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Deutsche Bank vor Zahlen: Zeigt es Jain wieder allen?

Erst in der vergangenen Woche hatten die Private Banker bei der Credit Suisse die Investmentbanker des eigenen Hauses auf den zweiten Platz verwiesen. Zu dem Quartalsgewinn von 1,59 Mrd. Franken (1,19 Mrd. Euro) hatte der Bereich Private Banking, zu dem auch das Schweizer Retailgeschäft gehört, 874 Mio. Franken (652 Mio. Euro) beigesteuert, womit die Investmentbanker mit nur 784 Mio. Franken (585 Mio. Euro) geradezu deklassiert erschienen.

Warten auf die Quartalszahlen

Bei den Quartalszahlen der Deutschen Bank, die am morgigen Dienstag (27. Juli) vorgelegt werden, ist eine entsprechende Peinlichkeit vorerst nicht abzusehen. So hatten die Investmentbanker im ersten Quartal zum Gewinn des Branchenprimus immerhin 93 Prozent oder knapp 2,6 Mrd. Euro beigesteuert.

Falls der Chef des Investmentbankings der Deutschen Bank Anshu Jain einen derartigen Erfolg wiederholen kann, würden seine Chancen auf die Nachfolge des jetzigen DB-Chefs Josef Ackermann weiter steigen.

Nach dem Ausscheiden seines Rivalen an der Spitze der DB-Investmentbank Michael Cohrs verantwortet der gebürtige Inder das lukrative Geschäft allein und wurde kürzlich vom englischen Branchenmagazin Financial News zum einflussreichsten Banker Europas erkoren – noch vor seinem Chef Josef Ackermann und Brady Doughan (CEO Credit Suisse) und Oswald Grübel (CEO UBS).

Jain ordnet Führung des Investmentbanking neu

Doch vor dem Nachfolgekampf um den Chefsessel bringt Jain erst einmal die eigene Abteilung in Stellung. So stellte Jain am heutigen Montag (26. Juli) die Neuorganisation seiner 15köpfigen Führungsgruppe an der Spitze der DB-Investmentbank vor.

Dabei werden die Aktivitäten künftig um die drei Einheiten Corporate Finance, Markets und Transaction Banking gebündelt. Überdies werden drei Leitungspositionen für die Region Asien-Pazifik, Nordamerika und Schwellenländer neu geschaffen.

Folgt ein Machtkampf zwischen Frankfurt und London?

Branchenbeobachter sehen eine wachsende Entfremdung der beiden Zentren London und Frankfurt. Während von der Themse aus das lukrative Investmentbanking von Jain gesteuert wird, wird das Privatkundengeschäft vom Main aus gelenkt.

Dabei hat die DB in den zurückliegenden Monaten durch die Übernahme von Sal. Oppenheim sowie die Teilakquisition der Postbank das Private Banking sowie das Retailgeschäft gestärkt, obgleich diese Sparten bislang eher mit Kosten als mit Gewinnen glänzen konnten.

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