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Das große Ausfegen bei der Credit Suisse: Wer um seinen Job bangen muss

Tidjane Thiam

Der neue CS-Chef Tidjane Thiam

Der neu ernannte Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam greift zum Besen, um bei dem Schweizer Finanzriesen durchzuputzen. Jetzt will „Schweiz am Sonntag“ von einem ungenannten Insider erfahren haben, dass es vor allem die amerikanischen Mitarbeiter trifft. Damit dürfte die Credit Suisse nach der Ära Brady Dougan wieder ein wenig Schweizerischer werden. Die Maßnahme soll offiziell am Dienstag (6. Oktober) vorgestellt werden, falls der Verwaltungsrat die Pläne absegnet.

Das Private Banking in den USA wird verkauft

Laut „Schweiz am Sonntag“ will sich die Bank von ihrem Wealth Management-Geschäft in den Vereinigten Staaten trennen, in dem angeblich Kundenvermögen von 100 Mrd. Franken verwaltet werden. Anders als der Rivale UBS weist die Credit Suisse ihr Amerikageschäft nicht gesondert aus. Die UBS hat jenseits des Atlantiks allerdings massiv mit ihrer Profitabilität zu kämpfen. So lag die Aufwands-Ertrags-Quote des amerikanischen Wealth Managements im ersten Halbjahr bei der UBS bei schlechten 87,7 Prozent. Im Rest der Welt lag dieser Wert bei 60,6 Prozent. Die angebliche Verabschiedung der Credit Suisse aus dem Private Banking spricht dafür, dass auch die Credit Suisse nicht viel erfolgreicher ist. Umgekehrt soll laut „Schweiz am Sonntag“ das Asiengeschäft gestärkt werden.

Fixe Income-Banker in den USA müssen um ihre Jobs fürchten…

Aus dem Geschäft mit festverzinslichen Anlagen will sich die Credit Suisse in den Vereinigten Staaten ebenfalls teilweise zurückziehen. Mit diesem Schritt folgt die Credit Suisse lediglich der UBS, die bereits vor Jahren Handel und Strukturierung festverzinslicher Wertpapiere abgebaut hat. Hintergrund sind die hohen Kapitalanforderungen in dem Geschäftsbereich, der die Eigenkapitalrendite massiv drückt. Von der Deutschen Bank wird aus den gleichen Gründen ebenfalls mit einem Teilausstieg aus dem US-Geschäft mit Anleihen gerechnet.

Während die Private Banker jenseits des Atlantiks die Hoffnung haben, lediglich verkauft zu werden und ihre Jobs zu behalten, dürften viele Fixed Income-Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Da viele Banken ihr Fixed Income-Geschäft in den USA einstampfen, sieht es für ihre berufliche Zukunft düster aus.

… gleiches gilt für die Beschäftigten aus der Prime Brockerage

Weiter will sich die Credit Suisse von der Prime Brockerage verabschieden. Dabei handelt es sich um Trading-Dienstleistungen für Großkunden wie Hedgefonds. Ähnlich wie Fixed Income verlangt dieses Geschäft eine hohe Eigenkapitalausstattung – offenbar zu viel für Thiam.

Robert Shafir und David Mathers sollen Jobs verlieren

Die Entamerikanisierung der Credit Suisse nach der Ära Dougan macht auch vor dem Vorstand nicht halt. So soll laut „Schweiz am Sonntag“ der Chef von Credit Suisse Americas und Doughan-Vertraute Robert Shafir seinen Hut nehmen.

Überraschender indes ist, dass auch Finanzchef David Mathers gehen soll und durch den bisherigen Investment Banking-Chef Gaël de Boissard ersetzt wird.


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