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Die zwölf schnellsten Wege, um seine Investment Banking-Karriere zu ruinieren

Bei vielen Investmentbanken beginnen die Berufseinsteiger – im Branchenjargon auch als Analysten bekannt – im Juli ihre Karriere. Anderswo fällt der Startschuss im frühen Herbst. Überall gilt es jedoch, die ersten Wochen im neuen Lebensabschnitt souverän zu meistern. Daher haben wir zusammengestellt, worüber sich Investmentbanker bei den neuen Analysten am meisten ärgern.

1. Überheblichkeit

Investmentbanken heuern Einsteiger mit recht unterschiedlichen Studienschwerpunkten an. Die Idee dahinter: Das grundlegende Handwerkszeug wird ohnehin in den ersten Wochen vermittelt. Dennoch bringen die meisten Einsteiger bereits ein erhebliches Finanzwissen mit und vertreten teilweise die Auffassung, dass die einführenden Fortbildungen teilweise unter ihrem Niveau seien.

„Viele Leute sehen bei einigen Trainings-Aspekten sichtbar gelangweilt aus oder sie tun so, als wüssten sie schon alles“, ärgert sich ein Graduate Recruiter. „Wenn Sie wirklich etwas wissen, wieso helfen Sie dann nicht Ihren Freunden, anstatt sie herablassend zu behandeln?“

2. Ein ungepflegtes Äußeres

Seit dem tragischen Tod des deutschen Praktikanten Moritz Erhardt bei der Bank of America in 2013 haben die meisten Investmentbanken die Arbeitszeiten ihrer Juniors eingeschränkt. Ob sich dies jedoch umsetzen lässt, ist fraglich. Denn viele Einsteiger bringen eine große Motivation mit und wollen von Anfang den anderen Analysten um eine Nasenlänge voraus sein. Die hohe Kunst der Nachtarbeit besteht jedoch darin zu wissen, wann die Zeit gekommen ist, um nachhause zu gehen. „Es gibt Leute, die schlafen an Ihren Schreibtischen, wenn andere um 7 oder 8 Uhr morgens zur Arbeit erscheinen“, erzählt der Graduate Recruiter. „Das hinterlässt einen schlechten Eindruck. Denn normalerweise müssen sie den neuen Tag in der gleichen Kleidung verbringen.“

3. Durcharbeiten

Ein Analyst einer US-Bank im dritten Jahr empfiehlt irgendwann nachhause zu gehen. Andernfalls könne man nicht lange durchhalten. „Ihr werdet ziemlich nutzlos und nicht in der Lage sein, die Arbeit effizient durchzusprechen. Geht um 4 Uhr morgens nachhause, schlaft ein paar Stunden und stellt – wenn nötig – mehrere Wecker, um rechtzeitig im Büro zurück zu sein. Auf diese Weise funktioniert Ihr zumindest für den Rest des Tages.“

4. Verspätungen

Es klingt eigentlich selbstverständlich, aber nach der Zeit an der Uni tendiert so mancher Berufseinsteiger, zu spät zu kommen. Im Arbeitsalltag sorgt so etwas für Verärgerung.

„Wenn eine Fortbildung für 8.15 Uhr angesetzt ist, dann sollten Sie nicht um 8.25 Uhr erscheinen. Es handelt sich um keine Vorlesung. Wenn Sie einmal zu spät kommen, müssen Sie sich auf spöttische Bemerkungen gefasst machen, und Ihnen wird der Kopf gewaschen, wenn das regelmäßig passiert“, warnt der Graduate Recruiter.

5. Vergessen Sie nicht, dass Sie auch eine Belastung darstellen

Obwohl die Lernkurve im ersten Jahr im Investment Banking steil ausfällt, sind Einsteiger oft mit eintönigen Tätigkeiten konfrontiert. Vielleicht halten Sie es für unter Ihrer Würde, Excel-Tabellen auszufüllen, wenn Sie doch an den ganz großen Deals mitarbeiten wollen. Dennoch dürfen Sie sich nicht zurücklehnen und sich gelangweilt fühlen. „Es gibt nichts ärgerlicheres als einen neuen Analysten ohne Motivation“, sagt der Graduate Recruiter.

