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Sechs Grafiken, die alles über den Zustand des Schweizer Wealth Managements sagen

Schlechte Aussichten

Schlechte Aussichten

Das Schweizer Wealth Management hat auch schon bessere Tage gesehen. Nach einer neuen Studie von KPMG und der Uni St. Gallen hat die Zahl der Privatbanken in den vergangenen zehn Jahren von 181 auf 130 abgenommen und die Konsolidierung ist noch lange nicht vorbei. Der Co-Autor der Studie Christian Hintermann von KPMG rechnet mit einem Ausscheiden von wenigstens 30 weiteren Banken. Die Konsolidierung werde sich noch beschleunigen.

Nach der Studie drücken die höheren Kosten infolge der verstärkten Regulierung, der starke Franken und die sinkenden Kommissionen auf die Eigenkapitalrendite. Von 2007 bis 2015 stürzte diese von 13,1 Prozent auf 3,5 Prozent ab. Nur 20 Prozent der untersuchten Privatbanken würde eine akzeptable Rendite von über 8 Prozent erzielen. Ein Viertel der Banken würde sogar rote Zahlen schreiben. „Die Kluft zwischen den Banken nimmt weiter zu“, warnte Hintermann.

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Bedrohlich entwickeln sich auch die Erträge für jeden pro Mitarbeiter. Generierte ein Vollzeitbeschäftigter in 2007 noch durchschnittlich rund 588.500 Franken, so waren es in 2015 keine 419.000 Franken. Das entspricht einem Minus von rund 169.500 Franken – pro Kopf, wohlgemerkt.

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Allerdings fällt dieser Wert von Privatbank zu Privatbank recht unterschiedlich aus. Um es dauerhaft zu schaffen, sind laut der Studie Prokopf-Erträge von deutlich über 400.000 Franken erforderlich. Hierbei spielt offensichtlich auch die Größe der Bank eine Rolle. Während die kleineren Privatbanken keine 385.000 Franken erzielten, waren es bei den großen im Schnitt über 482.000 Franken. Besonders schlecht schneiden übrigens die Tessiner Banken ab.

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Das Kostenproblem der Branche kommt am deutlichsten in der Aufwands-Ertrags-Quote zum Ausdruck. In 2007 lag diese noch durchschnittlich bei 60,8 Prozent. Die Banken mussten für jeden Franken Ertrag also keine 61 Rappen auf den Tisch legen. In den vergangenen fünf Jahren oszillierte dieser Wert jedoch zwischen 80 und 83 Prozent.

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Da das Personal traditionell im Banking den größten Kostenfaktor darstellt, verwundert es kaum, dass die personaleffizientesten Banken die größten Überlebenschancen besitzen. Während für ein Kundenvermögen von 1 Mrd. Euro in 2007 nur 19,2 Mitarbeiterstellen erforderlich waren, sind es im vergangenen Jahr 23,1 gewesen.

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Auch hier zeigt sich in der Branche eine beträchtliche Spreizung: Die besten Banken (Strong performer) benötigten lediglich 14,9 Stellen, die schwächsten (Continuing decline) 26,3. Aufgrund der Skaleneffekte haben die größeren Banken wie Julius Bär, Pictet oder Lombard Odier bessere Überlebenschancen. Die größeren Banken benötigten im Schnitt nur 17,4 Stellen und die kleineren 26,1 Stellen.

Sämtliche Grafiken: KPMG

Sämtliche Grafiken: KPMG

Nach der Studie müssten die schwächeren Banken entweder zügig ihr Geschäftsmodell überarbeiten oder aus dem Markt ausscheiden. „Um die notwendigen Änderungen umzusetzen haben sie allerdings nicht mehr viel Zeit“, warnte Hintermann.


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