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Zwölf Gründe, wieso Sie für Private Equity- und Hedgefonds ungeeignet sind

Wer es in die alternativen Investments schaffen möchte, muss einige Hürden nehmen.

Wer es in die alternativen Investments schaffen möchte, muss einige Hürden nehmen.

Wer bei einer Investmentbank arbeitet, der sogenannten Sell-Side, will häufig zu Private Equity- oder Hedgefonds, die Buy-Side, wechseln. Manche suchen sogar bei gewöhnlichen Fondsgesellschaften oder im Wealth Managemen ihr Glück. Doch dies fällt gar nicht so leicht. Es gibt sogar Kandidaten, die rund 2000 Bewerbungen versandt haben. Doch was müssen Wechselwillige mitbringen abgesehen von erstklassigen Abschlüssen renommierter Hochschulen und großen Namen im Lebenslauf?

In der laufenden Woche findet die Alternative Investments Conference der renommierten London School of Economics statt, an der viele Stars und Sternchen aus der Private Equity- und Hedgefonds-Branche etwas über die Karrierewege verraten. Als Sprecher treten beispielsweise David Rubinstein von der Carlyle Group, Pierre Lagrange von GLG und Guy Hands von Terra Firma auf. Dabei haben Rubinstein und seine Mitstreiter herausgestrichen, wer für die Arbeit in Private Equity- und Hedgefonds ungeeignet ist. Wir haben gelauscht…

1. Sie besitzen den falschen Stallgeruch

Investmentbanken tendieren dazu, immer den gleichen Menschenschlag anzuheuern. Exzellente Noten, exzellente Unis und elitäre außercurriculare Aktivitäten sind Pflicht. So manches Unternehmen von der Buy-Side verfolgt bei der Personalauswahl ein ganz ähnliches Beuteschema. Andere dagegen halten dies für eine Plage. „Viele sagen, dass großartige Köpfe gleich ticken“, sagt etwa Lagrange. „Das stimmt überhaupt nicht. Großartige Köpfe denken unterschiedlich. Wir versuchen Leute zu finden, die ganz anders denken. Auf diese Weise erhalten Sie herausfordernde Leute und Personen mit abweichenden Denkweisen.“

2. Sie können nicht gut mit Computern umgehen

Wer für einen Hedgefonds mit einem quantitativen Ansatz wie GLG arbeiten möchte, muss mit Algorithmen umgehen können. „An menschlichen Entscheidungen festzuhalten, wird immer schwieriger, wenn die Märkte immer automatisierter und quantitativer werden“, betont Lagrange.

Dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass die Menschen von Maschinen ersetzt werden. „Seit Jahren hat kein Mensch mehr einen Computer beim Schach geschlagen, aber ein Mensch, der einen Computer nutzt, kann immer noch einen Computer beim Schach besiegen“, meint Lagrange. „Es geht darum, die menschliche Entscheidungsfindung neben quantitativen Maschinen zu nutzen.“

3. Ihnen geht es nur ums Geld

Wenn Sie in Private Equity gehen, nur um von den Verkaufsprovisionen des Carried Interest zu profitieren, dann liegen Sie falsch. „Falls Sie Geld um seiner selbst willen anstreben, dann erhalten Sie keins“, prophezeit Rubinstein. „Die Leute, die Geld verdienen, besitzen eine Idee und sind an ihr tatsächlich interessiert.“

Ähnlich wie Private Equity-Guru Guy Hands betont Rubinstein, wie wichtig es sei, seinen eigenen Weg zu finden. „Niemand hat jemals Geld verdient, wenn er hasst, was er tut“, meint er. „Sie müssen wirklich lieben, was Sie machen. Dies finden Sie nicht, wenn Sie sich nicht ein wenig ausprobieren. Finden Sie etwas, das Ihnen wirklich Spaß bereitet, dann können Sie darauf eine Karriere aufbauen.“ In Private Equity seien nur Menschen erfolgreich, die ihre begrenzte Zeit auf Erden mit der Steigerung der Wertschöpfung von Unternehmen verbringen möchten, philosophiert Rubinstein.

Falls Ihnen Private Equity Spaß bereitet und Sie viel Geld verdienen, dann sollten Sie dies spenden. „Sie sollten Ihr Leben nicht mit Geldanhäufen verbringen. Stellen Sie mit dem Geld etwas Sinnvolles an, damit die Gesellschaft besser wird.“

4. Sie leben in der Vergangenheit

Auch auf der Buy-Side fällt Geld zu verdienen heute schwerer als in der Vergangenheit. Früher waren die Leute „unkompliziert“ und haben ihre Unternehmen weit unter Wert verkauft. Private Equity-Gesellschaften konnten Geschäfte mit einer Fremdfinanzierung von 95 Prozent durchziehen.

