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Die ultimative Checkliste zur Vorbereitung eines Vorstellungsgesprächs

Niemand muss sich vor einem Vorstellungsgespräch fürchten.

Niemand muss sich vor einem Vorstellungsgespräch fürchten.

Selbst erfolgreiche Manager mit langjähriger Berufserfahrung sind bei Vorstellungsgesprächen oft blutige Anfänger. Denn regelmäßig liegt das letzte Jobinterview bereits zehn Jahre zurück und die Beteiligung am Einstellungsprozess neuer Mitarbeiter stellt keinen Ersatz für eigene Erfahrungen dar.

Aus diesem Grund haben wir eine Checkliste für Vorstellungsgespräche zusammengestellt. Sämtliche Tipps beruhen auf jahrelangen Recherchen der eFinancialCareers-Redaktion. Zunächst haben wir die Tipps kurz zusammengefasst. Anschließend finden Sie Links zu einschlägigen Artikeln, um das Gelesene zu vertiefen:

1. Der Elevator-Pitch

Einige Aspekte eines Vorstellungsgespräches sind so absehbar wie Steuererhöhungen nach der Wahl. Dazu zählt auf jeden Fall die Aufforderung „Erzählen Sie uns etwas von Ihnen“ zum Auftakt des Gesprächs. Damit ist allerdings nicht gemeint, dass Sie den Lebenslauf herunterbeten, den die Gesprächspartner vor sich haben. Vielmehr geht es darum sich in einem Elevator Pitch selbst zu vermarkten.

Dazu stellt man sich zunächst kurz vor: „Ich bin Thomas Schmidt, promovierter Volkswirkt mit fünf Jahren Berufserfahrung in der Aktienanalyse.“ In einem zweiten Schritt stellt man sein Alleinstellungsmerkmal dar, das idealerweise dem Anforderungsprofil des Arbeitgebers entspricht: „Ich bin auf asiatische Aktien spezialisiert, habe ein Jahr in Japan verbracht und spreche ein wenig Japanisch.“ Im dritten Schritt versucht man den Gesprächspartnern eine Lösung für sein Problem zu bieten: „Ich bringe nicht nur Erfahrung in der Analyse asiatischer Aktien mit, sondern besitze auch umfangreiche Kontakte zu führenden Fondsgesellschaften, die im asiatisch-pazifischen Raum investieren.“

Ausschlaggebend für die Schlagkräftigkeit eines Elevator Pitches ist, dass man sich in die Perspektive des Gegenübers hineinversetzt und ihm erzählt, was ihn interessiert und nicht, was Sie machen wollen. Darüber hinaus sollte ein Elevator Pitch zuhause bzw. vor Freunden und Kollegen eingeübt werden.

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2. Informieren Sie sich über das Unternehmen

Einen der größten Fehler in einem Vorstellungsgespräch besteht in unzureichender Vorbereitung des Kandidaten. Von einem Bewerber wird erwartet, dass er über die Geschäftsentwicklung, die Strategie und die neuesten Nachrichten des Unternehmens im Bilde ist und sich eingehend informiert hat. Im Internetzeitalter gibt es keine Entschuldigung mehr für eine mangelhafte Recherche. Wer sich also bei der Deutschen Bank bewirbt, sollte wissen, wer John Cryan ist und vor welchen strategischen Herausforderungen die Bank steht.

3. Informieren Sie sich über Ihre Gesprächspartner

Um die Gesprächspartner mit perfekten Antworten zu beeindrucken, sollten Bewerber sich vorher möglichst intensiv über ihr Gegenüber zu informieren. Falls Ihnen Namen und Funktion in der Einladung nicht genannt werden, sollten Sie um nähere Informationen bitten, was durchaus legitim ist und sogar für Ihr Interesse an dem Job spricht. Wie sieht der Werdegang der Personen aus? Wo und was haben sie studiert? Gibt es gemeinsame Bekannte? Stammt der Gesprächspartner aus der Personal- oder der Fachabteilung? All dies ermöglicht ihnen das Gespräch selbständig zu steuern und in die gewünschte Richtung zu lenken. Die Menschen sind meist eitel und es missfällt ihnen, wenn ein Kandidat noch nie von ihnen gehört hat. Umgekehrt können Bewerber Sympathiepunkte sammeln, wenn Sie gut über ihre Gesprächspartner Bescheid wissen.

Informationen sind über die Unternehmenswebsite, soziale und berufliche Netzwerke oder über Google schnell recherchiert. Auch sollte man sich in seinem Bekannten- und Kollegenkreis umhören. Oftmals ist die Branchenwelt recht klein und übersichtlich, so dass Sie rasch an Informationen herankommen. Ein Tipp dabei: Achten Sie auch auf die Freizeitaktivitäten der Personen. Wenn jemand z.B. begeisterter Sporttaucher ist und Sie von Ihrem jüngsten Tauchtrip ins Roten Meer erzählen, dann haben Sie schon eine persönliche Beziehung hergestellt.

