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Arbeitsmarkt und Gehälter für MBAs (Teil 4)

Mit dem europäischen Durchschnittsgehalt junger MBAs von 66.111 Euro können MBA-Absolventen in deutschen Unternehmen nicht mithalten. Dieser Durchschnitt wird insbesondere getrieben von Unternehmen in der Schweiz (durchschnittliche MBA-Einstiegsgehälter: 75.300 Euro), in Großbritannien (74.500 Euro) und in Frankreich (69.200 Euro).

Unternehmen mit Sitz in Deutschland zahlen frischgebackenen MBAs als Einstiegsgehälter laut “TopMBA.com International Recruiter Survey 2005” im Schnitt 54.100 Euro. Damit liegt der Verdienst bei deutschen Unternehmen exakt in der Mitte zwischen den Einstiegsgehältern in der Schweiz und dem mitteleuropäischen Schlusslicht Italien, wo sich MBAs mit Jahresgehältern von gerade einmal 48.500 Euro zufrieden geben müssen.

Deutsche MBA-Schulen nicht top

Dieses von den Experten von QS Research ermittelte Ergebnis bestätigen die Angaben, die deutsche MBA-Schulen jüngst gegenüber dem Magazin karriere machten: Demnach verbesserten die Absolventen der Handelshochschule Leipzig (HHL) ihr Jahresgehalt durch den MBA-Titel um rund 12.000 Euro auf durchschnittlich 64.354 Euro.

Auch die Gehälter der MBA-Absolventen der Gisma in Hannover bewegen sich nach Angaben von karriere auf ähnlichem Niveau: Die Gisma-Abgänger kommen demzufolge beim Einstiegsgehalt in den Beruf im Fünf-Jahres-Durchschnitt auf etwa 61.000 Euro.

Die Hochschule aus der niedersächsischen Hauptstadt verweist allerdings darauf, dass sich hinter diesem Durchschnitt eine breite Spanne von Gehältern verbirgt, die insbesondere abhängig sei von der Berufserfahrung, die die Absolventen vor der Aufnahme ihres MBA-Studiums machten. So bewegte sich das Gehaltsniveau von frischgebackenen MBAs mit einer ein- bis zweijährigen Berufserfahrung zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Beträgt die Berufserfahrung mehr als 4 Jahre, steigen die Einstiegsgehälter bereits auf 80.000 bis 90.000 Euro, so die Leitung der Gisma im karriere-Bericht.

Dass die Abgänger deutscher MBA-Schulen keine Spitzengehälter verdienen, erklärt sich bei einem Blick in das Ranking der weltweit 100 besten MBA-Schulen der Financial Times. Unter diesen Top 100 findet sich keine einzige rein deutsche MBA-Schule. Dominiert wird das Ranking vielmehr von den bekannten US-amerikanischen Adressen wie Wharton, Harvard, Columbia, Stanford, MIT und Co.

Unter den Top Ten finden sich durchaus auch europäische Hochschulen. Dies sind die Pariser Insead und die London Business School. Die einzige im Ranking platzierte Hochschule, die Studiengänge auch in Deutschland anbietet, ist die niederländisch-deutsche NIMBAS Graduate School of Management auf Platz 86. Laut Financial Times-Ranking verzeichnen die NIMBAS-Abgänger durchschnittliche Einstiegsgehälter von 62.000 Euro.

Verglichen mit den Top-Hochschulen des Rankings, Wharton (durchschnittliche Einstiegsgehälter umgerechnet rund 122.000 Euro), Harvard (127.300 Euro) und Columbia (122.600 Euro) muten die Gehälter der Absolventen deutscher MBA-Studiengänge nahezu lächerlich gering an. Allerdings muss man dazu natürlich wissen, dass die amerikanischen Investmentbanken nahezu ausschließlich an den Spitzenschulen in den USA rekrutieren – und deren Gehälter und Bonifikationen heben jeden Durchschnitt deutlich an.

MBA-Titel findet in Deutschland zunehmend Akzeptanz

Bei all den internationalen Vergleichen, bei denen die deutschen Schulen und auch die in Deutschland gezahlten Gehälter nicht immer zu den allerbesten gehören, gibt es zum Schluss noch eine gute Nachricht vom deutschen MBA-Arbeitsmarkt: Gemäß der “Kienbaum High Potentials Studie 2005” der Personalberatung Kienbaum, aus der das Magazin karriere berichtet, ziehen mittlerweile Unternehmen fast aller Branchen den MBA-Abschluss dem klassischen Doktortitel vor. “56 % der mittleren Unternehmen und rund 79 % der großen Unternehmen favorisieren den MBA,” zitiert das Magazin die Personalberatung.

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