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Sind die Deutschen nach dem CFA süchtig?

Es handelt sich lediglich um drei Buchstaben, doch für viele Beschäftigte in der deutschen Finanzindustrie stellt der CFA einen entscheidenden Karriereschritt dar. Denn der Chartered Financial Analyst ist einer der international renommiertesten und verbreitetsten Qualifikationsstandards in der Finanzindustrie. So zählt das CFA Institute rund um den Globus immerhin 100.000 Mitglieder.

Der deutsche Ableger feiert jetzt sein 10jähriges Bestehen und kann dabei auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken. Denn die German CFA Society startete in 2000 mit gerade einmal 58 Mitgliedern, was sich bis 2010 mit knapp 1400 Mitgliedern verzwanzigfachte. Dabei gibt es hierzulande 1555 CFA-Holder, was die drittgrößte Zahl in Europa nach Großbritannien mit 6484 und der Schweiz mit 2071 ist.

Quelle: German CFA Society

CFA entwickelt sich immer mehr zu Branchenstandard

Laut dem Geschäftsführer der German CFA Society Jan Altmann entwickelt sich der CFA auch in Deutschland immer mehr zum Branchenstandard, der somit ein Karriereturbo für Analysten, Risikomanager, Asset Manager und Berater darstellt. “In den USA können Sie kaum noch Fondsmanager werden, ohne einen CFA. Das ist die Standardqualifikation für viele Kapitalmarktfunktionen”, sagt Altmann.

In dem Programm wird Wissen über Wertpapieranalyse, Bilanzierung, Corporate Finance, Portfolio Management, Alternative Investments und ethische Standards vermittelt.

Doch der Weg zu dem begehrten Dokument ist beschwerlich. So ist der CFA in drei Stufen untergliedert, an deren Ende jeweils eine zentrale Prüfung steht. Für jede Stufe veranschlagt Altmann einen Lernaufwand von 300 bis 400 Stunden, womit ein Kandidat zwischen 900 und 1200 Stunden über dem Lernstoff von insgesamt 17.000 Seiten brüten muss.

“Diese Qualifikation ist mit einem enormen Aufwand verbunden”, ergänzt Altmann. Das erfordert eine genaue Lebensplanung und viel Disziplin. Dagegen hält sich der Finanzaufwand in Grenzen. Die Prüfungsgebühren plus die Kosten für die – freiwilligen – Vorbereitungskurse beziffert Altmann auf wenige Tausend Euro, womit ein CFA deutlich günstiger ausfalle als viele MBA-Programme. “Allerdings müssen Sie alles selber lernen”, ergänzt Altmann.

Nur ein Drittel der Kandidaten übersteht die erste Prüfung

Auch die Prüfungsergebnisse aus dem Dezember 2009 zeigen, dass ein CFA kein Zuckerschlecken ist. Von den weltweit 44.000 Kandidaten, die im Dezember 2009 eine Prüfung der Stufe 1 ablegten, haben lediglich etwa 15.000 oder 34 Prozent bestanden. Mittlerweile nehmen auch in Deutschland regelmäßig zwischen 1000 und 2000 Kandidaten an den Prüfungen Teil mit einer ähnlich hohen Durchfallquote.

Somit ist der CFA nur etwas für besonders Ehrgeizige, warnt Altmann: “Wenn man nicht den festen Willen hat, in dem Bereich zu arbeiten, dann macht der CFA keinen Sinn.”

Quelle: German CFA Society

Kommentare (5)

Comments
  1. Ob eine Qualifikation mehr wirklich so viel bringt?

    Die hohe Anzahl der Teilnehmer verwässert den Wert doch enorm.

  2. Der CFA ist eher auf US Rechnungslegung ausgelegt, bringt also in Europa wenig. Er ist mehr Marketing Tool für Präsentationen, in denen Unternehmen damit werben, wie viele Mitarbeiter den CFA absolviert haben. Für Europa wesentlich besser geeignet scheint der CIIA.

  3. Da die IFRS allerdings mittlerweile bei allen kapitalmarktnahen Unternehmen Standard sind, muss dieses Wissen auch vermittelt werden.

  4. Die Rechnungslegung macht nur einen kleinen Teil der Prüfung aus, und hier werden eher allgemeine Themen angesprochen. DCF und die analytischen Verfahren sollten globale Bedeutung haben.

  5. Das CFA-Programm ist mittlerweile keinesfalls mehr nur auf US-GAAP ausgelegt. Mittlerweile wird IFRS mindestens die selbe Beachtung geschenkt.

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