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Dress for success: Wie sich Frauen für die Karriere im Banking kleiden

Hohe Absätze sind gut, zu hohe schlecht.

Hohe Absätze sind gut, zu hohe schlecht.

Für Frauen stellt die angemessene Karrierekleidung im Banking keine kleine Herausforderung dar. Wenn man sich am offiziellen Dresscode der UBS orientiert, dann dürfen Damen niemals ihre Zehennägel zeigen, nie zu enge Hemden oder einen farbigen BH unter einem hellen Hemd tragen. Vielmehr sollten Sie sich ähnlich wie eine Stewardess auftakeln.

Offensichtlich reichen diese Vorgaben nicht aus, um die optimale Bürokleidung für Bankerinnen zu bestimmen. Doch glücklicherweise gibt es Abhilfe: Heidy Rehman hat 13 Jahre als Aktienanalystin für die Citigroup gearbeitet, wo sie kurz vor ihrer Beförderung zum Managing Director abmusterte. Mittlerweile bringt sie ihr eigenes „ethisches“ Fashionlabel Rose & Willard heraus, unter dem sie professionelle Kleidung für Frauen anbietet.

Libby Hart unterdessen war früher Vice Presidentin bei der Deutschen Bank und Direktorin bei der Société Générale. Vor einigen Jahren hat sie ihre Banking-Karriere aufgegeben, um Frauen bei der professionellen Kleidung zu beraten. Wir haben mit den beiden Expertinnen gesprochen und ihre besten Tipps zusammengestellt:

1. Kleiden Sie sich nicht wie eine Sekretärin

„Umso höher Sie gelangen, desto wichtiger wird es für Sie, ernst genommen zu werden. Falls Sie aber zu viel Arbeit in Ihr Erscheinen stecken, dann werden Frauen in Front Office-Positionen schnell für Sekretärinnen gehalten“, warnt Rehman. „Sie können jeden Tag ein Designerkleid tragen, wenn Sie aber den Trends aus den Modeläden folgen, schauen Sie rasch billig aus.“

2. Vorsicht vor Modetrends

„Immer den neuesten Trends zu folgen, bedeutet, dass sie ständig billige Sachen kaufen. Doch billige Kleidung sitzt schlecht und wird die meiste Zeit in Ihrem Kleiderschrank hängen“, prophezeit Rehman. „Suchen Sie nach etwas Zeitlosem in hoher Qualität.“

„Auf Qualität zu achten, bedeutet Premiummarken und nicht etwa Luxuswaren zu kaufen. Sie müssen darauf achten, dass die Klamotten wirklich passen, und auf das Material, nicht nur auf das Label. Investieren Sie in etwas Dauerhaftes“, empfiehlt Rehman.

3. Investieren Sie in angemessene Kleidung

Hart betrachtet den Inhalt ihres Kleiderschrankes sogar als „Investitionsgüter“. Mit an die 300 Euro sind die Kleider nicht günstig, was noch lange nicht heißt, dass sie es auch wert sind. Darüber hinaus benötigen Sie einige davon. „Man gerät leicht in die Routine regelmäßig nacheinander zwei oder drei Outfits zu tragen, besonders wenn Sie um 6.45 Uhr mit der Arbeit beginnen“, erläutert Hart. Aber wenn Sie sich wirklich schick machen, dann verleiht dies Ihrem Selbstbewusstsein einen Schub. Traurig aber wahr: In einer maskulinen Umgebung wie dem Banking werden Sie nach Ihrer Kleidung beurteilt.“

4. Die Größe muss stimmen

„Bei der Wahl eines beruflichen Outfits ist Präzision besonders wichtig. Auch dabei dreht sich alles um Qualität und die richtige Größe“, sagt Rehman. „Die meisten Frauen probieren etwas in einem Laden schnell an, halten es für OK, tragen es nachhause und dann nie wieder. Die meisten Frauen tragen nur 20 Prozent ihrer Garderobe.“

5. Seien wir ehrlich: Sie sind keine 22 mehr

Mit Mitte 20 lässt sich die Kleidungsfrage im Banking leicht beantworten. „Sie gehen einfach zu Zara, wo alles klein und ein wenig zu kurz geraten ist, und Sie kommen damit durch“, sagt Hart augenzwinkernd.

