☰ Menu eFinancialCareers

Ausblick 2016: Die begehrtesten Berufsfelder im neuen Jahr

Ausblick2016

Die Weihnachtspause steht kurz bevor. Nachdem die lieben Kleinen die Geschenke ausgepackt haben, ist der ideale Zeitpunkt für eine berufliche Neuorientierung gekommen. Wir haben mit Headhuntern und Hiring Managern gesprochen, wo im kommenden Jahr in Deutschland die besten Berufschancen anstehen. Konkret:

Boom in Compliance, Regulierung und Risikomanagement geht weiter

„Die meisten Banken haben Schwierigkeiten, im Regulierungsumfeld Personal zu finden“, beobachtet Headhunter Aleksandar Rakovic von Robert Walters in Frankfurt. Selbst Banken mit Einstellungssperre würden hier eine Ausnahme machen. „In diesem Bereich gibt es noch kein klares Berufsbild, vieles ist im Fluss. Mit den neuen Aufgaben entstehen immer neue Anforderungsprofile“, sagt Rakovic.

Auch Headhuntern falle es zunehmend schwer, derartige Profile zu besetzten. Seiteneinsteiger von den Big 4 oder anderen Beratungsgesellschaften hättenderzeit gute Chancen. Oft würden Studenten bei diesen Gesellschaften ihre Kariere beginnen und sich dann langsam ins Berufsfeld Compliance und Regulierung hineinentwickeln. Wer mit dem Gedanken spielt, in die boomenden Sektoren zu wechseln, solle dies bei seinem bisherigen Arbeitgeber versuchen und dort entsprechende Berufserfahrung und Fortbildungen sammeln.

Durch die langjährige hohe Nachfrage würden die Gehälter in Regulierung und Compliance schneller steigen als in anderen Sektoren. „Bei einem Leiter Compliance sind durchaus Gehälter im sechsstelligen Bereich möglich“, sagt Rakovic. „Dennoch liegt das Gehaltsniveau niedriger als im Front Office. Die Unternehmen bringen einfach nicht die Bereitschaft mit, horrende Gehälter zu bezahlen.“

Immobilienexperten auf breiter Front gesucht

Keine Anlageklasse ist derzeit so heiß wie Immobilien. Daher dürfte der Einstellungstrend auch in 2016 nicht abreißen. Kürzlich erst hat Deka Recruitment-Chefin Nadine Kirch angekündigt, im Immobiliengeschäft über alle Bereiche und Stufen hinweg neue Stellen zu schaffen.

„Im Immobiliengeschäft gibt es eine Sucht nach Größe. Da werden wir im nächsten Jahr eine Reihe von Fusionen und Übernahmen sehen“, prophezeit Headhunter Thomas von Ciriacy-Wantrup vonFricke Finance& Legal in Frankfurt. Dies werde auch für viel Bewegung im Arbeitsmarkt sorgen.

Jede Bank hat offene Stellen in M&A und Equity Capital Markets (ECM)

„Das Jahr 2016 bleibt rosig für alle, die auf Analyst-, Associate- und Junior VicePresident-Level nach einer neuen Herausforderung suchen und eine Spezialisierung in M&A oder ECM mitbringen“, prophezeit Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt. Die hartnäckige Lücke zwischen Angebot und Nachfrage im Juniorbereich werde sich so schnell nicht schließen. Besonders der Mangel an Associates zeige nachhaltige Folgen. „Die Associates sind meist für die Ausbildung der Analysten zuständig“, sagt Tamm. Daher beeinträchtige der Associate-Mangel auch die Arbeitsleistung der Analysten. Ganz ähnlich sieht dies Rakovic: „In M&A und ECM haben auf Associate und Vice-President-Level viele Banken Positionen offen.“

Corporates bauen ihre M&A-Abteilungen aus

Ein Grund für den Juniormangel im Investmentbanking sieht Headhunter Dirk Albütz von Fibance in Frankfurt im Wechsel vieler junger Investmentbanker zu Großunternehmen. Die gute konjunkturelle Lage animiere Unternehmen Firmenaufkäufe zu verstärken. „Nachdem viele DAX-Unternehmen bereits M&A-Abteilungen besitzen, bauen auch immer mehr MDAX-, SDAX-Unternehmen und sogar große Mittelständler eigene M&A-Abteilungen auf“, sagt Albütz. Er selbst betreue ein Projekt, wo ein Mittelständler eine Abteilung mit vier Mitarbeitern gründet. „Die wollen nicht mehr die Gebühren zahlen, sondern die Axt im eigenen Haus haben.“ Der Personalberater erwartet daher, dass die Nachfrage nach jungen Investmentbankern und auch von Mitarbeitern der Big 4 seitens der Groß- und mittelständischen Unternehmen weitergehe.

