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Wie sicher ist Ihr Job in den Finanzdienstleistungen?

Nicht alles, was sicher sein sollte, ist es auch.

Nicht alles, was sicher sein sollte, ist es auch.

Nach einem gelungenen Jahresauftakt befindet sich die Bankenbranche jetzt in einer Zeit des Übergangs. Sämtliche Institute arbeiten an ihrer Effizienz und Strategie. Doch was bedeutet dies für die Mitarbeiter und die Jobsicherheit? Auf der Basis der Quartalsergebnisse haben wir untersucht, wo die Jobs sicher sind und wo nicht.

1. Ihr Job ist vergleichsweise unsicher, wenn Sie für eine europäische Bank arbeiten…

Bei den Kosteneinsparungen sind die europäischen Banken ganz vorn mit dabei. Barclays, BNP Paribas, Commerzbank, Deutsche Bank, Hypo Vereinsbank und die Royal Bank of Scotland – sie alle bauen Personal ab. Die Losung lautet: Effizienz, was natürlich nichts anderes als Kosteneinsparungen bedeutet. Bei der Deutschen Bank hat z.B. der neue Co-Chef John Cryan die Aufwands-Ertrags-Quote von 85 Prozent als „inakzeptabel“ bezeichnet.

Dagegen zählte UBS-Chef Sergio Ermotti in der laufenden Quartalssaison zu den wenigen Bank-Vorständen, die das Wort „Neueinstellungen“ in den Mund genommen haben. Laut Ermotti werde die UBS „auch weiterhin investieren, um die richtigen Leute für die Bank zu gewinnen.“ Aber selbst die UBS will ihre Kostenbasis um über 1 Mrd. Franken verringern. „Da sich unsere Wettbewerber neu positionieren und sich auf die Stärkung ihres Eigenkapitals konzentrieren, befinden wir uns in einem Umfeld, in dem der Kampf um die Kosten eine zentrale Rolle spielt“, meint Ermotti.

2. … und sicher, wenn Sie für eine US-Bank arbeiten

Auch die US-Banken drücken auf die Kostenbremse, indem sie beispielsweise Middle und Back Office Jobs an günstigere Standorte wie Salt Lake City oder gleich nach Mumbai verlagern. Dennoch spielt das Thema eine geringere Rolle als auf dem alten Kontinent. Cryan sprach im Analysten-Gespräch beispielsweise viermal von „Effizienz“; der ebenfalls neue Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam tat es sogar fünfmal. Dagegen vermied Goldman Sachs-Finanzchef Harvey Schwartz das Thema. Allerdings will JP Morgan bis 2017 im Corporate & Investment Banking 2,7 Mrd. Dollar einsparen.

3. Ihr Job ist sicher, wenn Sie in der Strategie-Abteilung arbeiten

Einige der heißesten Chancen bieten derzeit Abteilungen, die sich mit den Strategien der Banken beschäftigen. Bevor Barclays-Chairman John McFarlane einen neuen CEO einstellt, heuert er erst einmal jemand für die Strategie ein. In der Vergangenheit konnten viele europäische Banken sich alle Optionen offenhalten und auch an Geschäftsbereichen festhalten, die nicht so gut liefen. In Zeiten, in denen das Festhalten an einigen unergiebigen Bereichen das Eigenkapital zu sehr belastet, handelt es sich um einen Luxus. Derzeit konzentrieren sich die Banken auf Bereiche mit guter Eigenkapitalrendite.

Deutsche Bank, Barclays, Credit Suisse und BNP Paribas – alle überarbeiten ihre Strategien. Beim deutschen Branchenriesen kündigte Cryan in einem Memo an die Mitarbeiter vorsorglich schon einmal harte Einschnitte an. Etwas vorsichtiger, aber in der Sache ähnlich, äußerte sich Thiam von der Credit Suisse.

4. Ihr Job ist vielleicht sicher, wenn Sie mit Global Macro-Produkten arbeiten

Die meisten Banken haben im Geschäft mit Macro-Produkten wie Devisen oder Zinsen ein gutes Quartal hinter sich. Barclays Finanzchef Tushar Morzaria erwähnte beispielsweise, dass das Macro-Geschäft eine „substanzielle Restrukturierung“ hinter sich habe und jetzt eine stetige Performance abliefere. Dies dürfte bei der Konkurrenz kaum anders ausfallen. Die Kosten wurden heruntergefahren, während sich die Erträge stabilisierten.

5. Ihr Job ist sicher, wenn Sie in Compliance oder Regulierung arbeiten

Obgleich die Banken bereits Milliarden in den Ausbau ihrer Compliance- und Regulierungs-Aktivitäten investiert haben, sind längst noch nicht alle offenen Positionen besetzt. Sowohl UBS als auch Credit Suisse klagten über diesen Kostenblock.

8. Ihr Job ist gefährdet, wenn Ihr Bereich seine Eigenkapitalkosten nicht erwirtschaftet

Die Alarmglocken sollten bei Ihnen läuten, wenn Ihr Geschäftsbereich über lange Zeit nicht in der Lage gewesen ist, seine Eigenkapitalkosten selbst zu generieren. Dann sollten Sie sich vorsorglich schon einmal nach einer Alternative umschauen.

Thiam beschrieb den Zeitgeist folgendermaßen: „Von jetzt an liegt unser Fokus auf Geschäftsbereichen, die konstant mehr als ihre Eigenkapitalkosten generieren. Unser Geschäftsmodell sollte wenig kapitalintensiv sein, Geldströme generieren und dabei weniger volatil als heute sein.“

9. Ihr Job ist sicher, wenn Sie in M&A arbeiten

Es handelt sich um ein gutes Jahr für das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen – vor allem jenseits des Atlantiks. Bei Goldman Sachs sind die Erträge in M&A im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 62 Prozent gestiegen. Laut Credit Suisse-Finanzchef David Mathers signalisiere die „gesunde M&A-Pipeline in Amerika“ eine Fortsetzung des Trends in der zweiten Jahreshälfte.

10. Ihr Jobs ist sicher, wenn Sie an Umstellungsprojekten in der IT arbeiten

Alle Banken arbeiten daran, veraltete IT-Systeme abzulösen und möglichst viele Arbeitsschritte zu automatisieren. Wer an solchen Projekten mitarbeitet, braucht sich um seinen Arbeitsplatz keine Sorgen zu machen. Ermotti verkündete weiter, dass von 3 Mrd. Franken, die die UBS bis 2017 investieren wolle, mehr als die Hälfte in die IT flössen. Auch Cryan betonte die Bedeutung der Automatisierung für die Zukunft der Deutschen Bank.

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