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Sieben deutsche Banker, die es international geschafft haben

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Einige Jahre im Ausland gearbeitet zu haben, stellt ein wichtiges Plus im Lebenslauf dar. Allerdings sind die Zeiten passé, als Banken Mitarbeiter aus Deutschland für einige Zeit ins Ausland schickten – das ist schlicht zu teuer. Wie gelangen also die Leute zu einem Job in New York, Hongkong oder London? Wir stellen die Lebenswege von zehn deutschen Bankern vor, die es geschafft haben. Die Reihenfolge stellt übrigens kein Ranking dar.

1. Carsten Kengeter, Deutsche Börse-Chef

Die Anfänge von Carsten Kengeter waren eher bescheiden. 1991 erwarb er seinen Diplom-Betriebswirt an der Hochschule Reutlingen und einen Bachelor der wenig bekannten University Middlesex in England. Darauf sattelte er allerdings nur ein Jahr später einen Master in Finance der renommierten London School of Economics auf.

Seinen Berufseinstieg gelang im Trading mit Kreditderivaten bei Barclays in Frankfurt. 1997 wechselte er zu Goldman Sachs, wo es ihn bis nach Hongkong verschlug. Dort avancierte er zum Partner und Co-Head Securities Division Asien (außer Japan) und Co-Head des europäischen Geschäfts mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC).

Unter dem damaligen UBS-Chef Oswald Grübel anvancierte Kengeter zum Chef des Investment Bankings. Da Kengeters Spezialität ausgerechnet die seit der Krise verpönten Kreditderivate waren, war seine Berufung nicht unumstritten. Nach einem Zwischenspiel als Gastprofessor an der London Business School hat Kengeter im Juni von Reto Francioni den Chefsessel bei der Deutschen Börse übernommen.

2. Ulrich Körner, President Global Asset Management der UBS

Die Schweiz stellt ein klassisches Ziel für deutsche Manager dar. Doch Ulrich Körner hat es schon früh in das Nachbarland gezogen. Nach dem deutschen Abi hat er noch am Lyzeum Alpinum Zuoz bei St. Moritz die Schweizer Matura erworben. Seither ist er der Schweiz treu geblieben und hat sogar neben der deutschen die Schweizer Staatsangehörigkeit erworben.

So schloss Körner sein Studium der BWL an Uni St. Gallen in 1993 mit der Promotion ab – das Vertiefungsfach hieß natürlich Bankwirtschaft. Nach einigen Jahren als Wirtschaftsprüfer bei PwC in Zürich wechselte er zu McKinsey ebenfalls in Zürich. Erst 1998 ging Körner in die Bankenbranche und zwar als Chief Financial Officer der Credit Suisse Schweiz. Dort stieg er bis in die Geschäftsleitung auf und amtierte sogar als CEO von Credit Suisse Schweiz. 2009 zog er auf die andere Seite des Zürcher Paradeplatzes um und arbeitete als Chief Operating Officer bei der UBS. Seit 2014 ist er dort Chef des Global Asset Management.

Körner ist ein Beispiel dafür, wie man gleich nach dem Abitur ins Ausland geht und dort konsequent eine Karriere aufbaut. Darüber hinaus zeigt die Karriere Körners, wie man auch über den Einstieg bei den Big 4 und der Strategieberatung im Banking bis ganz nach oben kommen kann.

3. Axel Weber, Verwaltungsratspräsident der UBS

Der bekannteste deutsche Banker im Ausland ist zweifelsohne der UBS-President Axel Weber, was in Deutschland etwa einem Aufsichtsratsvorsitzendem entspricht. Dennoch ist sein Weg an die Spitze der größten Schweizer Bank eher ungewöhnlich. Denn Weber hatte zuvor nie wirklich bei einer Geschäftsbank gearbeitet. Vielmehr verfolgte er eine lupenreine Unikarriere.

Nach seinem VWL-Studium an der Uni Konstanz arbeitete er am Lehrstuhl „Geld und Währung“ der Gesamthochschule Siegen, wo er auch promovierte. Auslandsaufenthalte führten ihn an das Queen Mary College in London und an die Uni Tilburg in Belgien. Anschließend habilitierte sich Weber und wechselte auf den Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie in Bonn. Später ging er erst an die Uni Frankfurt und dann nach Köln. 2004 wurde der Professor schließlich vom damaligen Bundesfinanzminister Hans Eichel zum Präsidenten der Bundesbank ernannt.

