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Sparsäuli aufgepasst: Was Schweizer Banken 2015 für ihre Mitarbeiter springen ließen

So manches Schweizer Sparsäuli hat allen Grund zur Freude.

So manches Schweizer Sparsäuli hat allen Grund zur Freude.

Schweizer Woche auf eFinancialCareers. In den vergangenen Tagen haben UBS, CS, Julius Bär und Vontobel ihre Jahresergebnisse für 2015 vorgelegt. Wir haben die Geschäftszahlen untersucht und ermittelt, welche von den Zürcher Banken am besten zahlt und wo die Mitarbeiter ihr Geld auch wert sind. Es gibt wieder einmal reichlich Überraschungen…

Gesamtbank

Auch wenn die besten Jahre des Swiss Bankings vorüber scheinen, wird in der Branche noch immer vorzüglich gezahlt. Von den vier untersuchten Zürcher Banken zahlt Julius Bär mit einem Personalaufwand pro Kopf mit rund 225.000 Franken am schlechtesten.  Nur wenige Straßenzüge weiter bei Vontobel sind es schon fast 354.000 Franken.

Freilich verbergen sich hinter diesen Zahlen erhebliche Unterschiede. Überdies handelt es sich jeweils um den Personalaufwand pro Kopf, der aufgrund von Arbeitgebernebenkosten wie Sozialleistungen rund 15 bis 20 Prozent höher als die tatsächlichen Bruttovergütungen liegt, die sich aus Bruttogehältern und Boni zusammensetzen.

Höchst unterschiedlich fällt auch die Profitabilität der Mitarbeiter bei diesen vier Banken aus. Während jeder der rund 1500 Beschäftigten von Vontobel für einen Vorsteuergewinn von annähernd 150.000 Franken verantwortlich war, musste die Credit Suisse sogar einen Verlust pro Mitarbeiter von über 50.000 Franken verkraften. Erfreulich ist hier, dass die profitabelste Bank auch am besten zahlt, was keinesfalls selbstverständlich ist.

Bei der Aufwands-Ertragsquote im operativen Geschäft erweist sich Julius Bär mit 67,2 Prozent als Sieger. Die Bank musste also gut 67 Rappen für jeden Franken Ertrag ausgeben. Sämtliche übrigen Banken haben mit einer überhöhten Kostenquote zu kämpfen.

Wealth Management

Dass üppige Vergütungen nicht unbedingt üppige Gewinne voraussetzen, zeigt abermals das Wealth Management der UBS. Die amerikanischen Kollegen kassierten umgerechnet über 336.000 Franken, während ihr Beitrag zum Vorsteuergewinn bei keinen 53.000 Franken lag. Ganz anders im UBS Wealth Management im Rest der Welt. Dort belief sich der durchschnittliche Personalaufwand auf gut 247.000 Franken, während jeder Beschäftigte ein Vorsteuerergebnis von 263.000 Franken generierte.

Die Aufwands-Ertragsquote lag mitunter bei guten 67 und schlechten 90,2 Prozent. Dies scheint an den Eigenarten des Wealth Managements jenseits des Atlantiks zu liegen. Wegen mangelnder Profitabilität hat der neue Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam bekanntlich das amerikanische Wealth Management an Wells Fargo verkauft.

Investment Banking

Welche Höhen die Gehälter im Front Office des Investment Bankings erklimmen können, belegt wieder einmal das Beispiel der UBS. Für jeden der Investment Banker mit Kundenkontakt ließ der Bankenriese durchschnittlich über 614.000 Franken springen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Kosten für das Middle und Back Office hier im Corporate Center ausgelagert werden und die Daten somit nicht wirklich mit allen übrigen Banken vergleichbar sind.

Interessant ist auch der erhebliche Unterschied zwischen den beiden Investment Banking-Sparten des Rivalen Credit Suisse. Während der Personalaufwand in Global Markets bei etwa 263.000 Franken liegt, sind es in Investment Banking & Capital Markets stolze 452.000 Franken.

Am kostengünstigsten arbeitet indes das Investment Banking von Vontobel mit einer Aufwands-Ertrags-Quote von kaum über 70 Prozent.

Asset Management

Ganz laut raschelt es mitunter in den Portemonnaies der Vontobel-Asset Manager. Für jeden Beschäftigten der Sparte ließ die Bank in 2015 rein rechnerisch fast 730.000 Franken springen, was sogar weniger als im Vorjahr waren. Allerdings fiel hier auch der Vorsteuergewinn pro Kopf mit rund 450.000 Franken erklecklich aus. Die branchenüblichen Gehälter liegen – auch im Front Office – aber deutlich darunter.

Filialgeschäft

Nirgendwo verdienen die beiden Großbanken so viel Geld wie in ihrem Filialgeschäft, zumindest in Relation zu den Kosten. Die UBS muss für jeden Franken Ertrag gerade einmal 57 Rappen ausgeben. Einem Personalaufwand pro Kopf von unter 173.000 Franken steht ein durchschnittlicher Vorsteuergewinn von stattlichen 325.000 Franken gegenüber. Doch hier muss beachtet werden, dass die UBS Middle und Back Office ins Corporate Center ausgelagert hat, was einen übertriebenen Eindruck vermittelt.

Back Office / Bad Bank

Dass sich auch in Supportfunktionen gutes Geld verdienen lässt, zeigen die Corporate Center von UBS und Vontobel mit einem Personalaufwand pro Kopf von 171.000 bzw. 242.000 Franken. In ihrer internen Bad Bank ließ die Credit Suisse übrigens 484.000 Franken springen. Dies stellt jedoch keinen Anlass dar, die Sektflaschen aus dem Kühlschrank zu holen. Vielmehr dürften hierin beträchtliche Abfindungszahlungen enthalten sein. Schließlich handelt es sich um diejenigen Geschäftsbereiche, die die Bank abwickeln will.

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