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Spekulationen um Bonuszahlungen bei der Deutschen Bank

Zwei Tage bevor die Deutsche Bank die endgültigen Geschäftszahlen für 2008 vorstellt, überbieten sich die Medien mit reißerischen Meldungen über die Bonuszahlungen.

Dass die Gewinnbeteiligungen im Investmentbanking sinken werden, ist angesichts der globalen Wirtschaftskrise, Bankenpleiten und Massenentlassungen alles, nur eins nicht: eine Überraschung!

Und die Leser von eFinancialCareers wissen bereits seit August 2008, dass die Boni-Töpfe für das abgelaufene Jahr um mindestens ein Drittel im Vergleich zum Rekordjahr 2007 sinken werden. Wohlgemerkt, das war bevor die Pleite von Lehman Brothers die Bankenbranche heimsuchte – und sich die Situation für die Banken, aber erst recht für die Mitarbeiter zugespitzt hat.

Nichtsdestotrotz traf die Meldung des Focus, dass die Boni bei Branchenprimus Deutsche Bank im Durchschnitt um 60 Prozent sinken werden, den Nerv. Am Dienstag zog das Handelsblatt dann mit einer detaillierteren Geschichte in der Printausgabe nach.

“Im Devisen- und Rohstoffhandel ist es auch 2008 relativ gut gelaufen, im Aktiengeschäft dagegen nicht”, zitierte die Zeitung einen Investmentbanker. Auch das klassische Investment-Banking – etwa in der Übernahmeberatung – habe die Flaute noch ganz gut wegstecken können.

Wobei nicht klar ist, ob es sich um einen Deutsch-Banker handelt, oder um einen Konkurrenten, der eins und eins zusammengezählt hat.

Grundsätzlich gilt folgendes: Der Bonus eines Mitarbeiters hängt ab, vom Gewinn der Bank, vom Gewinn des jeweiligen Bereichs und von der individuellen Leistung.

Dass der Bonustopf insgesamt um rund zwei Drittel gesunken sein dürfte, ergibt sich im übrigen aus dem Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr. Die Vergütung des Bereichs “Corporate and Investment Bank” wurde nämlich von Januar bis September 2008 bereits um 38 Prozent gesenkt.

Und angesichts des Milliardenverlustes im vierten Quartal muss man kein Prophet sein, um für diesen Dreimonatszeitraum einen weiteren – noch viel kräftigeren – Rückgang zu prognostizieren. Da diese Summe auch die Fix-Gehälter umfasst, müssen die Boni überproportional gesunken sein.

Unabhängig davon, wie kräftig die Erfolgsprämie bei der Deutschen Bank und anderen Banken werden, könnte das Thema noch die Gerichte beschäftigen. Schließlich haben Führungskräfte unter Umständen selbst dann noch einen Anspruch auf eine Zahlung, wenn sie das Unternehmen – freiwillig oder unfreiwillig – längst verlassen haben. Und von denen mussten im Laufe des vergangenen Jahres zahlreiche ihre Schreibtische in einem Frankfurter Bankturm räumen.

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