4. Bereiten Sie sich auf Standardfragen vor

Die Leute sind einfallslos und besonders die Mitarbeiter aus Personalabteilungen haben häufig wenig Sachdienliches zu sagen. Von daher werden regelmäßig die Klassiker bemüht:

Erzählen Sie und drei Ihrer Stärken (oder Schwächen).

Welches war Ihr größter Erfolg?

Welches war Ihr größter Misserfolg und was haben Sie daraus gelernt?

Was würden Kollegen über Sie erzählen?

Wo wollen Sie in fünf Jahren sein?

Wo haben Sie schon einmal Führungskompetenz bewiesen?

Wieso wollen Sie gerade diesen Job haben und bei unserem Unternehmen arbeiten?

Einige dieser Fragen lassen sich kaum sinnvoll beantworten, was Sie natürlich nicht der Herausforderung enthebt, eine möglichst wenig sinnarme Antwort zu geben. Jedenfalls sollten Sie diese Standardfragen vor jedem Vorstellungsgespräch gedanklich durchspielen. Dann dürften Sie kaum in die Falle gehen. Oftmals ist es ratsam sich als Antworten kleine Erfolgsgeschichten zurechtzulegen.

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5. Bereiten Sie sich auf kritische Fragen vor

Wie wir alle wissen, hat jeder eine Leiche im Keller. Kein Wunder also, dass HR-Mitarbeiter und Personalberater gezielt nach Lücken und Auffälligkeiten in einem Lebenslauf suchen und danach fragen. Wenn Sie also irgendwo innerhalb von sechs Monaten gegangen sind, dann liegt der Verdacht nahe, dass Sie die Probezeit nicht überstanden haben.

Zur Beantwortung derartiger Fragen gibt es zwei Tipps: Bleiben Sie bei der Wahrheit. Allerdings kommt es darauf an, wie man die (vielleicht) unangenehme Wahrheit erzählt. So kann man antworten: „Das mit mir und meinem Chef hat nicht wirklich gepasst. Sie haben Verständnis, dass ich hier keine Details nenne; ich möchte nichts Schlechtes über meinen ehemaligen Arbeitgeber sagen. Das wäre auch schlechter Stil. Daraus habe ich gelernt, dass ich beim nächsten Mal ein wenig besser darauf achte, dass es passt.“

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6. Bereiten Sie eigene Fragen vor

So mancher Bewerber verwechselt ein Vorstellungsgespräch mit einem Verhör, wo der Grundsatz gilt: Alles kann gegen mich verwendet werden, also sag ich möglichst wenig. Dagegen stellen die eigenen Fragen, die jeder Bewerber spätestens am Ende des Gesprächs vorbringen darf, eine erstklassige Gelegenheit dar, um eigene Akzente zu setzen und das Gespräch in die gewünschte Richtung zu lenken. Eigene Fragen zum Unternehmen, dem Team und die Stelle zeugen von wahrem Interesse und Engagement. Derartige Fragen lassen sich umso intelligenter stellen, desto besser ein Kandidat recherchiert hat. Schon allein daher ist schwache Vorbereitung unverzeihlich.

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7. Die Logistik muss stimmen

Auch die mangelnde Organisation eines Vorstellungsgesprächs kann zu Stress und Problemen führen. Achten Sie also darauf, dass Sie genügend Zeit mitbringen – auch für den Weg – zum Vorstellungsgespräch. Prüfen Sie, wie Sie zum Gesprächsort gelangen, wo Sie parken, welchen Zug Sie nehmen müssen usf., damit nichts schiefläuft. Bereiten Sie auch Ihre Kleidung vor und bringen Sie sie rechtzeitig in die Reinigung. Drucken Sie den Lebenslauf aus. Auch auf Arbeitgeberseite gibt es immer noch Leute, die Ihre Hausaufgaben nicht machen.

8. Legen Sie sich Ausreden zurecht

Eine der größten Herausforderungen besteht in der Begründung, wieso sie sich zu einem Vorstellungsgespräch davonstehlen – und das womöglich inmitten der Arbeitszeit. Die einfachste Lösung stellt sicherlich ein Urlaubstag dar. Auch ein Termin in den Abendstunden hat sich bewährt. Erst wenn nichts anderes geht, ist eine Notlüge angebracht. Bewährt hat sich dabei die Ausrede einen Zahnarzttermin zu haben. Oftmals genügt nicht nur ein Termin, sondern es werden mehrere erforderlich und meist ist Zahnweh vergleichsweise harmlos. Wer hingegen regelmäßig seine Oma sterben lässt, zieht nur unangebrachte Aufmerksamkeit auf sich.

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