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Stehen bei der Fusion von Deutscher Börse und NYSE 800 bis 900 Stellen auf dem Spiel?

Entwarnung in den USA und Alarm in Europa. Vor einem Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses äußerte sich erstmals ein Manager des US-Börsenbetreibers NYSE zum Stellenabbau in Folge der anstehenden Fusion mit der Deutschen Börse. “Kurzfristig werden mehr Jobs außerhalb der USA wegfallen”, sagte Lawrence Leibowitz, der bei der NYSE für das operative Geschäft zuständig ist.

Was die US-Politiker beruhigen sollte, dürfte bei den Mitarbeitern in Frankfurt und Luxemburg für Unruhe sorgen. Denn dies bedeutet nichts anderes, als dass die europäischen Standorte des fusionierten Börsenriesen die Hauptlast des Stellenabbaus zu tragen haben.

Bislang haben die Deutsche Börse und die NYSE zu diesem heiklen Punkt noch keinen Klartext gesprochen. Dennoch ist schon jetzt absehbar, dass reichlich Köpfe rollen werden, da sich die Unternehmen eine Kostenersparnis von 400 Mio. Euro jährlich zum Ziel gesetzt haben.

Der Kahlschlag unter den Mitarbeitern dürfte mithin ganz erheblich ausfallen. Denn von den operativen Kosten der Deutschen Börse in Höhe von 1,5 Mrd. Euro in 2010 entfielen 502 Mio. oder gut ein Drittel auf den Personalaufwand. Folglich muss damit gerechnet werden, dass von dem avisierten Einsparvolumen von 400 Mio. Euro etwa ein Drittel, also 133 Mio. Euro, auf das Personal entfallen.

Daraus ergibt sich eine einfache Rechnung: Die Deutsche Börse beschäftigte in 2010 durchschnittlich 3300 Beschäftigte auf Vollzeitbasis, für die insgesamt 502 Mio. Euro aufgewandt wurden. Somit gab das Eschborner Unternehmen für jeden Beschäftigten durchschnittlich 152.121 Euro aus.

Bei der NYSE ergibt sich eine ganz ähnliche Rechnung: Die New Yorker ließen für ihr Personal in 2010 613 Mio. US-Dollar oder 423 Mio. Euro springen und beschäftigten zu Jahresende 2968 Mitarbeiter, womit jeder Beschäftige die NYSE durchschnittlich 142.520 Euro kostete.

Bei einem Einsparungsvolumen von 133 Mio. Euro stehen also zwischen 933 (NYSE) oder 874 Stellen (Deutsche Börse) zur Disposition, was bei einer Mitarbeiterzahl von zusammen 6268 Beschäftigten in 2010 immerhin 13,8 bis 14,9 Prozent ausmacht.

Allerdings gibt es einen Trost: Vor dem US-Repräsentantenhaus betonte Leibowitz auch, dass es auf lange Sicht zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in Amerika und im Ausland kommen werde.

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