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Flexibel, dynamisch und begeisterungsfähig: Die schlimmsten Klischees aus Lebensläufen

Sie hat gerade Ihren Lebenslauf gelesen.

Sie hat gerade Ihren Lebenslauf gelesen.

Falls Sie nicht gerade über schriftstellerische Qualitäten verfügen, dann schaden Ihnen selbstlobende Phrasen und Klischees im Lebenslauf mehr als sie nützen. Auch wenn Sie sich selbst in derartige Ausdrücke verlieben, verärgern Sie damit lediglich Hiring Manager und Recruiter. Denn diese müssen oft hunderte dieser Phrasen am Tag lesen. Wir haben die schlimmsten Phrasen zusammengefasst und zeigen Ihnen, wie Sie es besser machen.

1. Ich lerne schnell

„Ich hasse das, denn wir sind alle ‚Schnelllerner‘, wenn wir jeden Tag den gleichen Job erledigen. Darüber hinaus packt das wirklich jeder in seinen Lebenslauf. Wenn Sie also so etwas verwenden, setzen Sie sich nicht von der Masse ab“, warnt Personalberater Kyle Blockley von KS Consulting.

2. Ich denke strategisch

„Ich kenne keinen einzigen Hiring Manager oder Recruiter, der nach einer solchen Phrase in einem Lebenslauf sucht, dennoch findet sie sich häufig“, erzählt Recruiter James Carss von HFG.

3. Ich bin selbstbewusst, ehrgeizig und beharrlich

Derartige dreigliedrige Aufzählungen sind derzeit in der Lebenslauf-Prosa besonders beliebt, dennoch sollten sie unter allen Umständen vermieden werden. „Wir sind nicht mehr in den 90ern, als sich die Personaler auf Schlagwörter oder kitschige Phrasen konzentrierten“, kritisiert Carss. „Recruiter prüfen derartige Charaktereigenschaften nicht mehr anhand der Lebensläufe, sondern mit Verhaltensfragen in einem Vorstellungsgespräch.“

4. Ich bin ein Leistungsträger

Wer in seinem Beruf nichts geleistet hat, darf sich bei Bewerbungen auch keine allzu großen Chancen ausmalen. Daher gehört der Begriff „Leistungsträger“ oder ähnliches zu den verbreiteten Unwörtern der Lebenslauf-Prosa. „Es handelt sich um eine sinnlose Phrase, lassen Sie Ihren Lebenslauf für Sie sprechen“, betont Carss.

5. Ich bin innovativ

„Falls ‚innovativ‘ als Adjektiv allein in einem Lebenslauf auftaucht, dann sagt das ziemlich wenig aus. Falls Sie während Ihrer Karriere tatsächlich innovativ gewesen sind, dann sollte das als Leistung herausgearbeitet werden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie ein neues Prognoseverfahren eingeführt haben, das die Treffsicherheit um 25 Prozent gesteigert hat“, erläutert Personalberater Duncan McKenzie von Astbury Marsden.

6. Ich bin begeisterungsfähig

„Das lesen Sie heutzutage in immer mehr Lebensläufen und Linkedin-Profilen und das klingt in den meisten Fällen überzogen“, meint McKenzie. „Sätze wie ‚mich begeistert Risikomanagement leidenschaftlich‘ bieten keinen Mehrwert und es wäre viel besser, von seinen Erfahrungen und Leistungen zu berichten.“

7. Ich arbeite hart

„Es ist sicherlich gut, viel Energie in seine Karriere zu investieren. Dennoch erklärt diese Aussage nicht wirklich, was Sie mit dieser Energie tatsächlich anfangen“, sagt Recruiterin Stella Tang von Robert Half. „Beschreiben Sie, wie Sie eine Bank vorangebracht haben, indem Sie etwas unternommen haben, was eigentlich nicht zu Ihrem Jobprofil gehört.“

8. Ich bin ein Problemlöser

Viel zu viele Kandidaten bezeichnen sich als „Problemlöser“, ohne konkrete Beispiele dafür anzuführen. „Es ist sicherlich besser, eine Situation darzustellen, in der Sie kritisches Denken eingesetzt haben, um eine Herausforderung zu bewältigen“, sagt Tang.

9. Ich bin flexibel

Wobei sind Sie flexibel? Bei Ihrer Arbeitszeit oder Ihren Aufgaben? Ein solcher Ausdruck ist viel zu allgemein, als dass er in Ihrem Lebenslauf irgendeinen Mehrwert bietet. „Wenn Sie mehr Details liefern, dann kann ‚Flexibilität‘ schon eine Verkaufsargument darstellen. Vielleicht haben Sie z.B. neue Pflichten übernommen, als ein Teammitglied überraschend gegangen ist.“

10. Ich achte auf Details

Die meisten Bewerber nutzen dieses Klischee ebenfalls, ohne hierzu ein Beispiel anzuführen. „Wenn ich so etwas lese, finde ich fast immer Rechtschreibfehler im Lebenslauf“, erzählt Personalberaterin Christina Ng von LMA Recruitment augenzwinkernd.

11. Ich bin ein Teamplayer, der selbständig arbeiten kann

„Ein solcher Satz sagt nichts aus und es besteht sogar die Gefahr, dass er Selbstwidersprüche enthält“, warnt Recruiterin Orelia Chan von Robert Walters. „Es kommt besser an, wenn Sie die Projekte auflisten, an denen Sie mitgearbeitet haben, und Ihren Beitrag dazu darstellen. Falls Sie darstellen wollen, wie Sie selbständig gearbeitet haben, dann sollten Sie ein Beispiel anführen, wie Sie ohne ständige Aufsicht gearbeitet haben.“

 

Kommentare (1)

Comments
  1. Sie können Personaler nie zufriedenstellen, denn sie sind wie Mädchen, die alle halbe Jahre eine neue Sau durchs Dorf jagen. Ohnehin sind sie meist selbst Zuarbeiter ohne Einfluss. Auf der anderen Seite haben sie hohe Menschenkenntnis und viel Wissen in Arbeitsrecht, dass sie dringend brauchen.
    Aber ich glaube, dass es darum geht den Richtigen zu finden – und das obwohl die Unterlagen nicht den Erwartungen entsprechen.
    Nach Aktenlage kann man Menschen schwer einschätzen, selbst nach eimem Gespräch.
    So wurden die Beatles zu Anfang völlig unterschätzt von Plattenproduzenten, weil Gitarrenbands niemand brauchte, Albert Einstein von Lehrern, weil er rebellisch und gelangweilt war und Angela Merkel, weil eine Physikerin aus dem Osten nie eine große Volkspartei führen, geschweige Kanzlerin für mehr 10 Jahre sein könnte.
    Den Personalern, wie übrigen auch Chefs, die sich gerne als Macher verkaufen sollten sich mehr in Bescheidenheit oder altmodisch Demut üben über das was sie wissen können, geschweige denn selbst machen können. Sie sind von der Mannschaft abhängig und umgekehrt.

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