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Wie Bewerber ihr Internet-Image aufpolieren können!

Viele Personalchefs nehmen schon vor dem Vorstellungsgespräch die Kandidaten per Internetrecherche gezielt ins Fadenkreuz. Für Bewerber mit dunklen Flecken auf der Internetweste kann das schon mal das vorzeitige Aus bedeuten.

In Foren und Weblogs ist es schick, nach Herzenslust über andere Menschen – einschließlich Arbeitgeber und Kollegen – zu lästern. Auch mit der Online-Preisgabe pikanter Details aus dem eigenen Privatleben haben viele Zeitgenossen kein Problem.

Doch viel zu selten ist sich der Schreiber über die möglichen Folgen seiner Äußerungen im Klaren. “Ein Bewerber muss sich überlegen, was er aktiv ins Netz hineinstellt”, sagt die Reputationsforscherin Susanna Wieseneder. Muss ein Kandidat wirklich jedes Detail oder jede Vorliebe im Netz publizieren? Lästereien und eigener Narzissmus rächen sich nämlich spätestens dann, wenn es darum geht, sich um einen Arbeitsplatz zu bewerben.

Eine Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) in Bonn ergab, dass knapp ein Drittel aller Personalberater – neben der Direktansprache sowie Anzeigen – das Internet nutzen, um an Informationen über Kandidaten zu kommen.

Wieseneder bestätigt: “Für Personaler besitzt das Internet eine rasant steigende Bedeutung.” Oft erhält der Kandidat aufgrund der Ergebnisse der Online-Recherche keine Einladung zum Interview – ohne dass der Bewerber jemals den Grund für die Absage erfährt, so die Expertin.

Dabei geht es den Spürnasen gar nicht darum, im Privatleben der Bewerber nach möglichen Fehltritten zu schnüffeln. Eher im Gegenteil: “Die Experten interessieren sich vor allem für Zusatzinfos. Etwa welche ehrenamtlichen Ämter ein Kandidat ausübt”, berichtet Wolfgang Lichius, Vorsitzender des BDU-Fachverbands Personalberatung.

Interessant sei dies bei Positionen mit großer Strahlkraft in der Öffentlichkeit – etwa Führungskräften der ersten Ebene und Verbandgeschäftsführern. Aber auch ein Blick auf die Homepage des ehemaligen Arbeitgebers sei – insbesondere bei Kommunikations- und PR-Chefs – für die Personalfahnder von großem Interesse. Lichius dazu: “Die Homepage eines Unternehmens kann bei solchen Positionen als Arbeitszeugnis dienen.”

“Was ich einmal gesagt habe, ist nur sehr schwer zurückzunehmen”, sagt Rechtsanwalt Jan Mönikes, Berliner Partner der Kanzlei Schalast und Partner. Wer in Internetforen mit minderwertigen Statements auffällt, kann zu Recht Probleme haben, wenn er sich für einen Job bewirbt, der hochwertige Kommunikation erfordert.

Mönikes stellt klar: “Für das eigene Handeln ist grundsätzlich jeder selber verantwortlich.” Zwar kann der Bewerber vom Forumsbetreiber verlangen, dass zum Beispiel eigene alte Einträge gelöscht werden, aber er kann nicht verhindern, dass Dritte auch in Zukunft sein früheres Statement zitieren.

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