Verstärkte Suche nach Sales-Experten spricht für Fortsetzung des Aufschwungs

Sobald sich das wirtschaftliche Umfeld aufhellt, beginnen Banken und andere Finanzdienstleister im Vertrieb neue Stellen zu schaffen. „Da kann man die Uhr nach stellen. Wenn die Märkte anziehen, werden als erstes Sales-Profile eingestellt“,sagt Rakovic. Da Vertriebsprofis das Geld hereinbringen, lägen hier die Hürden für Neueinstellungen niedriger als anderswo.

IT in Finance

Beim Thema IT haben Banken und andere Finanzdienstleister Nachholbedarf – und zwar reichlich. Laut Stefanie Storck von Capital Talent in Frankfurt herrsche bei vielen Banken in der IT noch immer ein gewisser „Wildwuchs“, herbeigeführt einerseits durch die schnellen technischen Entwicklungen (z.B. Mobile Banking), andererseits durch die immer neuen Richtlinien und Regularien bei Banken und Versicherungen, denen die IT immer wieder angepasst werden muss.

Daher würden sowohl Banken, Beratungen und Fintechs Projektmanager suchen, die Ahnung und Fachwissen vom Bankgeschäft wie z.B. Vertrieb oder Produktkenntnissen  und von der IT-Seite mitbringen, damit Prozesse optimiert oder neu aufgesetzt werden können. „Diese Schnittstellenfunktionen sind immer schwer zu finden“, sagt Storck. Desweiteren natürlich immer wieder Softwarentwickler, hautpsächlich für C# und .NET oder Java. „Ein großes Thema stellt bei den Banken nach wie vor IT-Security und darunter namentlich Friendly Hacking dar“, erzählt Storck.

Consulting

Schon seit langem arbeiten viele Banken an neuen Strategien, der Optimierung der Prozesse, der Umsetzung neuer Regulierungen sowie an der Eroberung des Internets. Daher zählen die Finanzdienstleister auch zur Hauptkundschaft der Consultingbranche. So sucht Headhunter Marcus Michel von Contagi in Frankfurt nach Consultants für die Themen Prozessoptimierung und Regulatorik, Compliance und Risikomanagement. „Die Big 4 stellen auf allen Ebenen ein: vom Junior bis zum Principal. Lediglich auf Partner-Level wird es schwierig“, berichtet Michel. Auch im Inhouse Consulting der Banken rechnet der Personalberater für 2016 fest mit Neueinstellungen.

Aufschwung im Corporate Banking schwächt sich ab

In den zurückliegenden Jahren haben diverse Banken in Deutschland ihr Firmenkundengeschäft deutlich ausgebaut. „Im Corporate Banking haben wir zwei sehr gute Jahre hinter uns, das kann nicht ewig so weitergehen“, warnt Personalberater Andreas Krischke von Indigo Headhunters in Frankfurt.„Mein Eindruck ist, dass die Banken erst einmal die Neueinstellungen verdauen wollen.“ Die Institute würden wieder genauer auf die Aufwands-Ertrags-Quote schauen. Dennoch rechnet der Personalberater auch in 2016 mit selektiven Neueinstellungen im Corporate Banking. „Es wird aber keinen Run geben“, sagt Krischke.

Dagegen geht Albütz davon aus, dass die Einstellungswelle im Corporate Banking noch eine Weile anhält. Aufgrund der niedrigen Zinsen würden die Banken im klassischen Kreditgeschäft nur sehr niedrige Margen verdienen. Derzeit nutzen die Banken das Kreditgeschäft vor allem, um einen Zugang zu den Kunden zu erhalten und ihnen anschließend weitere Produkte zu verkaufen. „Das Thema Cross-Selling wird uns auch in 2016 beschäftigen.“

Wirtschaftsprüfung und Steuerexperten

Einhellig rechnen Michel und Storck mit einem hohen Bedarf von Wirtschaftsprüfern und Steuerexperten in 2016. „Die werden immer gesucht“, sagt Storck. Sowohl bei den Big Four als auch bei kleineren Kanzleien.


Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier