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GASTBEITRAG: Wieso ich es bedauere, das Investment Banking für mein eigenes Startup verlassen zu haben

Startups kennen nicht nur Gewinner.

Startups kennen nicht nur Gewinner.

Nach neun Jahren bei Goldman Sachs hat Rajeev Gupta in 2012 seinen Job im Investment Banking aufgegeben, um sein eigenes Internetunternehmen aufzuziehen. Manchmal bedauert er den Schritt:

Bringe ich genügend Ausdauer mit? Im dritten Jahr meines Startups beginne ich, meine Entscheidung in Frage zu stellen. Warum habe ich meinen komfortablen Job in einer Investmentbank für mein eigenes Startup verlassen? Damals in 2012 war es aufregend: Das Risiko, die Belohnung, die Möglichkeiten und die Chancen.

Mittlerweile bin ich auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt.

Das ist schon verdammt hart.

Das ist viel härter als alles im Investmentbanking. Im Banking können Sie mindestens angenehmen reisen, in guten Restaurants speisen, es gibt jedes Jahr opulente Partys, Sie erhalten Gehalt und Bonus. Sicherlich müssen Sie hart arbeiten, aber dafür erhalten Sie auch einige Annehmlichkeiten.

Um mit einem Startup erfolgreich zu sein, dauert es durchschnittlich fünf Jahre, wenn Sie nicht gerade Glück haben. Ich habe gerade einmal die Hälfte dieser Reise hinter mir. Zusammengewürfelte Bürostühle, keine Kaffeemaschine, kein Monatsgehalt – es gibt nichts, auf das man sich freuen könnte. Stattdessen fliege ich mit Billigairlines um 2 Uhr nachts, was brutal ist.

Dies stellt Ihr Urteilsvermögen, Ihre Geduld und Ihre Motivation auf die Probe. Ich muss gestehen, dass ich den Antrieb verliere. Immerhin habe ich mehr Vertrauen in unser Produkt als früher. Dennoch fehlt mir der Ansporn. Jeder Tag fühlt sich an, als wenn wir bald dichtmachen müssten. Arbeite hart, suche nach Investoren und betrete den Markt – aber es fehlt der Antrieb. Nächstes Mal heißt es: Arbeite noch härter, sei aggressiver, bemühe dich noch mehr um Investoren (für weniger Geld) und dann betrete einen anderen Markt. Noch immer stellt sich keine Dynamik ein.

Mittlerweile gibt es in den App Stores mehr als drei Millionen Apps. Doch wie komme ich unter die Top 100? Die Chance dazu beläuft sich gerade einmal auf 0,003 Prozent.

Sie können alle Literatur der Welt dazu lesen, wie man ein Startup aufzieht, doch nichts kann Sie auf die Realität vorbereiten. Sie gehen ins Bett und denken dabei immer noch über Ihr Produkt nach. Sie wachen inmitten der Nacht auf, um zum Klo zu gehen und Sie checken schnell noch die Unternehmens-E-Mails auf Ihrem Smartphone. Als erstes nach dem Aufstehen loggen Sie sich in Ihre Website ein. Wie viele User haben Ihre Seite in den vergangenen sechs Stunden besucht, während Sie versuchten, etwas Schlaf zu bekommen?

Während des Tages dreht sich alles um Menschen, Produkte, Meetings, Kunden und noch mehr User! Und das alles, ohne dafür Geld zu bekommen. Es geht nur um die Hoffnung und den späteren Ruhm, der mit der Wahrscheinlichkeit von 0,003 Prozent eintritt. Selbst ein Investment Banking-Job mit der Hälfte meines damaligen Gehalts ist für mich heute sehr verlockend.

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