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Regulierer droht Versicherungsmanagern mit Gehaltsabzug

Leitende Assekuranz-Angestellte sollen den Großteil ihrer Boni erst nach drei Jahren kassieren dürfen. Geht es dem Arbeitgeber schlecht, ist auch ein Malus möglich. Dagegen versichern dürfen sich die Versicherungsmanager übrigens nicht.

Das geht aus dem Entwurf eines Rundschreibens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hervor. Die Behörde hat die Branche aufgefordert, bis zum 15. Dezember eine Stellungnahme abzugeben. Das für alle Gesellschaften verbindliche Rundschreiben soll ein vergleichbares Dokument vom Mai 1978 ersetzen.

Der allgemeine Teil gilt für alle Versicherer. Hier legt die BaFin fest, dass variable Vergütungen “weder von der Gesamtbeitragseinnahme noch vom Neugeschäft noch von der Vermittlung einzelner Versicherungsverträge” abhängig sein darf. Anderenfalls bestehe die Gefahr, dass sich die Manager eher auf den Aufbau eines großen Geschäfts konzentrierten als auf den eines soliden Bestands, schreibt die BaFin.

Erstmals erlässt die Behörde besondere Vorschriften für Gesellschaften, die sie als “bedeutende Finanzinstitute” einstuft. “Bei einer Bilanzsumme von 90 Mrd. Euro ist dies in der Regel der Fall”, heißt es.

Die Vorschriften werden wohl für weniger als zehn Versicherer gelten: Neben Allianz, Munich Re und Talanx dürften das auch große Töchter ausländischer Gesellschaften wie Generali sein. Für sie legt die BaFin fest, dass garantierte variable Vergütungsbestandteile in der Regel unzulässig sind – Ausnahme ist das erste Jahr nach Einstellung.

Ein “wesentlicher Teil” der variablen Gelder dürfe erst nach einem “angemessenen Zurückbehaltungszeitraum” unter Berücksichtigung des Erfolgs ausbezahlt werden. Das seien in der Regel drei Jahre. Mindestens 50 Prozent sollten von der nachhaltigen Wertentwicklung der Firma abhängen.

Außerdem verlangt die BaFin eine Malusregelung. “Zukünftige individuelle negative Erfolgsbeiträge des Geschäftsleiters und Mitarbeiters, seiner Organisationseinheit und ein negativer Gesamterfolg des Unternehmens” müssten sich widerspiegeln.

Die Absicherung der Risikoorientierung verbietet die BaFin ausdrücklich.

Kommentare (1)

Comments
  1. Sehr gut, dann bekommen diese Herren auch einen Druck, der an die Mitarbeiter ganz stark weitergegeben wird. Die Bezahlungen der Vorstände in den o.a. Gesellschaften ist sicher zu hoch, bzw. sollten bei der Allianz auch die zuständigen Vorstände für das Desaster bei der COBA die Verantwortung tragen. Bei anderen Konzernen müssen auch die zuständigen Manager gehen. Wie bei der Bayrischen Landesbank..

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