☰ Menu eFinancialCareers

Ernst & Young-Studie zum deutschen Bankensektor: Aus Beschäftigungssicht war 2010 ein rabenschwarzes Jahr

Nach einer jetzt vorgelegten Ernst&Young-Studie haben die dreizehn größten deutschen Banken in 2010 die Axt an den Personalstamm angelegt. Auf den ersten Blick wuchs die Beschäftigtenzahl der Institute indes um 8 Prozent auf 242.511 Mitarbeiter.

Doch diese scheinbar positive Entwicklung ist nur auf die Einkaufstour der Deutschen Bank zurückzuführen, die mit der Übernahme von Sal. Oppenheim und der Postbank in 2010 nominell einen Mitarbeiterzuwachs von rund 25.000 Beschäftigten verzeichnete. Ohne diesen Sondereffekte sank die Beschäftigtenzahl laut Ernst&Young um 3 Prozent.

Die meisten Stellen strichen die Commerzbank (5591), die BayernLB (968), die WestLB (488) die HSH Nordbank (336) und die Helaba (193). Dagegen bauten die DZ Bank (1164) und die NordLB (347) Stellen auf. Bei der krisengeschüttelten HRE fielen indes nur 31 Stellen weg.

Leichte Zunahme der Beschäftigung erwartet

Für die nähere Zukunft gibt Ernst&Young indes Entwarnung. “Die meisten Banken haben sich den veränderten Verhältnissen schon angepasst, flächendeckenden Personalabbau wird es wohl nicht geben”, sagte Ernst&Young-Bankenexperte Dirk Müller-Tronnier. Die Beschäftigung werde in den kommenden Monaten in den Kerngeschäftsfeldern eher wieder leicht zunehmen.

Durch die Restrukturierung konnten die dreizehn führenden Banken auch ihren Verwaltungsaufwand um 3 Prozent auf 39,9 Mrd. vermindern, wobei die Akquisitionen des deutschen Branchenprimus nicht berücksichtigt wurden. Auch der geringere Verwaltungsaufwand ist keine gute Nachricht für die Beschäftigten, da hierin die Personalkosten enthalten sind.

Dabei handelte es sich bei 2010 eigentlich um ein gutes Jahr für die Banken. So generierten die dreizehn Banken einen Nachsteuergewinn von insgesamt 5,3 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatten die Institute noch einen Verlust von 5,1 Mrd. Euro verkraften müssen. Die deutliche Verbesserung der Branchengewinne geht vor allem auf die Steigerungen bei Commerzbank und BayernLB zurück.

Cost-Income-Ratio hat sich verschlechtert

Ein Haupttreiber für die positive Gewinnentwicklung war die massiv verringerte Risikovorsorge, die sich von 20,2 Mrd. Euro in 2009 auf nur noch 7 Mrd. Euro in 2010 verminderte. Insgesamt profitierten die deutschen Banken von der guten Konjunktur der deutschen Wirtschaft.

Durch das niedrige Zinsniveau sanken die Zinsüberschüsse durchschnittlich um 6 Prozent auf 37,6 Mrd. Euro, wohingegen die Provisionsüberschüsse um 7 Prozent auf 18,4 Mrd. zulegten. Das Handelsergebnis purzelte sogar um 46 Prozent auf 6,1 Mrd. Euro. Trotz des Streichkonzerts bei den Verwaltungskosten stieg die Cost-Income-Ratio von 52,8 auf 61,6 Prozent.

Kommentare (1)

Comments
  1. Vielleicht werden Stellen gestrichen. Aber wenns um die Bezahlung geht, sind die Banken weiterhin ganz vorn. Gibt es irgendeine Branche, wo Leute mit so wenig Gripps so viel verdienen können?

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier