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Rohstoffhändler: Wie viel bin ich wert?

“Rohstoffe im Allgemeinen – und ganz besonders der Energiesektor – haben sich zu sehr attraktiven Märkten entwickelt. Wir sind im fünften Jahr eines auf insgesamt 15 Jahre prognostizierten Zyklus hoher Ölpreise. Wenn sich diese Prognose bewahrheitet, wird sich das sowohl in der Nachfrage als auch in den Gehältern von Rohstoffhändlern widerspiegeln”, meint Paul Chrispin von Principal Search, der von einem “heißen” Markt spricht.

Chrispin und andere Personalberater sagen, dass die Nachfrage nach guten Rohstoffhändlern in allen Branchen hoch sei – inklusive der Metallbranche, wenngleich die Leichtmetalle weiterhin unter der Flaute leiden.

Nichtsdestotrotz treibt der Energiesektor den Markt an – was in Anbetracht des Ölpreises von beinahe 65 Dollar je Barrel und den höchsten Gaspreisen in der jüngeren Geschichte nicht weiter verwunderlich ist.

“Für die Händler bringt Öl mehr ein als Gas. Gas bringt wiederum mehr als Strom. Das liegt daran, dass Öl liquider und volatiler ist. Das bedeutet wiederum, dass das Risiko, aber auch die Möglichkeiten größer sind”, erklärt Nick Mooney von Exchange Consulting.

Wie verschafft man sich Eintritt in dieses potenziell lukrative Geschäft? Die Händler können entweder für spezialisierte Rohstoffunternehmen, Ölmagnate, Energieversorger oder internationale Banken arbeiten, die mittlerweile alle ungefähr die gleichen Gehälter zahlen: Das müssen sie auch, denn der Wettbewerb um hoch qualifizierte Händler tobt. Insbesondere die Banken haben sich bemüht, ihre Teams auszubauen.

“Die hohen Öl- und Gaspreise führen dazu, dass die Unternehmen sich vor weiteren Preisanstiegen schützen möchten, während die Banken eine erstklassige Chance wittern, um Handelsgeschäft auf eigene Rechnung zu machen : Volatile Preise bieten den Banken die Gelegenheit, gute Händler einzustellen, die für sie gutes Geld verdienen”, glaubt Chrispin von Principal Search.

Vor diesem Hintergrund ist es nach Angaben von Mooney äußerst selten für Rohstoffhändler, ihre Karriere bei einer Bank zu beginnen: Die meisten waren vorher bei einem Ölkonzern oder bei einem Energieversorger. Wie sieht der typische Neuling unter den Händlern aus? Gute Ausbildung – “Niemand wird Sie auch nur eines Blickes würdigen, wenn Sie keinen renommierten Abschluss nachweisen können”, erklärt Chrispin – mathematisch fit und wendig. Eine weitere Schlüsselqualifikation ist die Fähigkeit, die Grundlagen des Markts schnell und genau zu erfassen. Auslandserfahrungen sind ebenfalls nicht verkehrt.

Angenommen, dass Sie all diese Anforderungen erfüllen und Sie konnten eine passable Stelle in einem angesehenen Unternehmen ergattern, welches Gehalt können Sie verlangen? Chrispin meint, dass ein typisches Einstiegsgehalt um die 44.000 Euro (30.000 britische Pfund) läge, nach zwei Jahren bis zu 66.000 Euro (45.000 britische Pfund) und nach vier Jahren zwischen 73.000 und 88.000 Euro (50.000 und 60.000 britische Pfund) betrüge. Mooney ist optimistischer und glaubt, dass ein Junior ein Grundgehalt zwischen 88.000 und 117.000 Euro (60.000 bis 80.000 britische Pfund) erreichen könne, das sich nach fünf Jahren vielleicht auf 146.000 Euro (100.000 britische Pfund) erhöht. Jakob Bloch von Commodity Appointments meint, dass ein Händler im Ölsektor bei einer Bank auf seinem Gehaltszettel ein Einstiegsgehalt von 73.000 bis 88.000 Euro (50.000 bis 60.000 britische Pfund) findet mit einem Bonus von 30 bis 50 Prozent, der im Ermessen der Bank steht. Ein Händler mit einigen Jahren Erfahrung kann sich über ein Grundgehalt von 103.000 bis 117.000 Euro (70.000 bis 80.000 britische Pfund) freuen, plus eines Bonus, der zu einem festen Prozentsatz an den persönlichen Gewinnen und Verlusten des Händlers fest gemacht wird.

Das wahre Einkommen liegt im Bonus verborgen, der nach Angaben von Headhuntern sehr stark von den persönlichen Gewinnen und Verlusten bestimmt wird und zudem von den jeweiligen Rohstoffen abhängt (Ölhändler verdienen am besten). Üblicherweise verfügen Banken über die besten Prämiensysteme, obwohl einige der Ölriesen ebenfalls aufholen, insbesondere BP und TotalFinaElf, aber auch Shell.
Mooney vertritt die Ansicht, dass ein Händler mit vier bis fünf Jahren Berufserfahrung, einem guten Track Record und nach einem guten Jahr – wie z.B. 2005 eines werden könnte – mit einem Gesamteinkommen zwischen 367.000 und 440.000 Euro (250.000 und 300.000 britische Pfund) rechnen könne. Allerdings wäre das Gesamteinkommen nach einem schlechten Jahr deutlich niedriger anzusiedeln. Chrispin meint, dass Einsteiger nur mit geringen Bonuszahlungen rechnen könnten, aber bereits nach zwei bis fünf Jahren könnten sie mit Prämien bis zu 200 Prozent rechnen. Im weiteren Karriereverlauf wird die Gesamtvergütung zur komplexen Angelegenheit – normalerweise allerdings auf eine angenehme Weise.

“Als Vice President oder als Assistant Director und in höheren Positionen beträgt das Gehalt einen bestimmten Prozentsatz der gesamten Gewinne und Verlust, zumeist 8 bis 10 Prozent, obwohl die genauen Gehälter oftmals gar nicht schriftlich festgehalten werden. Das bedeutet: Wenn Sie 10 Millionen Dollar zum Erlös beitragen, wird Ihr Gesamtgehalt entsprechend hoch ausfallen”, erklärt Chrispin.

Wenn Sie also das nächste Mal 100 Euro an der Tankstelle lassen, um Ihr Auto zu betanken, denken Sie daran, dass wenigstens für diese wenigen Glücklichen die hohen Ölpreise kein Fluch, sondern ein Segen sind.

Zahlen und Zitate von Principal Search, Commodity Appointments und Exchange Consulting.

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