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Das Karrierekarussell: Wie der Wechsel aus dem Investment Banking zu Großunternehmen die Karriere ankurbelt

Karriere_Karussell

Immer mehr junge Investment Banker wechseln zu Großunternehmen. Headhunter Dirk Albütz von Fibance in Frankfurt sucht gerade drei Profile für DAX- und MDAX-Unternehmen sowie einen großen Mittelständler. Die Großunternehmen können das Knowhow der Investment Banker für eigene Börsengänge, für Fusionen und Übernahmen, aber auch für Debt Advisory gut gebrauchen.

Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents beobachtet den gleichen Trend. Einige Großunternehmen würden M&A-Teams mit 30 bis 50 Leuten unterhalten und damit eine Branchenexpertise besitzen, die höher als die von Investmentbanken ausfalle. Doch vor dem Wechsel müssen einige Punkte beachtet werden:

Was der Wechsel für die Karriere bringt

Laut Tamm würden sich viele Wechselwillige von dem Schritt eine bessere Work-Life-Balance erhoffen und dafür Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. „Gerade Juniorbanker wissen das extrem zu schätzen“, sagt sie.

Doch auch für die Karriereentwicklung könne ein solcher Schritt Sinn machen. So könnten die jungen Banker bei den Unternehmen eine profunde Branchenexpertise erwerben. „Sie haben dann auch mal die andere Seite kennengelernt“, ergänzt Albütz. Die Ausbildung bei einer Investment Bank plus die Erfahrung auf der Corporate Seite ebne darüber hinaus den Weg in die Private Equity-Branche, betont Albütz. Darüber hinaus sei ein Verbleib im Investment Banking kein Karrieregarant. „Den Durchmarsch vom Analysten zum Managing Director, das sehen wir immer seltener.“

Worauf Sie vor dem Schritt achten sollten

Vor einem Wechsel sollten sich junge Investment Banker ganz genau die Teamstrukturen anschauen. Werde die Abteilung von einem Manager geleitet, der selbst aus der Finanzabteilung stamme, oder von einem ehemaligen Banker? Für die Karriere sei es besser, wenn das Team von einem Ex-Banker geführt werde. Dann hätten die Banker ein besseres Standing in der unternehmenseigenen Politik. Dies sei den meisten Wechselwilligen bereits bewusst. „Die ehemaligen Banker in Führungspositionen wirken wie ein Magnet auf die jungen Leute“, weiß Albütz.

Weiter rät Albütz sich das Zielunternehmen ganz genau anzuschauen: „Handelt es sich um Corporates, die expandieren, oder um welche, die konsolidieren?“ Plane das Unternehmen Fusionen oder Übernahmen bzw. einen Börsengang, böten sich jungen Investment Bankern regelmäßig interessante Herausforderungen. Mache das Unternehmen eine Konsolidierung durch, müssten sich die ehemaligen Investment Banker oft mit der „Execution“ begnügen, was für die Karriere weniger hilfreich sei.

Tamm empfiehlt sich das Zielunternehmen ganz genau anzuschauen. „Die Corporate Seite ist wesentlich heterogener als das Investment Banking“, warnt Tamm. Kandidaten sollten darauf achten, ob das M&A-Team als Stabsstelle direkt am Vorstand aufgehängt sei oder nicht.

Stellt der Wechsel eine Einbahnstraße dar?

Die Entscheidung zum Wechsel will jedoch gut abgewogen werden, denn oftmals handelt es sich um eine Einbahnstraße. „Es gibt auch Leute, die den Weg zurück geschafft haben. Das ist aber klar die Ausnahme“, warnt Tamm. Namentlich die Big 4 würden gerne Leute einstellen, die Erfahrungen von der Unternehmensseite mitbringen. „Der Wechsel zu einem Unternehmen ist aber mit hohem Risiko behaftet.“

Dagegen schätzt Albütz die Rückkehrchancen als gar nicht mal gering ein. Allerdings komme es auf das geschickte Timing an. Oftmals mache es Sinn, zwei oder drei Jahre als Analyst im Investment Banking zu arbeiten, anschließend für zwei, drei Jahre zu einem Unternehmen zu wechseln und dann als Vice President ins Investment Banking zurückzukehren. „So kann ein schöner Karriereweg aussehen“, kommentiert Albütz.

Generell dürfe die Rückkehr nicht zu spät erfolgen. „Wer es später einmal zum Director oder Managing Director im Investment Banking schaffen möchte, muss sich als VP einen eigenen Business Case aufbauen“, erläutert Albütz. „Wer zu spät zurückwechselt, verpasst diese wichtigen Jahre.“


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