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2015 war Rekordjahr in M&A: JP Morgan rechnet mit anziehendem Geschäft in Deutschland

Dirk Albersmeier, Co-Head of M&A für Europa bei JP Morgan (Martin Joppen Fotografie)

Dirk Albersmeier, Co-Head of M&A für Europa bei JP Morgan (Martin Joppen Fotografie)

Die M&A-Branche blickt auf ein Rekordjahr zurück. In 2015 wird das Volumen der weltweiten Transaktionen wohl erstmals die 5 Billionen-Dollar-Schwelle überschreiten, was einer Steigerung von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit stellt 2015 sogar das bisherige Rekordjahr 2007 mit 4,6 Billionen Dollar in den Schatten, wie Dirk Albersmeier, Co-Head M&A für Europa von JP Morgan bei einem M&A-Roundtable am heutigen Mittwoch (9. Dezember) in Frankfurt vorrechnete.

Von dem Rekordgeschäft ist aber nur wenig in Deutschland angekommen.  Vielmehr stürzte das Volumen in Deutschland von 224 Mrd. auf nur noch voraussichtlich 145 Mrd. Euro ab. Der weltweite Marktanteil des deutschen M&A-Geschäfts purzelte von 5 Prozent auf 2,5 Prozent. „2014 war ein Ausreißer; 2015 war ein wenig enttäuschend”, kommentierte Albersmeier. Dies ist umso fataler, als das Transaktionsvolumen in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika im gleichen Zeitraum um 19 Prozent auf fast 1,6 Billionen Euro kletterte. Noch stärker ging es in Amerika und Asien mit jeweils über 40 Prozent bergauf.

Quelle: JP Morgan Quelle: JP Morgan[/caption]

Laut Albersmeier bestehe in Deutschland „Nachholbedarf”. Daher rechnet der M&A-Experte im kommenden Jahr mit einer Zunahme des M&A-Volumens in Deutschland, während er nach dem guten Jahr international von einem Rückgang ausgeht. „Für Deutschland selbst sehen wir einen deutlich größeren Catch-up”, betonte Albersmeier. Im kommenden Jahr würden vor allem deutsche Industrieunternehmen wohl verstärkt im Ausland auf Einkaufstour gehen.

Ein wachsendes Interesse an deutschen Unternehmen registriert der Co-Head M&A für Europa indes aus Asien. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis ein größeres deutsches Unternehmen in chinesische Hände gehe.

Quelle: JP Morgan Quelle: JP Morgan[/caption]

Unterdessen wollte Albersmeier nicht bestätigen, dass der branchenweite Juniormangel in M&A und Equity Capital Markets auch JP Morgan in Deutschland und Europa erreiche. „Am Ende wollen die jungen Leute an spannenden Deals mitarbeiten”, sagte Albersmeier. Da JP Morgan eben dies bieten könne, werde die US-Bank keine Schwierigkeiten haben, junge Leute zu gewinnen und zu halten.

Jens Kengelbach, Global Head of M&A bei der Boston Consulting Group widersprach unterdessen beim Frankfurter M&A-Roundtable der weitverbreiteten These, wonach sich mehr als die Hälfte der Fusionen und Übernahmen wirtschaftlich nicht lohnten. Allerdings gelte dies nur für Unternehmen, die viel Erfahrung mit dem anorganischen Wachstum  mitbrächten und die Prozesse beherrschten. „Erfahrung zahlt sich aus: Aktive Käufer und Portfoliokäufer erzielen für ihre Aktionäre einen deutlich höheren jährlichen Mehrwert als Einmalkäufer oder organisch wachsende Unternehmen”, sagte Kengelbach. „Es ist einfach, Umsatz zuzukaufen, aber längst nicht jeder Zukauf schafft auch Wert.”

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