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Commerzbank-Hauptversammlung: Blessing muss sich auch weiterhin mit Kleingeld zufriedengeben

Obgleich der Aufsichtsrat ein neues Vergütungssystem für den Vorstand beschlossen hat, muss sich Bankchef Martin Blessing auch weiterhin mit 500.000 Euro begnügen. Denn so lange die krisengeschüttelte Commerzbank die Hilfen des staatlichen Rettungsfonds SoFFin nicht verzinst, bleiben auch die Vorstandsbezüge gedeckelt. Dies betonte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller bei der Hauptversammlung am heutigen Mittwoch (19. Mai) in Frankfurt.

Nach kräftigen Verlusten in den Krisenjahren 2008 und 2009, als die Commerzbank durch staatliche Liquiditätsspritzen und Garantien von insgesamt 18,2 Mrd. Euro gerettet werden musste, ist das Frankfurter Institut im ersten Quartal wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt und verzeichnete einen Vorsteuergewinn von 771 Mio. Euro.

“Auch das zweite Quartal ist bisher gut gelaufen”, sagte Blessing bei der Hauptversammlung. Dennoch müsse bis zu den Halbjahres-Ergebnissen gewartet werden, bis die Prognose gegebenenfalls nach oben korrigiert werden könne. Dies hänge sehr von der weiteren Entwicklung auf den Finanzmärkten und bei der Konjunktur ab.

Nach dem neuen Vergütungssystem sollen die Vorstände ein Fixgehalt von 750.000 Euro beziehen und der Vorstandsvorsitzende das 1,75fache dieses Betrages, hinzu kommen Boni. Selbst bei 100prozentiger Erfüllung aller Anforderungen sei eine Vergütung von maximal 1,75 Mio. Euro erst ab dem Jahr 2015 erreichbar, sagte Müller.

Dabei verschiebe sich der Schwerpunkt von den variablen hin zu den fixen Vergütungsbestandteilen. So entfielen nach dem alten System 32 Prozent auf das Festgehalt, 60 Prozent auf die kurzfristige variable Vergütung und 8 Prozent auf die langfristige variable Vergütung. Nach dem neuen System beläuft sich die fixe Vergütung auf 43 Prozent, die kurzfristig variable auf 14 Prozent und und die langfristig variable auf 43 Prozent.

Bei der Integration der Dresdner Bank komme die Commerzbank gut voran. Die Trennung von Randaktivitäten sei erfolgt und die Verwaltungskosten sänken. “Auch der unvermeidliche Personalabbau komme schneller voran als geplant”, ergänzte Blessing.

Der Bundesregierung gewährte Blessing Schützenhilfe bei der geplanten Regulierung der Finanzmärkte. Dabei nannte der Commerzbank-Chef namentlich die Hedgefonds und die Rating-Agenturen sowie die Leerverkäufe und die CDS.

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