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Wieso die IKB-Mitarbeiter mit einem blauen Auge davongekommen sind

Als wenn es davon nicht schon genug gäbe. Seit Mittwoch (13. Oktober) wird mit der IKB eine weitere deutsche Bank feilgeboten. Schon zuvor standen BHF, WestLB offiziell zum Verkauf bereit – ohne dass sich bisher lange Schlangen von Kaufinteressenten gebildet hätten.

Unter dem Titel “Unsere Arbeit ist erledigt” pries Finanzinvestor Lone Star das Düsseldorfer Institut im Handelsblatt an. “Die Bank ist heute besenrein. Die Bilanz wurde deutlich um Altlasten reduziert: Toxische Papiere wurden verkauft, Risikoaktiva abgebaut”, ergänzte Lone Star Europa-Chef Bruno Scherrer.

Die IKB war in 2007 als erste deutsche Bank im Strudel der Finanzkrise versunken und musste mit Milliardensummen des Steuerzahlers vor der Pleite bewahrt werden. Anschließend oblag Lone Star das Großreinemachen in der Mittelstandsbank, um die Metapher Scherrers aufzugreifen. Doch wie haben die Mitarbeiter das Durchfegen überstanden?


Quelle: IKB

Nach einem Vergleich der Jahresabschlüsse sind die Beschäftigten erstaunlich gut weggekommen, wobei das Geschäftsjahr bei der IKB im März endet. So verringerte sich die Mitarbeiterzahl seit dem Krisengeschäftsjahr 2007/08 gerade einmal um 12,9 Prozent auf 1613 Beschäftige, was angesichts der de facto Pleite beachtlich ist.

Auch der Personalaufwand kann sich für eine Skandalbank sehen lassen. So haben sich die Kosten für Gehälter, Lohnnebenkosten etc. in den beiden Jahren seit dem Beinahezusammenbruch gerade einmal um 13,9 Prozent auf 164,2 Mio. Euro verringert. Und auch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2010/11 sank der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um 4,8 Prozent auf 36,8 Mio. Euro. Damit liegt der Aufwand bereits wieder oberhalb des Niveaus von 2005/06.

Auch die Portemonnaies der verbleibenden Mitarbeiter scheinen schließlich vollständig verschont von den Auswirkungen der Krise geblieben zu sein. Der durchschnittliche Personalaufwand pro Kopf liegt seit über drei Jahren bei rund 102.000 Euro und damit im Vergleich zu vielen anderen – gesunden – Instituten im oberen Bereich.

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