Ab Ende 20 wird die Angelegenheit sukzessive schwieriger. Dann müssen Sie die Geschäftskleidung von Zara für etwas Gediegeneres eintauschen. Allerdings wollen Sie auch nicht „altmodisch“ oder „muttihaft“ aussehen und auch nicht ein kleines Vermögen für Klamotten ausgeben. „Ich kenne nur sehr wenige weibliche Führungskräfte, die sich falsch kleiden“, sagt Hart. „Bei den Leuten, die Fehler machen, handelt es sich um Frauen auf mittlerem Karrierelevel, die immer noch Bleistiftröcke und Strickjacken tragen.“

6. Ärmel sind wichtig

Auch wenn Sie daran gewöhnt sind, sich je nach Saison mit Kleidern einzudecken, sollten Sie sich bewusst sein: Dank der Klimaanlagen herrscht in Banken immer die gleiche Jahreszeit. Nur vor der Tür ändert sich das Wetter.

„Im Sommer stellt die Berufsgarderobe eine wahre Herausforderung dar: Im Büro ist es eiskalt und in der U-Bahn heiß“, sagt Hart. Alle ihre Kleider verfügen über Ärmel, um im Mikroklima des Büros zu überleben.

7. Wählen Sie einen hohen Ausschnitt

Über einen tiefen Ausschnitt sollten Sie nicht einmal nachdenken. Ein Top mit V-Kragen mit einer „Anspielung auf einen Ausschnitt“ muss genügen. Viel zu viele Frauen gewähren tiefere Einblicke. „In den Meetings sehen sie eine Menge Männer, die auf die Ausschnitte der Frauen schielen. Wenn Sie eine weibliche Führungskraft sind, dann untergräbt das Ihre Autorität“, warnt Hart.

8. Röcke sollten eine anständige Länge aufweisen

Es gibt keinen Grund im Büro Bein zu zeigen. „Wenn Ihr Rock zu kurz ausfällt, verbringen Sie Ihr gesamtes Leben damit, ihn herunterzuziehen“, warnt Hart. „Sie sollten sich nicht den ganzen Tag Ihren Kopf über Ihre Kleidung zerbrechen. Vielmehr wollen Sie so gut wie irgend möglich aussehen. Es geht darum hervorragend und dabei züchtig auszusehen, das ist der Trick.“

9. Lassen Sie Ihre Bluse für sich selbst sprechen

„Falls Sie unterwegs sind und sich mit Kunden treffen, dann wollen Sie nicht Ihr Jackett den ganzen Tag anbehalten. Daher muss Ihre Bluse für sich selbst sprechen“, betont Rehman. „Sie muss professionell und hochqualitativ aussehen. Sie sollte weder Ärmel noch einen zu tiefen Ausschnitt aufweisen.“

10. Absätze sind Ihre Freunde

„Ich finde Schuhe sehr wichtig“, sagt Hart weiter. „Desto höher sie sind, umso besser. Ein wenig mehr Höhe verleiht Ihnen Würde und eine bessere Haltung.“

Allerdings gibt es Grenzen. Laut Rehman komme es in Banking ganz besonders darauf an, den richtigen Eindruck zu vermitteln. Falls eine Frau auf allzu hohen Highheels herumstoplere könne davon keine Rede sein. Dennoch bevorzugt sie etwas höherer Schuhe gegenüber flachen Tretern. „Bleiben Sie bei hohen Absätzen, aber achten Sie auf eine maßvolle Höhe. Sie müssen einen sicheren Auftritt bewahren“, betont sie. Und vermeiden Sie alles, was einen Blick auf Ihre Zehen gewährt.

11. Weiblichkeit als Trumpf

Die 90er Jahre sind passé. Sie müssen also keinen Hosenanzug tragen. Ahmen Sie bloß nicht Ihre männlichen Kollegen nach. „Sich weiblich zu kleiden, kann tatsächlich Ihre Autorität stärken“, sagt Rehman. „Sowohl im Banking als auch in der Strategieberatung sehen wir bei Frauen einen starken Trend hin zu Smart Casual. Sich professionell zu kleiden, bedeutet nicht, jeden Tag einen Hosenanzug zu tragen.“

 

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