Dagegen komme es heute weniger auf die Hebelung als auf die Optimierung des Geschäfts an. „In Private Equity geht es darum, greifbare Veränderungen bei der Arbeitsweise eines Unternehmens zu erzielen“, betont Arif Naqvi, Gründer der Private Equity-Gesellschaft Abraai Group. „Um einen Mehrwert zu generieren, müssen Sie eher mit der Branche als mit der Wall Street arbeiten.“ Daher wandle sich auch der Charakter der Private Equity-Gesellschaften. „Wenn Sie heute in Private Equity arbeiten, dann müssen Sie etwas aufbauen“, betont auch Rubinstein. „Sie müssen mit dem Management zusammenarbeiten, um etwas für die Zukunft zu schaffen.“

5. Sie sind zu passiv

Wer unterdessen für einen Hedgefonds oder auch einem gewöhnlichen Fonds arbeiten möchte, muss originelle Investmentideen mitbringen. Da die Geldpolitik rund um den Globus divergiert, könnten aktive Fondsmanager in der Zukunft ein gewisses Comeback erleben, meint der Chef der Fondsgesellschaft GAM Alexandre Friedman. Nach Lagrange hänge alles davon ab, „umstürzende Gelegenheiten“ ausfindig zu machen.

6. Sie benötigen eine unternehmerische Haltung

„Der Trick besteht darin herauszufinden, ob Sie das Zeug zum Unternehmer mitbringen oder ob Sie immer im gleichen Umfeld arbeiten und in den kommenden fünf bis zehn Jahren aufsteigen wollen“, sagt Rubinstein. „Wenn Sie es wirklich zu großem Wohlstand bringen wollen, dann müssen Sie Ihr eigenes Unternehmen gründen. Sie müssen sich aber auch fragen, ob Sie wirklich die Opfer aufbringen möchten, die dazu erforderlich sind.“

7. Sie sind ein Genie

Falls Sie eine Karriere in Private Equity anstreben, dann besitzen Sie wahrscheinlich schon einen hellen Kopf – allerdings kann man auch zu intelligent sein. Rubinstein zieht Leute mit „vernünftiger Intelligenz“ wahren Genies vor. „Genies jenseits von Gut und Böse stellen nicht die optimalen Mitarbeiter dar“, warnt Rubinstein. „Entweder sind sie Superstars oder verrückt.“

8. Sie sind faul

Wer um 17 Uhr Feierabend machen und die Wochenenden frei haben möchte, ist in der Private Equity-Branche fehl am Platz. „Sie können schon so leben, aber in Private Equity werden Sie damit keinen Erfolg haben“, prophezeit Rubinstein. Stattdessen müssen besonders jüngere Mitarbeiter hart arbeiten.

9. Sie sind zerstreut

Auch Rubinstein warnt davor, sich auf zu viele Aktivitäten zu stürzen. „Erfolgreich sind Leute, die sich auf eine Sache konzentrieren“, sagt er. „Sie werden zum weltweit besten Experten für ein bestimmtes Gebiet. Falls Sie sich nicht fokussieren, schöpfen Sie Ihr Erfolgspotenzial nicht aus.“

10. Sie leben in der falschen Weltregion

Laut Naqvi befinden sich die besten Investmentchancen für Private Equity derzeit in Asien und Afrika. „Zwei Drittel des weltweiten Wachstums und Konsums wird künftig auf die Schwellenländer entfallen“, prophezeit Naqvi.

11. Sie sind ein Pechvogel

Selbst wenn Sie Intelligenz, Leidenschaft und harte Arbeit mitbringen, stellt sich der Erfolg in Private Equity nicht automatisch ein – vielmehr gehört auch ein Quäntchen Glück dazu. „Viele von den Leuten, die bei dieser Konferenz sprechen, haben Glück gehabt“, sagt Rubinstein. „Wir sind keine Genies, sondern haben schlicht Glück gehabt.“

12. Sie nehmen alles zu ernst

Schließlich sind Unternehmen von der Buy-Side oftmals deutlich kleiner als Investmentbanken. Wer sich danebenbenimmt, hat also rasch einen schlechten Ruf. „Halten Sie eine gewisse Distanz und bringen Sie Humor mit“, empfiehlt Rubinstein. „Nehmen Sie das Leben nicht so ernst.“

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