☰ Menu eFinancialCareers

Wer es bei Goldman Sachs zum Management Director bringt

Die Karrierewege fallen bei Goldman Sachs keineswegs uniform aus.

Die Karrierewege fallen bei Goldman Sachs keineswegs uniform aus.

Die Analyse der Karrieren der Managing Directors (MDs) von Goldman Sachs fördert so manche Überraschung zutage. So besitzen nur wenige einschlägige Fortbildungen wie den CFA. Andere MDs haben sich vor ihrer Bankingkarriere mit neuralen Prothesen beschäftigt. Hier die interessantesten Ergebnisse unserer kleinen Nachforschung.

1. Knapp 13 Jahre dauert der Aufstieg zum Managing Director

Nach einer zufälligen Stichprobe von 20 Managing Directors von Goldman Sachs scheint es 13 Jahre zu dauern, um es bei der US-Investmentbank vom Berufseinstieg zum MD zu schaffen. Wie nicht anders zu erwarten, fällt die Streuung erheblich aus. Die entsprechenden Daten lassen sich an den unten stehenden Grafiken ablesen. Die frühesten Beförderungen fanden lediglich acht oder neun Jahre nach dem Berufseinstieg statt – namentlich in den Bereichen Fixed Income, Research Oil and Gas, Trading und Principal Investments. Die letzten gingen nach 23 Karrierejahren durchs Ziel.

Es lässt sich jedoch nicht feststellen, dass die Karrieregeschwindigkeit mit den jeweiligen Geschäftsbereichen zusammenhängt. Während es einige MDs in Fixed Income bereits nach acht Jahren geschafft haben, dauerte es bei anderen 11 oder sogar 15 Jahre.

2. Der Durchschnitts-MD verfügt weder über MBA, CFA noch Promotion

Doch welche Qualifikationen ebnen den Weg zum MD bei Goldman Sachs? Auf diese Frage hin haben wir die öffentlichen Daten untersucht. Das Ergebnis fällt erstaunlich aus: Die meisten besitzen weder eine der branchentypischen Fortbildungen noch andere höhere Qualifikationen. Am ehesten scheint noch ein MBA weiterzuhelfen. Auch gibt es einige MDs mit einer Promotion wie z.B. Afsheen Afshar, der in Stanford über neurale Prothesen geforscht hat, bevor er im Datenanalyse-Team von Goldman Sachs anfing.

3. Wer für das Unternehmen Geld verdient, wird befördert

Die gute Nachricht zuerst: Auch in Operations ist es möglich zum MD aufzusteigen. So avancierte Darren Hodges 2007 zum MD. Dennoch fällt es sicherlich leichter den Karriereschritt aus ertragsbringenden Positionen heraus zu schaffen. „Ich persönlich wurde nur aufgrund meiner Erträge befördert“, erzählt ein MD, der anonym bleiben möchte. „Ich teile die Werte der meisten Leute bei Goldman weitgehend nicht und wenn ich nicht bei den Erträgen ganz oben dabei gewesen wäre, wäre ich wohl nie befördert worden.“

4. Auch Kulturträger schaffen es

Doch zumindest theoretisch dreht sich nicht alles um Erträge. Denn offiziell müssen die Führungskräfte die Werte von Goldman Sachs teilen. Laut Roy Smith, der früher Goldman Sachs-Partner gewesen ist, bevor er als Professor zur Stern Business School wechselte, gebe es unter den 34.000 Goldmännern rund 2000 MDs. Nicht alle davon seien Ertragsbringer. „Sie wurden alle aufgrund ihres Beitrags für das Unternehmen ausgewählt. Das umfasst Gewinnbeiträge, aber auch Kundenbeziehungen, die interne Zusammenarbeit und Teamarbeit, Managementaktivitäten oder andere Qualitäten wie Integrität, Loyalität usf.“, sagt Smith. „Sie unterliegen einer ausführlichen 360 Grad-Bewertung und Überprüfungen von Führungskräften, Kollegen und Untergebenen. Die Kunst besteht darin, die besten des jeweiligen Jahrgangs auszuwählen.“

5. Wie Ihr Karriereweg aussehen sollte, wenn Sie sich intern hocharbeiten

Maxim Klimov ist MD und Partner in der Special Situations Group von Goldman Sachs. Sein Werdegang kann als exemplarisch gelten: Klimov schloss 1999 sein Studium an der Uni Cambridge ab und begann in demselben Jahr als Analyst bei Goldman Sachs. Nach drei Jahren nahm er eine zweijährige Auszeit, um seinen MBA an der London Business School zu absolvieren, und kehrte als Associate zurück. Nach drei Jahren wurde er zum Vice President und nach vier weiteren Jahren zum MD befördert.

6. Viele MDs haben ihre Karriere anderswo begonnen

Interessanterweise scheinen viele MDs von Goldman Sachs nach der Jahrtausendwende von anderswo eingestellt worden zu sein. Nachdem die Bank jedoch die Entscheidung gefällt hat, dass es zu viele Führungskräfte gebe, dürfte dieser Weg steiniger geworden sein. Der ehemalige MD, mit dem wir gesprochen haben, erzählt, dass es bei der Bank eine Menge von frustrierten Mitarbeitern auf mittleren Level gebe, die verärgert werden, wenn Ihre Beförderungschancen von Außenseitern zunichte gemacht würden. „Die jungen Talente müssen länger warten. Es dauert länger, bis man befördert wird, und wenn sie es endlich doch werden, dann erhalten Sie weniger Geld als in der Vergangenheit“, klagt er.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier