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HVB-Chef Weimer: „Wir haben nicht vor, weitere Personalkostenprogramme zu fahren”

HVB-Chef Theodor Weimer kennt kein Pardon bei den Kosten.

HVB-Chef Theodor Weimer kennt kein Pardon bei den Kosten.

Seinem Ruf als Kostensenker machte Hypo Vereinsbank-Chef Theodor Weimer wieder einmal alle Ehre. Bei der Jahrespressekonferenz erklärte er die Kostensenkung als „conditio sine qua non“ der Branche. In seinem eigenen Hause kletterten die Verwaltungskosten in 2015 um 0,6 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro – die Hälfte der Summe entfiel auf das Personal. Die Kostensteigerung ginge aber allein auf den Sondereffekt von Pensionsrückstellungen zurück. „Die aggressive Kostenpolitik zahlt sich aus“, kommentierte Weimer.

Nur noch 350 Stellen müssen abgebaut werden

Vom aktuellen Abbauprogramm von 1200 Stellen in der Zentrale wurden im vierten Quartal weitere 450 bewältigt. „Zum Jahresende belief sich der offene Abbau aus den laufenden Programmen damit auf 350 Stellen“, hieß es von der Bank. „Wir haben das Restrukturierungsprogramm mit den Mitarbeitervertretungen durch“, sagte Weimer. Da noch nicht alle Betroffenen die Bank offiziell verlassen haben, werden die Kosteneffekte erst im Laufe des Jahres sichtbar. Bis 2018 scheint die Tochter des italienischen Unicredit-Konzerns keinen weiteren Kahlschlag beim Personal zu planen. „Wir haben nicht vor, weitere Personalkostenprogramme zu fahren“, sagte Weimer.

Nachholbedarf im internationalen Geschäft

Angesichts der niedrigen Zinsen und der volatilen Märkte kann sich die Profitabilität sehen lassen. Das operative Ergebnis kletterte binnen Jahresfrist sogar um 10,2 Prozent auf 983 Mio. Euro. Unter dem Strich verdiente die Bank in 2015 rund 750 Mio. Euro. Dabei legten die Erträge im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent auf knapp 4,7 Mrd. Euro zu. Während sich Weimer mit dem Zinsüberschuss von etwa 2,7 Mrd. Euro zufrieden zeigte, hielt er das Provisionsergebnis von rund 1 Mrd. Euro für verbesserungswürdig. „Wir hätten in den vergangenen Jahren im internationalen Geschäft etwas mehr Gas geben können“, sagte Weimer. Tatsächlich verzeichnete das Transaction Banking beim Erzrivalen Deutsche Bank in 2015 ein Rekordergebnis. „Das Thema steht auf der Agenda des Vorstands jetzt ganz oben.“

Unterdessen verteilte sich der Gewinn gleichmäßig auf die beiden Geschäftsbereiche. Im Commercial Banking, dem Filialgeschäft, kletterte das operative Ergebnis um 35,4 Prozent auf 470 Mio. Euro, womit die Bank von der Schließung zahlreicher Filialen profitierte. Im Corporate & Investment Banking stiegen die operativen Erträge um 15,9 Prozent auf 495 Mio. Euro.

Die Aufwands-Ertrags-Quote verbesserte sich im abgelaufenen Jahr leicht auf 76,6 Prozent. Die Bank musste also keine 77 Cent für jeden Euro Ertrag auf den Tisch legen. Damit ist sie jedoch vom selbstgesteckten Ziel von 65 Prozent noch weit entfernt.

Weimer fordert von Medien mehr „Ruhe im Stall“

Unterdessen kritisierte Weimer die aktuellen Medienberichte über eine Bankendämmerung und einen Vertrauensverlust bei der Deutschen Bank scharf. Die Marktunsicherheiten würden übertrieben. „Deswegen plädiere ich für mehr Ruhe im Stall“, sagte Weimer wörtlich. Negativzinsen erteilte der HVB-Chef abermals eine Absage.

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