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30 Prozent weniger Bonus befürchtet

Experten befürchten nun auch durchaus deutliche Auswirkungen der Subprime-Krise auf die Geldbeutel vieler deutscher Banker.

Die aktuelle Bankenkrise, ausgelöst durch die Subprime-Krise in den USA, dürfte sich in diesem Jahr negativ auf die Ertragslage der Banken und somit auf die Bezüge der Mitarbeiter auswirken. Dies betrifft nach Einschätzung der Experten der Personalberatung Boyden International insbesondere angelsächsische Häuser sowie diejenigen europäischen und deutschen Banken, die sich besonders stark im Handel und Verkauf von Wertpapieren sowie Anlageprodukten positionieren.

Die Gehaltsstrukturen dieser Banken und Finanzdienstleister sind meist mit einem großen Anteil ertragsabhängiger Vergütung versehen. “Die so genannten Bonuszahlungen sind in vielen Fällen der größte Anteil am Gesamtgehalt von Bankern sowie von Anleihen- und Aktienhändlern”, so Dr. Rolf E. Stokburger, Managing Partner von Boyden Global Executive Search.

Vor allem bei Banken, die ihre Gehaltsvereinbarungen nach angelsächsischem Muster strukturieren, beträgt nach Einschätzung von Boyden der fixe Gehaltsanteil lediglich einen Mindestanteil, durchschnittlich rund 30% der Gesamtvergütung. “Angelsächsische Banken zahlen einen Großteil ihrer Gewinne an die Mitarbeiter aus. Bonuszahlungen können vielfach rund 80% des Gehalts ausmachen. In einigen Fällen können Bonuszahlungen sogar das bis zu fünf- oder zehnfache des Fixgehalts ausmachen”, so Dr. Stokburger.

Drastische Bonuskürzungen

Nach Einschätzung von Boyden International können die Boni in diesem Jahr bis zu 30% niedriger ausfallen als im Vergleich zum Vorjahr. In manchen Fällen erwartet Boyden einen noch höheren Rückgang der Einkommen. “Insbesondere Wertpapier-Händler, Sales Teams und Capital Markets Manager werden die Bonuskürzungen drastisch zu spüren bekommen” schätzt Dr. Stokburger.

Der Experte ist allerdings nicht der Ansicht, dass die Zeit der Rekord-Bonifikationen damit endgültig vorbei sein muss. “Dies ist ein zyklischer Markt, daher können die Boni auch wieder höher ausfallen”, so Dr. Stokburger.

Gekürzte Boni sind nach Einschätzung von Boyden jedoch nur die erste Stufe, um die Ertragslage der Banken zu stabilisieren. Einige, vor allem US-amerikanische Banken haben bereits personelle Konsequenzen gezogen. Außerdem mussten bereits einige Hedge-Fonds geschlossen und die Mitarbeiter entlassen werden. Dazu zählen prominente Fonds-Initiatoren wie Goldman Sachs, Bear Stearns oder UBS.

Für den deutschen Markt erwarten die Experten von Boyden jedoch keine Entlassungen in großem Stil, lediglich eine Zurückhaltung in der Rekrutierung sei in manchen Bereichen zu spüren. Als Beleg hierfür kann leicht die Deutsche Bank herangezogen werden, die Angaben von CEO Josef Ackermann zufolge Pläne zur Aufstockung der Mitarbeiterzahl in Deutschland von aktuell 76.000 auf 80.000 fallen ließ. “Das werden wir wahrscheinlich jetzt nicht tun, weil die Märkte das nicht so hergeben”, bestätigt Ackermann.

Kommentare (1)

Comments
  1. In schlechten Zeiten werden gute Mitarbeiter gekündigt. Aber keiner denkt an die nächste neue Welle, die uns wieder hinaufkatapultieren kann. Im Leben muss man für alles zahlen und bezahlen. Das ist klar. Aber sollen gute Mitarbeiter zahlen für konsequent schlechte Wirtschafts- und Globalisierungspolitik? Wenn die Zeiten wieder besser werden, wo sind dann die alten Kollegen, die in Vergessenheit geraten sind, oder sich vielleicht auf eine Art selbstständig gemacht haben? Junge Leute auszubilden und zum Einsatz zu bringen dauert mehrere Jahre. Währe es nicht sinnvoller die Bonuszahlungen in besseren Zeiten so zu gestalten (mit Reservebildung), dass wir keine richtig schlechten Zeiten mehr haben?

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