6. Sinnlose Fragen zu stellen

Niemand erwartet von einem Einsteiger alles zu wissen und intelligente Fragen zeugen von Engagement – sinnlose Fragen allerdings von Dummheit. „Es bringt Sie in Schwierigkeiten, wenn Sie nicht verstanden haben, was Ihnen erzählt wurde. Es ist in Ordnung, einmal nachzufragen. Anschließend sollten Sie es aber verstanden haben. Fragen Sie also nicht weiter. Versuchen Sie es selbst herauszubekommen oder fragen Sie jemand anderen“, sagt Personalberater Peter Harrison von Harrison Careers, der früher bei Goldman Sachs gearbeitet hat.

7. Im Hotel Mama zu residieren

Wieso streichen Analysten schon in ihrem ersten Berufsjahr 50.000 bis 60.000 Euro ein? Um nahe beim Arbeitsplatz zu leben, meint ein Analyst. „Im Umland zu leben ist nicht zielführend, wenn Sie 80 bis 100 Stunden die Wochen arbeiten. Suchen Sie sich eine Wohnung irgendwo nahe Ihres Arbeitsplatzes, damit Sie schnell nachhause fahren und zurückkommen können“, betont der Analyst.

8. Sich nicht anzupassen

Der Berufseinstieg bei einer Investment Bank stellt keine Gelegenheit für Extravaganzen dar. Schließlich betreten Sie eine Welt, in der ein dunkelblauer Anzug mit braunen Schuhen schon als Sakrileg begriffen wird. „Es klingt trivial, aber wenn Sie sich anders als die Anderen kleiden, dann präsentieren Sie sich als Rebell“, warnt Harrison. „Versuchen Sie also Ihr Bestes, um sich anzupassen. Ihr Arbeitgeber erwartet das.“

9. Zu glauben, Sie seien beliebt

Vielleicht haben Sie in Ihrem Team bereits ein Praktikum verbracht und kennen daher sämtliche Mitglieder. Vielleicht passen Sie auch perfekt ins Team. Dies bedeutet jedoch längst noch nicht, dass alle Ihre Freunde sind. „Ihr fangt nicht ganz von vorn an, dennoch müsst Ihr Euch den Respekt Eurer Kollegen erst verdienen“, erzählt ein ehemaliger Analyst.

10. Sich wie Ihr Vorgesetzter zu verhalten

So mancher Managing Director benimmt sich arrogant oder exzentrisch. Das sollten Sie sich nicht zum Vorbild nehmen. „Im Handelssaal hat ein Managing Director tatsächlich in Jeans und T-Shirt gearbeitet. Ein neuer Analyst kam auf die Idee, es ihm gleichzutun“, erzählt der Graduate Recruiter. „Ich habe ihm gesagt: Sobald er die gleiche Menge an Geld hereinhole, könne er tragen, was er will.“

11. Das kleine Einmaleins nicht zu beherrschen

Jede Aufgabe sollten Sie ausdrucken und genau Korrektur lesen, um so viele Fehler wie irgend möglich zu eliminieren, bevor Sie sie weiterreichen. Es handelt sich nicht um eine Seminararbeit an der Uni, die mit einigen Korrekturen zurückkommt. Vielmehr müssen Sie mit einer heftigen Kritik rechnen.

„Eine Arbeit abzuliefern, die schlicht falsch ist, stellt den besten Weg dar, um es zu vermasseln. Sie später als erwartet abzuliefern, kommt gleich dahinter“, betont Harrison.

12. Eine Schonzeit zu erwarten

Leider bleibt Einsteigern nach den Einführungswochen keine Zeit, sich erst einmal einzuleben. Vielmehr müssen Sie von Anfang an Gas geben. „Eine Menge angehender Analysten glauben, sie sollten ihren Sommer mit Reisen durch Asien verbringen, obwohl sie eigentlich alles daran setzen sollten, Excel-Makros zu beherrschen und ein besseres Verständnis für die Branche zu entwickeln“, warnt der Analyst aus dem dritten Jahr.

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