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Sieben Überlebenstipps für westliche Banker in Hongkong: Ein Schweizer berichtet

Immer schön anpassen.

Immer schön anpassen.

Asien gehört wirtschaftlich die Zukunft. Schon in ein paar Jahren wird der Kontinent Europa und Nordamerika als die wirtschaftliche wichtigste Region der Welt ablösen. Daher versuchen immer mehr Finanzprofis dort eine Karrierestation – und wenn es auch nur ein Praktikum ist – einzulegen. Für viele stellt dabei Hongkong den attraktivsten Ort dar.

Doch worauf müssen westliche Banker in der asiatischen Metropole achten. eFinancialCareers-China-Korrespondent Thomas Zhang hat die wichtigsten Survival-Tipps für Langnasen zusammengefasst, wie Menschen aus dem Westen in China scherzhaft genannt werden. Dazu hat er u.a. mit einem Schweizer Finanzprofi gesprochen:

1. Bleiben Sie bodenständig

Bei Honkong handelt es sich um eine Partystadt. Auch wenn Sie sich mit Kunden oder Kollegen ein wenig amüsieren, sollte der Schlaf nicht zu kurz kommen. Verfallen Sie also nicht auf den Fehler, hart zu arbeiten, ebenso heftig zu feiern und allmählich den Boden unter den Füßen zu verlieren. Laut John Lefevre, der mit seinem Twitter Account „Goldman Sachs Elevator“ für Furore sorgte, ist die Kultur des Investment Bankings in Honkong „abartig“. Mit dieser Auffassung steht Lefevre keinesfalls allein. „Honkong zu verlassen, hat mein Leben gerettet“, schreibt etwa ein britischer Banker auf CNN. Der Drogenkonsum und die Partykultur in der Stadt seien ausgeprägter als anderswo.

2. Machen Sie das meiste aus Ihren kulturellen Eigenarten

Benno Jäggi wiederum arbeitet als Head of business management North East Asia bei der australischen Bank ANZ. Laut dem Schweizer seien die Westler gut auf kulturübergreifende Jobs in Honkong vorbereitet. „Wenn Sie als Europäer an unterschiedliche Kulturen gewöhnt sind, dann gibt es Aufgaben, bei denen Sie einen Vorteil haben“, betont Jäggi.

Laut Gary Lo wiederum würden einige Banken gezielt internationale Studenten für bestimmte regionale Aufgaben anstellen. Lo leitet das Marketing der MBA-Programme der Hong Kong University of Science and Technology (HKUST). „Wir hatten einen Studenten aus Chile und die Citibank HK hat ihn gerade deswegen eingestellt, weil sie auf dem lateinamerikanischen Markt investieren wollten“, erinnert sich Lo.

3. Nutzen Sie die regionale Verwurzelung Honkongs

Honkong stellt gewissermaßen das Eintrittstor zum chinesischen Markt dar. Darüber hinaus ist es neben Singapur das wichtigste Finanzzentrum in Südostasien. Daher kommt es laut Jäggi entscheidend darauf an, „nicht mit einem speziellen Land und einer speziellen Kultur verheiratet zu sein.“

Adam Antal macht seinen MBA an der HKUST. Der Ungar lobt, dass Honkong ihm einerseits den „Zugang nach China“ eröffne und andererseits „viele internationale Jobs“ aufweise. „Es stellt sich für mich einen großartigen Finanzplatz dar; es ist der ideale Ort für mich“, sagt Antal.

4. Arbeiten Sie ebenso viel wie die Einheimischen

Einige einheimische Freunde zu haben, hilft ungemein, ein Verständnis für die Kultur und Eigenarten Hongkongs zu gewinnen. Dazu gehört, dass asiatische Banker sehr hart arbeiten. Das hat auch Jäggi beeindruckt. „Der ‚Drive‘ der Leute in Honkong ist wesentlich höher als irgendwo anders“, erzählt der Schweizer. „Nicht nur arbeiten die Leute härter, vielmehr besteht auch die Bereitschaft zu harter Arbeit oder dazu etwas voranzubringen.“

Weiter sagt Jäggi: „Wenn ich am Freitag um 17 Uhr in Australien anrufe, dann muss ich schon Glück haben, dass ich jemanden erreiche. Wenn ich dagegen um am Freitag um 17 Uhr in Honkong anrufen, dann erreiche ich ihn in 99 Prozent der Fälle.“

5. Halten Sie mit der Geschwindigkeit mit

Das Arbeitstempo in Hongkong ist generell etwas höher als im Westen. Laut Jäggi dokumentiere sich darin die Bereitschaft der Einheimischen, sich auf Veränderungen einzulassen. „Das ist gut, denn es bringt die Wirtschaft voran“, und ergänzt schmunzelnd: „In Honkong und in ganz China kommen alle drei Wochen neue Regularien, während sie in Australien alle drei Monate kommen.“ Daher rät Jäggi zur Anpassung. „Wenn nicht, dann sind Sie draußen.“

6. Kommen Sie in jungen Jahren nach Hongkong

Die Anpassung fällt in jüngeren Jahren sicherlich leichter. Jäggi erzählt, dass er bereits im Alter von 22 Jahren noch Hongkong gekommen sei.

7. Nutzen Sie das kulinarische Angebot

Doch auch in Honkong ist nicht alles mit Anstrengung verbunden. Westliche Finanzprofis mag es freuen, dass es in der Metropole wesentlich mehr westliche Einflüsse als in den meisten anderen asiatischen Städten gibt. Ein Vorteil stellt gewiss das breite kulinarische Angebot dar. „Schauen Sie sich nur das Essen an“, jubelt Antal aus Ungarn. „Im Vergleich zu Europa gibt es so viel mehr Möglichkeiten!“

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