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Schlacht um Nachwuchskräfte zwischen Investmentbanken und Private Equity-Firmen tobt wie nie

Niemand muss sich vor einem Vorstellungsgespräch fürchten.

Niemand muss sich vor einem Vorstellungsgespräch fürchten.

Für alle Nachwuchs-Investmentbanker, die einen Wechsel ins Private Equity-Geschäft anstreben, gibt es eine frohe Botschaft: Angesichts des akuten Junior-Mangels im Investmentbanking – gerade auch in Deutschland – gehen die Private Equity-Gesellschaften bei ihren Einstellungen weniger wählerisch vor.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Wechsel einen Zuckerschlecken darstellt. Private Equity-Firmen wollen auch weiterhin nur „Gewinner“ und die „Elite“ einstellen. Allerdings sind die Ansprüche bei der erforderlichen Berufserfahrung bereits gesunken.

„Die Private Equity-Unternehmen nehmen die Analysten der Investmentbanken immer früher ins Visier“, erzählt Headhunterin Gail McManus von Private Equity Recruitment. „Die Analysten, die im Sommer 2014 angefangen haben, werden bereits angegangen, weil die geeigneten Kandidaten aus dem Jahrgang 2013 erschöpft sind.“

Die gleiche Beobachtung macht auch Headhunterin Brianne Toole von Selby Jennings. „Private Equity-Firmen bringen Analysten dazu, nur sechs Monate, nachdem sie ihre Investmentbanking-Karriere begonnen haben, Jobs anzunehmen, oder 18 Monate bevor der Job überhaupt beginnt. Die Investmentbanken haben darauf mit Gehaltsanhebungen reagiert. Es wird interessant werden, wie sich das in den kommenden Monaten entwickelt.“

Viele glauben, dass der Wechsel auf die Buyside ein Kinderspiel sei. Doch das ist nicht der Fall. Nach unseren eigenen Statistiken kommen auf jede offene Position in Private Equity mit null bis drei Jahren Berufserfahrung 56 Kandidaten. McManus wiederum berichtet, dass auf jede ihrer offenen Stellen rund 300 Bewerbungen eingehen, wovon lediglich 20 die Erstauswahl überstehen.

„Private Equity-Firmen verbreitern ihren Blickwinkel, senken aber nicht ihre Ansprüche. Kürzlich haben sie begonnen auch die M&A-Teams von Investmentbanken in Frankfurt und Paris ins Visier zu nehmen.“ Für London, wohlgemerkt.

Eine Folge davon ist eine Veränderung des Einstellungsprozesses. Wer auch immer sich auf einen Job in Private Equity bewirbt, muss damit rechnen, ein Interviewtermin während der Arbeitswoche zu haben, was für einen Analysten in der Investment Banking Division keine Kleinigkeit darstellt. Im späteren Prozessverlauf werden die Kandidaten auch zu Vorstellungsgesprächen am Wochenende eingeladen.“

„Wir nennen das die Supersamstage“, erzählt McManus augenzwinkernd. „Die größten Probleme bereiten den Investmentbankern die Zeit für die Jobsuche zu finden. Daher gehen die Private Equity-Unternehmen dazu über, geeignete Kandidaten zu Assessment Centern oder Vorstellungsgesprächen am Wochenende einzuladen.“

Doch was müssen Kandidaten heute überhaupt mitbringen, um eine Chance in Private Equity zu bekommen? „Als junger Banker müssen Sie einfach hungrig sein! Sie müssen motiviert sein“, erzählt ein Mitarbeiter einer Private Equity-Gesellschaft aus London. Es stellt einfach eine Tatsache dar, dass Sie über keine oder nur wenig Berufserfahrung verfügen. Daher müssen Sie zeigen, dass Sie etwas erreichen wollen. Sie waren Chef des X-Teams an der Schule, haben das Y-Team an der Uni zum Sieg geführt, Sie haben den Preis Z bekommen, sie haben eine 1 in Ihrer Abschlussarbeit erhalten, Sie gehören zu den besten in Ihrem Analystenjahrgang. Zeigen Sie Motivation.“

Obgleich die Investmentbanken angesichts der Abwerbungen durch die Private Equity-Branche die Gehälter angehoben haben, sind Private Equity-Firmen immer noch bereit bis zu 7000 Euro mehr zu zahlen. „Der Jahrgang 2013 ist derart geschrumpft, dass einzelne Personen ungewöhnliche Gehaltsanhebungen erhalten haben, um sich die Private Equity-Firmen vom Hals zu halten“, sagt McManus.

Ob das genügt, wird die nähere Zukunft zeigen. Während große Investmentbanken die Gehälter ihrer Juniors im vergangenen Jahr um etwa 20 Prozent angehoben haben, waren es in der Private Equity-Branche sogar 26 Prozent.

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