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GASTBEITRAG: Neun Dinge, die Jungbanker wissen sollten, die zu Private Equity wechseln wollen

investment banking to private equity

Kaum jemanden zieht es des Ruhmes wegen ins Investment Banking. Diese Zeiten liegen längst hinter uns; die meisten stellen sich eher existenzielle Fragen zu Leben, Karriere und der Sinnhaftigkeit ihres Tuns.

Einem Analysten oder Associate im Investment Banking stehen eine Reihe an beruflichen Optionen offen: die Karriere im Banking weiterzuverfolgen, zu einem Private Equity oder Hedgefonds zu wechseln; anderswo auf der Buy-Side unterzukommen; zu einem Unternehmen, einer IT-Gesellschaft oder Startup zu wechseln; einen MBA zu erwerben oder aber sich als Unternehmer selbständig zu machen.

Doch unter all diesen Möglichkeiten ist immer noch der Wechsel vom Investment Banking zu Private Equity am beliebtesten, lukrativsten und vielversprechendsten. Falls Sie ein Juniorinvestmentbanker sind, der seinen Traum von einem Private Equity-Job verwirklichen möchte, dann sollten Sie die folgenden Ratschläge ganz genau lesen.

1. Behalten Sie den Überblick

Bleiben Sie bei den innen- und außenpolitischen Ereignissen, den Zentralbankentscheidungen und Branchentrends auf dem Laufenden. Sie mögen zwar im Investment Banking arbeiten, aber der Zweck dieses Sektors besteht darin, andere Branchen zu beraten. Verstehen Sie, was alles um Sie herum vor sich geht und bleiben Sie auf der Höhe der neuesten Trends.

2. Denken Sie wie ein Käufer

Entwickeln Sie auch ein Verständnis dafür, was ein Geschäft voranbringt – gleich ob es groß oder klein ist. Sie müssen beurteilen können, welche Kapitalstruktur am besten dazu geeignet ist, die finanziellen Ziele des Geschäfts zu erreichen. Ihre Begeisterung und Geschwindigkeit sich neues Wissen anzueignen oder geschäftliche Entscheidungen zu treffen, wird im Vorstellungsgespräch eine große Rolle spielen.

3. Blicken Sie über Ihre Produkte und Ihren Sektor hinaus

Selbst wenn Sie im Geschäft mit Aktienemissionen arbeiten, sollten Sie etwas über das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren wissen. Falls Sie hingegen im Geschäft mit Anleiheemissionen tätig sind, dann kann eine potenzielle Fusion im Rahmen einer Konsolidierung schon die Spielregeln ändern. Viel zu oft bleiben Jungbanker in den Grenzen ihres kleinen Fachgebiets gefangen. Diesen Fehler sollten Sie nicht begehen.

4. Kenntnisse in Modellierung sind eine Schlüsselkompetenz

Bei jedem Vorstellungsgespräch auf der Buy-Side wird von Ihnen verlangt, ein Modell mit Hilfe von Excel aus dem Nichts zu erstellen – gleich ob es sich um Private Equity, Privatkredite, notleidende Kredite, Immobilien- oder Infrastrukturfonds handelt.  Kennen Sie sich auch mit den Ein- und Ausstiegsszenarien bei Leveraged Buy Out oder Fusionen ebenso aus wie mit Cashflow-Berechnungen.

5. Verstehen Sie die Deals, an denen Sie mitgearbeitet haben

Sicherlich werden auch einige Fragen zu Rechnungslegung und Bewertung gestellt. Die Mehrheit der Fachfragen wird sich allerdings um die Deals drehen, an denen Sie als Investment Banker mitgearbeitet haben. Dabei geht es darum, welche exakte Rolle Sie bei jedem Deal gespielt, wie unabhängig Sie gearbeitet haben und wie direkt Ihre Zusammenarbeit mit dem Kunden ausfiel.

6. Networken, networken, networken

Aufgrund der geradezu obszön langen Arbeitszeiten schaffen es junge Banker kaum, sich Zeit fürs Networking zu nehmen. Versuchen Sie sich Kontakte bei Ihrem Traumarbeitgeber aufzubauen. Falls es Ihnen gelingt, den Weg über die Personalabteilung zu überspringen, dann sind Sie Ihrem Ziel schon einen großen Schritt näher gekommen.

7. Pflegen Sie ein gutes Verhältnis zu Headhuntern

Die Recruitmentbranche scheint fast genauso viele Menschen zu beschäftigen wie die Banken selbst. OK, womöglich stellt dies eine Übertreibung dar. Headhunter sind jedenfalls auf dem Junior-Level besonders aktiv, da hier die Chancen auf eine erfolgreiche Vermittlung am höchsten ausfallen, da es alle Monate wieder neue Jobs gibt. Finden Sie also heraus, welche Headhunter in Ihrem Sektor über die besten Kontakte zu denjenigen Unternehmen verfügen, zu denen Sie wechseln möchten.

8. Recherchieren Sie sorgfältig zu dem Unternehmen, bevor Sie zum Vorstellungsgespräch gehen

Investmentbanken blicken schon auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Dagegen existieren selbst die renommiertesten Private Equity-Gesellschaften wie Blackstone oder KKR seit nicht mehr als 40 Jahren. Falls Sie zu einem Vorstellungsgespräch bei einem kleineren Unternehmen eingeladen werden, dann werden diese oft noch von den Gründungspartnern geführt und diese werden an irgendeiner Stelle in die Vorstellungsgespräche eingebunden. Daher sollten Sie so viel wie möglich über das Unternehmen wissen: Wann wurde es gegründet, wer waren die Gründer, was haben sie vorher gemacht, wie hoch fallen die verwalteten Vermögen, die sogenannten „Assets under management“ aus, wie viele Mitarbeiter beschäftigen sie, verfügen Sie auch über Immobilien- und Kreditaktivitäten, wie viele Fonds verwalten sie und so weiter und so fort. Umso mehr Sie wissen, desto besser wird das Vorstellungsgespräch laufen.

9. Legen Sie sich die Gründe zurecht, wieso Sie wechseln wollen

Sie sollten in der Lage sein zu erklären, wieso Sie zu Private Equity wechseln wollen. Geht es nur ums Geld oder sind Sie es satt Verkaufsunterlagen zu produzieren und wollen lieber an den tatsächlichen Investitionen mitarbeiten? Darüber sollten Sie sich im Klaren sein, bevor Sie zu irgendeinem Vorstellungsgespräch eilen.

Sameer Rizvi, CFA, ist Managing Partner von RD Capital Partners LLP, die alternative Anlagen im Mittelstand der europäischen Gesundheitsbranche anbieten. Zuvor hat er als Investmentbanker bei der Commerzbank und der Royal Bank of Scotland (RBS) gearbeitet.

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