2010 wurde der Experte für Geldpolitik bereits als Nachfolger von Jean-Claude Trichet an der Spitze der Europäischen Zentralbank gehandelt. Umso überraschender kam 2011 Webers Absage und der spätere Wechsel zur UBS als deren Verwaltungsratspräsident. Finanziell hat sich die Entscheidung jedenfalls ausgezahlt. Weber kassierte einen Antrittsbonus von über 4 Mio. Franken.

4. Klaus Fröhlich, Head of Capital Markets Morgan Stanley

Fröhlich hat das Bankgeschäft in einer Lehre bei der Deutschen Bank von der Pike auf gelernt und seinen Zivildienst in einem Waisenhaus in Honduras absolviert. Sein Studium führte ihn an die London School of Economics. Nach einem Praktikum in Equity Capital Markets (ECM) gelang ihm 1997 im gleichen Geschäft der Einstieg bei der BNP Paribas in London. Seit 2000 arbeitete er in ECM bei Morgan Stanley in London, wo er 2009 zum Head of Capital Markets für Deutschland, Österreich und die Schweiz aufstieg.

Von 2009 bis 2014 wurde Fröhlich von seinem Arbeitgeber nach Dubai geschickt, wo er es bis zum Head of Investment Banking für den Mittleren Osten und Afrika brachte. Seit 2014 ist er Head of Capital Markets in Frankfurt. Fröhlich gehört zur überschaubaren Zahl von Deutschen, denen auch außerhalb Europas die Karriere gelang.

5. Sascha Petrusev, Head of Liquidity Product Management Americas bei der Deutschen Bank

Petrusev ist ein Beispiel dafür, dass immer noch ein Wechsel von Frankfurt nach New York – und das bei dem gleichen Arbeitgeber – möglich ist. Nach seinem Studium an der Fachhochschule Frankfurt hat er 1998 im Inhouse Consulting der Deutschen Bank in Frankfurt angefangen, von wo er ins Controlling wechselte. Seit 2006 arbeitet Petrusev für den deutschen Branchenprimus im Big Apple, wo er im Liquiditätsmanagement bis zum Head of Liquidity Management Americas aufstieg.

6. Dirk Albersmeier, M&A-Co-Chef EMEA bei JP Morgan

Wer es auf eine Führungsposition einer der renommierten US-Investmentbanken schaffen möchte, kommt meist um den Besuch einer Spitzenhochschule nicht herum. Die Karriere von Dirk Albersmeier beweist, dass man auch mit dem Abschluss einer Fachhochschule in der Branche Karriere machen kann. Denn Albersmeier hat sein BWL-Diplom an der ESB in Reutlingen erworben. Auch gegenüber der Financial Times zeigte sich Albersmeier bodenständig. Er sei auf einem Bauernhof im Nirgendwo aufgewachsen. „Als Bauer geht es darum, die Ärmel hochzukrempeln und Dinge erledigt zu bekommen. Dadurch werden Sie sehr pragmatisch“, sagte Albersmeier.

Der Erfolg stellte sich jedenfalls ein. Nachdem Albersmeier als Analyst bei Kleinwort Benson und Associate bei Salomon Brothers das Investment Banking gelernt hatte, wechselte er 2005 zu JP Morgan, wo er zum Managing Director des M&A-Geschäfts in Deutschland und Österreich avancierte. Seit Jahresbeginn verantwortet der 45jährige gemeinsam mit dem Briten David Lomer das M&A-Geschäft in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika.

7. Timo Bauschke, Managing Director bei Perella Weinberg

Bauschke hat 2001 die European Business School in Oestrich-Winkel absolviert, die von Banken oft als Kaderschmiede für das deutsche M&A-Geschäft betrachtet wird. Immerhin 11 Jahre verbrachte er im Natural Resources / European Chemicals Team der Deutschen Bank, wo er es bis zum Director in London brachte. 2013 wechselte er zur Investment Banking Boutique Perella Weinberg an der Themse, wo er Anfang 2014 zum Managing Director befördert wurde. Oftmals haben Investmentbanker damit zu kämpfen, vom Vice President oder Director zum Managing Director befördert zu werden. Der Wechsel von einer Großbank zu einer Boutique kann in einer solchen Situation Sinn machen. Ob diese Überlegung bei Bauschke eine Rolle spielte, muss jedoch offen bleiben.


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