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Banker doch nicht die Bösen: Finanzkrise kostet weniger als befürchtet

Laut den Volkswirten der Deutschen Bank kostet die Finanzkrise rund um den Globus weniger als erwartet. Demnach fallen die Kosten in Deutschland mit unter 1 Prozent oder weniger als 25 Mrd. Euro eher gering aus. Während die Bankenstabilisierung in den USA knapp 2 Prozent kostet, werden Frankreich und Großbritannien sogar Gewinn machen.

“Überraschenderweise dürfte die Krise damit im historischen Vergleich eine der am wenigsten kostspieligen werden”, heißt es in der Studie. So betrugen die direkten Kosten für die Krisenbewältigung nur die Hälfte des bei früheren Krisen Üblichen. “Zudem waren die nachträglichen Einnahmen des Staates selten so hoch wie in der jüngsten Krise.”

Erkleckliche indirekte Kosten

Allerdings müssen die Volkswirte der Deutschen Bank doch einen Wermutstropfen eingestehen. So liegen die indirekten Kosten der Finanzkrise wesentlich höher: “Auf zwei Gebieten waren ihre Auswirkungen besonders schmerzlich zu spüren: beim Wirtschaftswachstum und, zum Teil damit zusammenhängend, bei den Staatsfinanzen.”

Die Krise hat zur ersten Rezession der Weltwirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg geführt und zu einem “massiven Anstieg der öffentlichen Defizite und Schuldenstände beigetragen”. So ist die Neuverschuldung laut dem Internationalen Währungsfonds in den Industrieländern von 1,2 in 2007 auf 8,9 Prozent in 2009 gewachsen.

“Selbst 2014 dürfte der durchschnittliche Haushaltssaldo in den genannten Ländern noch -4,7 Prozent betragen – viel zu hoch, um angesichts bescheidener Wachstumsaussichten langfristig nachhaltig zu sein”, schreiben die DB-Volkswirte.

Deutsche Staatshilfen weitgehend verloren

Ein schonungsloses Urteil fällen die DB-Experten auch über die Mitbewerber: “Langfristig erscheint es angesichts der strukturell geringen Profitabilität des deutschen Bankensystems höchst unwahrscheinlich, dass die beiden größten Empfänger von SoFFin-Kapital, die Commerzbank (18,2 Mrd. Euro) und die HRE (7,7 Mrd. Euro), die erhaltenen Mittel zurückzahlen werden.”

Die Hilfszahlungen der Bundesländer an ihre Landesbanken in Höhe von insgesamt 18 Mrd. Euro dürften ebenfalls zu einem Großteil verloren sein. Damit fallen die relativen Kosten wesentlich höher aus als etwa in den USA und Großbritannien, wo die Kosten zunächst von den privaten Anteilseignern der Bank getragen wurden. Dort schoss der Staat erst Geld zu, als die Aktienkurse bereits sehr niedrig waren.

Da sich die Landesbanken vollständig im Eigentum der Bundesländer und der Sparkassen befinden, wurde der Steuerzahler auch von Anfang an an den Verlusten beteiligt.

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