☰ Menu eFinancialCareers

Deutsche Führungskräfte: Etwas mehr Geld

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen – mit diesem Bild lässt sich die Entwicklung der Gehälter der deutschen Führungskräfte in diesem Jahr treffend beschreiben. Immer weniger Manager können bedeutende Gehaltssteigerungen verzeichnen.

Führungskräfte in Deutschland verdienen im Durchschnitt 105.000 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle branchenübergreifende Vergütungsstudie “Leitende Angestellte”, durchgeführt von der Managementberatung Kienbaum.

Grundlage der Vergütungsstudie bildet eine Fragebogenerhebung, an der sich 4.837 Führungskräfte der 1. und 2. Ebene aus 432 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft beteiligten. Die teilnehmenden Firmen beantworteten Fragen über Unternehmen, Funktion, Grundgehalt, variable Vergütung und betriebliche Zusatzleistungen.

Mit dem durchschnittlichen Verdienst von 105.000 Euro hat sich das Gehalt im Vergleich zu 2004 im Durchschnitt um 2,5 % erhöht. Die Gehaltssteigerung fällt damit jedoch geringer aus als in den Jahren zuvor: 2004 und auch 2003 steigerte sich das Gehalt noch um 3,3 Prozentpunkte. Die Spannbreite der Jahresgesamtbezüge von Führungskräften ist außerordentlich groß. Sie reicht in Einzelfällen von 30.000 Euro bis 500.000 Euro. Mit 55 % verdient eine Mehrzahl aller Führungskräfte zwischen 50.000 und 100.000 Euro.

Zusammenhang zwischen Alter und Gehalt

Die Altersstruktur der Führungskräfte der deutschen Wirtschaft hat sich seit Jahren kaum verändert: Führungskräfte der 1. Ebene sind im Durchschnitt 48 Jahre, Führungskräfte der 2. Ebene 47 Jahre alt. Zwischen Alter und Vergütung besteht ein eindeutiger Zusammenhang: Verdient ein 30-jähriger Manager als Abteilungsleiter in einem Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten 62.000 Euro, so bekommt sein 60-jähriger Kollege 78.000 Euro.

Promovierte verdienen mehr

Das Qualifikationsniveau steigt in der Regel mit der Stellung der Führungskraft in der Unternehmenshierarchie. So zählen Führungskräfte zu einer sehr hoch qualifizierten Berufsgruppe, in der 73 % der 1. Ebene und 58 % der 2. Ebene Absolventen einer Hoch- bzw. Fachhochschule sind. Die Anzahl der Haupt- und Realschüler nimmt mit steigender Unternehmensgröße tendenziell ab.

9 % aller Führungskräfte haben promoviert und verdienen damit weitaus besser als ihre Kollegen ohne Doktortitel. Während diplomierte Abteilungsleiter durchschnittlich 93.000 Euro erhalten, kommen Abteilungsleiter mit Promotion auf 106.000 Euro.

Variable Vergütung im Trend

Der Anteil der variablen Gehälter an den Gesamtpaketen betrug durchschnittlich 21.600 Euro. Der prozentuale Anteil beträgt damit rund 20 %, was nicht unbedingt die Wichtigkeit des Instruments der variablen Vergütung widerspiegelt. “Ein zunehmend wichtiger Steuerungshebel der Unternehmen ist die variable Vergütung. Die Verbindung von Unternehmenserfolg und Vergütung schafft Identifikation der Führungskraft mit dem Unternehmen und der Aufgabenstellung,” sagt Christian Näser, Projektleiter der Studie.

“Die variable Vergütung wird künftig sowohl in Verbreitung als auch in Volumen weiter an Bedeutung gewinnen”, ergänzt Dr. Alexander von Preen, Geschäftsführer von Kienbaum. “Die sinnvolle Gestaltung des variablen Vergütungssystems als Führungs- und Steuerungsinstruments erhält immer mehr Gesicht. Nur wer nachvollziehbar leistungsorientiert vergütet und die Personalaufwendungen in gewissem Umfang flexibel an die Ertragssituation des Unternehmens anpasst, wird wettbewerbsfähig und erfolgreich bleiben.”

Daher zahlt eine überwiegende Mehrheit der deutschen Unternehmen bereits leistungsabhängige Gehaltsanteile, wie Näser bestätigt: “Aktuell nutzen 85 % der befragten Unternehmen dieses strategische Instrument der Unternehmensführung”.

Bei im DAX gelisteten Unternehmen beträgt die variable Vergütung auf der ersten Ebene unterhalb des Vorstands mittlerweile bis zu 60 % der Grundvergütung. Bei mittelständischen Unternehmen betragen die Bonushöhen immerhin bis zu 30 % der Grundvergütung. Zu diesem Fazit kommt eine Studie der Unternehmensberatung Towers Perrin, die einen Überblick über die variable Vergütung von Führungskräften in Europa gibt.

Damit kommen die Unternehmenslenker den Vorstellungen ihrer Führungskräfte in punkto Gehaltszahlungen sehr nahe: 86 % der Befragten gaben an, dass die Vergütungspolitik eines Unternehmens die Leistungs- und Erfolgsorientierung verstärken soll; für 60 % dient Vergütung als Motivationsfaktor.

Deutsche Gehälter im europäischen Vergleich

Deutsche Firmen liegen im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld, was die absolute Höhe der Gehälter für Bereichs- und Abteilungsleiter oder andere leitende Angestellte betrifft. “Der prozentuale Anteil der Boni am Gesamtgehalt ist dagegen im internationalem Vergleich hoch”, so Towers Perrin-Partnerin Petra Knab-Hägele.

Im Vergleich mit ihren österreichischen Nachbarn beispielsweise liegen die deutschen Führungskräfte in etwa gleichauf. Führungskräfte der 1. Ebene erhalten dort ein Jahresgesamtgehalt (Grundgehalt plus variable Bestandteile) von 112.300 Euro und Manager der 2. Ebene von 82.900 Euro im Schnitt. Auch hier verzeichnet Kienbaum laut der Studie “Führungskräfte in Österreich” eine Steigerung um 2,5 % gegenüber dem Vorjahr.

Schlechter sieht es da für jene aus, die sich weiter Richtung Osten bewegen. In Tschechien fallen sich die Gehälter eher bescheiden aus. Der durchschnittliche Jahresgesamtbezug einer Führungskraft der 1. Ebene liegt hier bei knapp 33.000 Euro, während der Gesamtbezug einer Führungskraft der 2. Ebene bei rund 26.000 Euro liegt.

Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier