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Networking in Lederhosen: Wie Sie das Oktoberfest für Geschäft und Karriere nutzen

Niemals am Henkel anfassen: So sieht der gekonnte Haltegriff für die Maß aus.

Niemals am Henkel anfassen: So sieht der gekonnte Haltegriff für die Maß aus.

„O’zapft ist“, heißt es wieder ab Samstag (19. September). Dann werden schätzungsweise 6,5 Mio. Menschen das Oktoberfest fluten. Das größte Zelt – Hofbräu – zählt allein 10.000 Sitzplätze und es gibt 15 weitere Großzelte. Doch die Wiesn stellt nicht nur das ultimative Gaudi dar, sondern wohl auch das größte Networking-Event, das Europas größte Volkswirtschaft zu bieten hat. Nicht nur die ortsansässigen Finanzkonzerne mieten dort Tische, auch aus Frankfurt reisen ganze Sales-Teams der Banken an, um ihre Kunden und Geschäftspartner zu treffen, berichtet Headhunter Manuel Rehwald von Rehwald Associates in München.

Doch wie sollte man sich verhalten, wenn man nach München eingeladen wurde? Wir haben einen kleinen Oktoberfest-Knigge zusammengestellt, damit die Festlichkeit auch für jeden „Saupreißen“ zum Erfolg wird.

Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig trinken

Beim Alkoholkonsum kommt es auf den goldenen Mittelweg an. Wer abstinent bleibt, stellt sich abseits, und wer zu tief in die Maß schaut, fällt womöglich ebenfalls negativ auf. Beim Maß-vollen Trinken überwiegen jedoch die Vorteile. „Man trinkt ein, zwei Maß und unterhält sich über private und geschäftliche Themen“, erzählt Personalberater Raphael Rosenfeld von Argos Advisors in München. „Es geht nicht um die Anbahnung von Neugeschäft. Man lädt Leute ein, mit denen man ohnehin Geschäfte macht. Zu fortgeschrittener Stunde ist man dann schnell beim Du, dann fällt später auch die Zusammenarbeit auf geschäftlicher Ebene leichter.“

Nicht auf den Tischen tanzen

„Ich habe beim Oktoberfest schon vieles gesehen“, erzählt Rehwald. Der Headhunter rät davon ab, es den Tischnachbarn gleich zu tun und zu vorgerückter Stunde samt Maßkrug auf dem Tisch zu tanzen. „Die Branche ist recht klein. Man muss immer im Hinterkopf behalten, dass man dort auf viele Bekannte und auch potenzielle Kunden trifft.“

Achten Sie auf die Zelte und Sitzplätze

Rosenfeld geht schon die Wahl des richtigen Festzeltes strategisch an. „In einigen gibt es keine Musik, da geht man dann eher zum Essen hin“, erzählt Rosenfeld. Manche Zelte seien schicker als andere. Oft bevorzugt Rosenfeld Tische auf Emporen, wo es etwas ruhiger zugehe und geschäftliche Gespräche leichter fielen.

Ohne Lederhose fällt man auf

Ein alter Bankerwitz lautet: Welche Farbe hat der hellste Anzug eines Bankers? Schwarz. Und welche Farbe hat das dunkelste Hemd eines Bankers? Weiß. Dagegen ist Geschäftskleidung auf dem Oktoberfest verpönt, versichert Rehwald. Die meisten Banker würden heute in Lederhosen oder Dirndl erscheinen. „Das hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Mittlerweile tragen etwa 90 Prozent der Finanzprofis auf dem Oktoberfest Tracht. Auch die Frankfurter hätten meist Lederhosen oder Dirndl im Schrank“, erzählt Rehwald. Doch auch Jeans und Hemd seien vollkommen in Ordnung.

Rosenheim betreibt mit seinem Herbstfest eine Miniaturausgabe des Oktoberfestes, auf dem aber ganz ähnliche Regeln gelten. „Einige holen zum Oktoberfest ihre sündhaft teuren Trachten aus dem Schrank. Da kann es schon vorkommen, dass ein Eingeborener stolz seinen Gamsbart im Wert von vielen hundert und seine Lederhose von über 1000 Euro durch das Festzelt trägt“, sagt ein Finanzprofi, der einige Jahre in Oberbayern gelebt hat. „Wer dazu gehören will, kommt oft um die Krachledernde nicht herum. Normalerweise tut es aber auch die Lederhose aus dem Discounter.“

Vorsicht vor dem Maskenball-Effekt

Allerdings ist Vorsicht geboten: Man kann nie sicher sein, wer am Nachbartisch sitzt. „Derartige Veranstaltungen haben immer auch etwas von einem Maskenball an sich. Die Leute kleiden sich nicht nachdem, was sie tatsächlich sind, sondern was sie sein möchten“, warnt Karrierecoach Gunnar Belden von der Maturias Personalberatung in Frankfurt. „Man kann also neben dem CEO eines Konzerns sitzen, der sich volkstümlich geben will, oder auch neben einem kleinen Mann, der einen auf dicke Hose macht.“


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