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Babypause im Investmentbanking: Wie die Rückkehr gelingt

Babypause

Die Doppelbelastung von Mutterschaft und Karriere stellt gerade im Investment Banking eine besondere Herausforderung dar. Schon die Babypause droht für viele junge Mütter in einem Karriereknick zu münden. Die Website City Parents hat einige Beispiele zusammengestellt. Aus ihren Erfarungen lassen sich wichtige Schlüsse ziehen:

1. Das Problem mit den Kundenkontakten

Wer im Kundenkontakt gearbeitet hat, muss nach der Babypause mit Schwierigkeiten rechnen. So erzählt eine Bankerin, wie sie aus dem Mutterschutz zurückkehrte und mit einem „bedeutenden“ Vertriebsziel konfrontiert wurde. Dies zu erreichen, erwies sich als illusorisch, da zwischenzeitlich ihre Kollegen ihre Schlüsselkunden unter sich aufgeteilt hatten. Außerdem hatte sie vor ihrer Auszeit selbst noch einige wichtige Projekte unter Dach und Fach gebracht. Nach der zweiten Babypause kehrte sie auf eine Stelle zurück, die zunächst mehr aus internen Aufgaben und Kundendienst bestand. Sie musste ihre Marktkenntnisse und ihr Vertriebskanäle erst wieder langsam aufbauen und so mit dem Wohlwollen der Kollegen wieder ein eigenes Kundenportfolio zurückgewinnen.

2. Bleiben Sie im Kontakt

Der Kontaktpflege kommt eine zentrale Bedeutung zu, auch wenn dies teilweise schon aufgrund geographischer Entfernung schwerfällt. Doch damit wird ein kompletter Bruch mit dem Berufsleben vermieden. So berichtet eine Mutter, wie sie telefonisch an Meetings teilnahm und sich sporadisch im Büro blicken ließ. Eine andere erzählt, wie sie kurz vor der Babypause und kurz vor deren Ende ein Meeting mit ihrem Vorgesetzen aufsetzte.

3. Bereiten Sie Ihr Team auf Ihre Abwesenheit vor, aber delegieren Sie nicht alles

Wenn Sie selbst Verantwortung für ein Team tragen, dann sollten Sie rechtzeitig sicherstellen, dass alles während Ihrer Abwesenheit rund läuft. Damit rücken Sie sich auch in ein gutes Licht. „Entscheidend ist die Vorbereitung des Teams gewesen, da es für mich keinen Ersatz gab“, erzählt eine andere Mutter. „Ich verteilte meine Aufgaben, als ich ihnen von meiner Schwangerschaft erzählte, und ich habe sie sechs Monate angelernt.“

Trotz aller Vorbereitung scheint die Bankerin keine Neigung verspürt zu haben, alles aus der Hand zu geben. „Ich sprach einmal die Woche 30 Minuten lang mit meinem Stellvertreter, um ihm zu helfen, während ich weg gewesen bin, und ich blieb beim Geschäft auf dem Laufenden und las auch fast jede E-Mail“, ergänzt sie.

4. Bleiben Sie standhaft

Sobald sie zurückkommen, werden Sie womöglich von den Veränderungen überrascht. „Sie werden feststellen, dass während Ihrer Abwesenheit andere Leute einen Schritt nach oben gemacht haben und es ist nicht klar, wo sie sich wieder einfügen können“, warnt eine andere Mutter. „Scheuen Sie sich nicht Ihre Position zu verteidigen und akzeptieren Sie keine Position nur um keinen Wirbel zu verursachen“, warnt sie. Sie sollten sich auch über Ihre eigenen Erwartungen im Klaren sein.

5. Arbeiten Sie nicht für einen Vorgesetzten, der noch nie mit einer Babypause zurechtkommen musste

Die Unterschiede bei Arbeitsorten und Arbeitgebern spielen auch beim Mutterschutz eine wichtige Rolle. In den USA gehen viele Frauen nur für zwei bis drei Monate in den Mutterschutz. Kein Wunder, dass so mancher US-Manager mit dem Kopf schüttelt, wenn europäische Mitarbeiterinnen eine Babypause von sechs und mehr Monaten beanspruchen. So erzählt eine Bankerin, wie sie nach der Babypause bei einer US-Bank an ihren Arbeitsplatz zurückkehrte ohne jegliche Aussicht auf Boni oder Beförderungen. Dabei stellte es nicht gerade einen Vorteil dar, dass die drei Manager oberhalb von ihr keine Kinder besaßen und nicht einmal versuchten, ihre Situation zu verstehen.

6. Versuchen Sie den gleichen Vorgesetzten zu behalten

Bezeichnenderweise scheint die Mutter mit den schlechtesten Erfahrungen bei Ihrer Rückkehr auf einen neuen Vorgesetzten gestoßen zu sein, was die Sache nicht gerade erleichterte. Leider lässt sich gegen so etwas kaum etwas unternehmen. So berichtet eine Mutter, wie ihre Vorgesetzte ihr zu einer ausgedehnten Babypause riet und anschließend in eine andere Abteilung der Bank wechselte. Später wurde der Geschäftsbereich reorganisiert und ihrer ehemaligen Vorgesetzten der Laufpass gegeben, bevor die Mutter auch nur aus der Babypause zurückgekehrt war. Auch wenn sich so etwas kaum vermeiden lässt, sollten Betroffene doch einen regelmäßigen Kontakt zur Arbeit pflegen.

Die Moral von der Geschichte lautet: Eine Babypause stellt im Investmentbanking keine vollständige Unterbrechung dar, sondern nur eine teilweise Abwesenheit, was ganz eigene Probleme mit sich bringt. So wurde eine Betroffene von anderen jungen Müttern als „zu karriereorientiert“ kritisiert. Mit Kompromissen kann man es eben nicht allen recht machen.

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