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Spotcap-Gründer Triebel: Wieso ich meine Investment Banking-Karriere für ein Berliner Fintech-Startup aufgegeben habe

Fintech_Berlin

Entwickelt sich Berlin zum Mekka der deutschen Fintech-Szene?

Toby Triebel denkt, dass er ein Händchen dafür hat, eine Gelegenheit zum rechten Zeitpunkt zu ergreifen. Nachdem er in den Boomjahren vor der Finanzkrise seine Karriere in M&A bei Goldman Sachs begonnen hatte, wechselte er  pünktlich zum Ausbruch der Krise in einen Debt Restructruring-Job.

„Es handelte sich um einen zufälligen Wechsel, weil ich an dem Bereich interessiert war. Es stellte sich heraus, dass es sich um eines der Teams mit der besten Performance bei Goldman Sachs handelte. Gerade in dieser Zeit begann die Bank andernorts Jobs abzubauen“, erzählt Triebel.

Die meisten seiner Karriereschritte hat Triebel nicht aus Ehrgeiz, sondern auch „intellektueller Neugier“ gewagt. So hat er bei der Beratungsboutique Alix Partners angefangen, als diese ihr Restrukturierungsgeschäft in 2009 aufbaute. Anschließend zog es ihn zum Credit Desk von Finisterre Capital, weil ihn einfach die Schwellenländer interessierten.

„Meine Frau ist Iranerin und ich bin viel gereist. Daher war ich schon immer von Schwellenländern fasziniert“, erzählt Triebel. „Besonders bei Goldman Sachs wurde ich in die deutsche Schublade gesteckt und ich musste mich verändern.“

Im vergangen Jahr hat Triebel schließlich die Finanzdienstleistungen verlassen, um sein eigenes Fintech-Startup „Spotcap“ in Berlin zu gründen. Dabei handelt es sich um eine Online-Plattform, die Kredite in Höhe von bis zu 100.000 Euro an Kleinunternehmen vergibt. Damit gehört jetzt auch Triebel zur wachsenden Zahl der Ex-Banker, die ihr eigenes Fintech-Unternehmen aufzuziehen versuchen. Damit will er eine Lücke schließen, die die Finanzkrise gerissen hat. Kleinen Unternehmen falle es immer schwerer, auf traditionellem Wege an Kredite zu gelangen. Darin sieht Triebel seine Chance.

„Ich bin eine Kämpfernatur, daher hat mich auch das Unternehmertum gereizt“, sagt Triebel. „Ich will nicht sagen, dass mein Job langweilig gewesen ist. Aber mir Tag für Tag neue Trading-Ideen auszudenken, hat mich nicht auf die gleiche Weise in der Nacht beschäftigt wie das heute bei Spotcap der Fall ist.“

Dennoch handelt es sich um ein Risiko. Triebel hat seinen hochbezahlten Job in London aufgegeben und ist nach Deutschland zurückgekehrt, um sich an der aufkeimenden IT-Szene in Berlin zu beteiligen. Obgleich die Personalkosten in Berlin deutlich niedriger als in London – oder Frankfurt – ausfallen, stellte es für Triebel die größte Herausforderung dar, das passende Personal zu finden.

„Sie haben im Sinne von Gehalt und Jobsicherheit wenig anzubieten. Also müssen Sie die Leute mit Ihrer Vision und Idee überzeugen“, erzählt Triebel weiter. Dabei stelle es einen Vorteil dar, dass Spotcap vom E-Commerce-Unternehmen Rocket Internet unterstützt wird und von Risikokapitalgebern im vergangenen Oktober 13 Mio. Euro erhalten hat.

Heute beschäftigt Spotcap in Berlin, Amsterdam, Madrid und Sydney 65 Angestellte und Triebel versichert, dass man auch weiterhin die „richtigen Leute“ einstelle. Derzeit würden vor allem Stellen in den Bereichen Sales und IT geschaffen.

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