breite gewinnen, weil die Zahl der Leute, die einen Bezug zu Alternativen Investments haben, wächst und das Diplom immer bekannter wird. Damit interessieren sich immer jüngere Leute dafür, die sich mit solchen Zusatzdiplomen auf dem Markt positionieren wollen. Die Treiber, dass sich der CAIA stark weiterentwickelt, sind gegeben.

Kommentare (1)

Comments
  1. Ein CFA ist dennoch die bessere Wahl, da man damit viel breitere Möglichkeiten hat. Ausserdem ist es einfach Unsinn, Immobilien als Alternative Anlageform zu verstehen. Für den CAIA muss man also teilweie Unsinn lernen.

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