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Wer Banken das Fürchten lehrt: Die heißesten FinTech-Startups

FinTech

Es handelt sich um eine Neuauflage des Kampfes Davids gegen Goliath. Hier die kleinen FinTech-Startups, dort die etablierten Banken. Während sich die traditionellen Kreditinstitute mit der digitalen und mobilen Herausforderung schwertun, versuchen Fintech Start-ups mit innovativen Technologien und Geschäftsmodellen in die Lücke vorzustoßen. Bei einer Umfrage der Unternehmensberatung PASS stimmten 60 Prozent der Banker dem Satz zu: „Ja, FinTechs können Banken in ihrem Kerngeschäften gefährlich werden.“

Ob dies tatsächlich eintritt und wer sich durchsetzt, ist indes noch offen. Das Einschätzung von PASS fällt denn auch zwiespältig aus: „Die meisten Geschäftsmodelle weisen ein hohes Marktpotenzial auf – allerdings nur, wenn sie Bankleistungen anreichern. Deutlich geringer ist das Eruptionspotenzial. Nur wenige Innovationen können die Banking-Welt ernsthaft ins Wanken bringen.“

An Geld mangelt es der Branche jedenfalls nicht. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Accenture flossen 2014 weltweit 12,2 Mrd. US-Dollar (10,9 Mrd. Euro) in die Branche, was eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dabei sollten FinTechs nicht nur als Drohung verstanden werden. „Interessanterweise stehen hinter vielen dieser Startups ehemalige Banker und andere Finanzprofis”, sagt Personalberater Aleksander Montalbetti von Indigo Headhunters in Frankfurt. „Zunehmend erhalten wir auch Anfragen aus dem FinTech-Sektor.” Die Branche bietet also durchaus Karriereoptionen für Banker. So hat beispielsweise Oliver Prill nach vielen Jahren im Banking im April bei Kreditech als COO angefangen.

Doch welche FinTechs gibt es überhaupt in Deutschland und der Schweiz? Wir stellen einige der interessantesten Startups vor. Diese Liste sollte jedoch nicht als Ranking verstanden werden.

1. Barzahlen: Barzahlung von Online-Einkäufen

Das Berliner Startup bietet seit 2011 im Verbund mit Partnern wie der Supermarktkette Penny und dem Drogerieanbieter DM Barzahlungen für den Interneteinkauf an. Die Kunden bezahlen einfach an der Supermarktkassse. Das Gründungstrio Achim Bönsch, Florian Swoboda und Sebastian Seifert scheinen sich an der WHU Vallendar kennengelernt zu haben. Swoboda und Seifert bringen zumindest Investment Banking-Praktika bei Barclays und JP Morgan mit.

2. Payleven: Bezahlsysteme inklusive Kassen

Das 2012 in Berlin gegründete Unternehmen beschäftigt bereits 170 Mitarbeiter. Payleven bietet Zahlungsmöglichkeiten mit der Kreditkarte über Smartphones an. Zu den Unternehmensgründern zählt Konstantin Wolff, der sich nach über vier Jahren bei McKinsey und einem MBA an der INSEAD in Fontainebleau bei Paris selbstständig gemacht hat. Rafael Otero ist Wirtschaftsinformatiker und hat bereits eine lange Karriere in der IT-Branche und bei Bezahlsystemen hinter sich. Alston Zecha betreibt das Geschäft von Payleven in London und hat einige Jahre in Private Equity und Investment Banking hinter sich.

3. Kreditech: Kreditrating mit Big Data

Das Hamburger Startup wurde erst 2012 gegründet und beschäftigt bereits rund 220 Mitarbeiter. Kreditech bietet Kredit-Scoring für Privatleute an, die über kein Kreditrating verfügen. Dazu nutzt es Big Data und selbstlernende Algorithmen. Das Unternehmen wurde von zwei ehemaligen Mitarbeitern von Rocket Internet gegründet. Alexander Graubner-Müller hat nach seinem Studium an der Uni St. Gallen und der ETH Zürich u.a. Trading-Algorithmen für Hedgefonds entwickelt. Sebastian Diemer wiederum war nach dem Studium an der London School of Economics u.a. Global Development Manager bei Rocket Internet.

4. traxpay: Realtime Bezahlungssysteme fürs Firmenkundengeschäft

Das Unternehmen bietet dynamische Bezahlsysteme für Firmenkunden in der Cloud an. Traxpay ist in Frankfurt und Mountain View angesiedelt und wurde bereits 2009 gegründet. In der gleichen kalifonischen Stadt hat übrigens Google sein Hauptquartiert. Die Commerzbank ist von dem Geschäftsmodell derart überzeugt, dass sie Millionen in die Plattform steckte.

5. vaamo: Portfoliomanagement

Das Frankfurter Unternehmen bietet eine Online-Plattform zum Portfoliomanagement an. Kunden müssen die Anlagesumme und ihren Risikoappetit angeben und das Unternehmen erledigt automatisch die Portfolio-Mixtur. Vaamo wurde 2013 von zwei ehemaligen Bankern gegründet. So hat sich Thomas Bloch vorher acht Jahre im Investment Banking von JP Morgan um Financial Institutions gekümmert, bis er seinen eigenen Finanzdienstleister aufmachte. Oliver Vins wiederum hat nach Banklehre und Studium bei McKinsey die Finanzbranche beraten.

6. contovista: Finanzmanagement

Contovista bietet Kunden eine „ganzheitliche Sicht“ ihrer Finanzen und hilft ihnen ihre Finanzziele zu erreichen. Dazu nutzt das 2013 in Schlieren im Kanton Zürich gegründete Unternehmen die Analyse von Big Data. Das Gründungstrio bringt reichlich Erfahrungen aus der Banken-IT mit. So hat Nicolas Cepeda beispielsweise für Investmentbanken programmiert, Thomas Dübendorfer hat ein Schweizer Kreditkartenportal aufgeschaltet und sieben Jahre für Google programmiert – sicherlich nicht die schlechteste Schule. Gian Reto A Porta wiederum hat als Unternehmensberater für Banken gearbeitet und sich dabei intensiv mit Kernbankensystemen beschäftigt.

7. FastBill: Webbasierte Abrechnungssysteme

Das 2007 in Essen gegründete Unternehmen beschäftigt mittlerweile etwa 20 Mitarbeiter. FastBill bietet komplette webbasierte Abrechnungssysteme für Firmenkunden. Die Mission besteht gewissermaßen im papierlosen Büro. Unternehmensgründer René Maudrich hat zuvor Medientechnologie studiert. Sein Kompagnon Christian Häfner ist 2011 dazugestoßen.

8. Debitos: Versteigerungsplattform für Forderungen

2013 ging Debitos mit einer Börse für Finanzforderungen online. Mittels der Auktionsplattform des Frankfurter Unternehmens können Firmen offene Forderungen zu Bargeld machen, wobei das Verfahren Ebay ähnelt. Das Unternehmen wurde von Timur Peters gegründet, der zuvor als Finanzberater und bei Unternehmen für Bankensoftware tätig war.

9. IDnow: Legitimierung via Video

Das Münchner Startup wurde 2013 gegründet und hilft Finanzdienstleistern bei der Identitätsfeststellung von Kunden, die über das Internet kommen. Mit einem Videoverfahren soll das alte Postident-Verfahren abgelöst werden. IDnow wurde von Felix Haas, Armin Bauer, Dennis von Ferency sowie Sebastian Bärhold gegründet.


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