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Die 15 effizientesten Wege, um sein Praktikum zu ruinieren

Kein Praktikum muss so enden.

Kein Praktikum muss so enden.

Ein Praktikum bei einer vielleicht sogar renommierten Bank zu erhalten, stellt den ersten Schritt zum Karriereeinstieg dar. Denn viele Banken rekrutieren sich vornehmlich aus ihren ehemaligen Praktikanten. Daher ist es umso wichtiger, den Tritt in die überall lauernden Fettnäpfchen zu vermeiden.

1. „Ich denke auch über eine Karriere im Consulting nach“

Banken suchen nach Leuten, die vollen Einsatz zeigen und nicht mehr in der Berufsfindungsphase stecken. Auch mögen Sie es gar nicht, wenn Praktikanten im Investment Banking anfangen, um sich nach wenigen Jahren zu Private Equity, Corporates oder Hedgefonds davonzustehlen, die kaum direkt von der Uni einstellen.

2. Viel versprechen, wenig halten

Falls Sie es noch nicht wissen: In vielen Bereichen des Bankings wird hart gearbeitet. Sie müssen also mit Ihrer Arbeitsbelastung die vollen zehn bis zwölf Wochen eines Sommerpraktikums zurechtzukommen. „Versprechen Sie nicht etwas in ein paar Stunden zu erledigen, wenn es tatsächlich einen ganzen Tag erfordert“, warnen die ehemaligen M&A-Banker und heutigen Karrierecoachs Thomas Viguier und Guillaume Tardy-Joubert von der Coaching Assembly.

Falls Sie mit Arbeit überladen werden, dann empfiehlt die ehemalige Organisationschefin von Morgan Stanley Europa Mae Busch um Rat zu fragen, welche Projekte Sie priorisieren sollen. Sie rät zu einer Formulierung wie: „Ich würde das gerne ebenfalls übernehmen, aber ich habe auch noch drei andere Projekte. Was soll ich zuerst erledigen? Alles zu erledigen, ist unmöglich.“

3. Keine Beziehungen zu den anderen Praktikanten aufzubauen

Obgleich sich die Praktikanten auch untereinander in einem scharfen Wettbewerb befinden, dürfen sie sich nicht so verhalten. Denn Banken wollen Teamspieler und das involviert nun einmal, mit den anderen Praktikanten auszukommen.

In einer kürzlich veröffentlichen Präsentation hat die US-Investmentbank Goldman Sachs die Vorteile eines guten Verhältnisses zu anderen Praktikanten herausgestrichen: „Falls ein anderer Praktikant bereits an dem Desk arbeitet, zu dem Sie wechseln, dann fragen Sie ihn um seinen Rat. Fragen Sie, was Sie lesen und mit wem Sie sprechen sollten.“

4. Ständig Fehler machen

Ein ehemaliger Praktikant der Deutschen Bank hat kürzlich berichtet, dass ein Praktikant in einer Investmentbank viele langweilige Aufgaben zu erledigen habe. Dennoch bestünden große Risiken, Fehler zu machen. Deshalb seien große Aufmerksamkeit und Sorgfalt gefragt. „Das ist wirklich wichtig, das ist wie ein Test“, ergänzt der ehemalige Praktikant.

5. Extravaganter Schmuck oder Kleidung

Praktikanten mögen auf die Verlockung hereinfallen, bei der Arbeit oder den anschließenden geselligen Veranstaltungen mit dem Reichtum ihrer Familie zu prahlen, indem sie teuren Schmuck, Kleidung oder Accessoires tragen. Eine Krawatte von Hermes oder Treter von Gucci sollten während des Praktikums tabu sein.

„Lassen Sie Ihre Breitling zuhause“, empfiehlt ein Trader. „Führen Sie nicht die Uhr vor, die Ihre Mamma Ihnen zum Studienanfang geschenkt hat. Es sei denn, bei Ihren Verwandten handelt es sich um Hedgefondsmanager, die Geschäft mitbringen. Niemand mag verzogene Gören.“

6. Den zustehenden Urlaub tatsächlich zu nehmen

Selbst Praktikanten stehen manchmal Urlaubstage zu. Allerdings sollten das Urlaubsthema während des Praktikums nur mit Samthandschuhen angefasst werden. „Praktikanten sind jung, fit, hell und begeisterungsfähig“, sagt der Leiter des Campus-Recruitment einer Bank. „Das Praktikum stellt Ihre Chance dar, sich selbst zu beweisen und nicht um sich ein langes Wochenende zu genehmigen.“

7. Früh zu gehen und spät zu kommen

Auch wenn Semesterferien sind, sollten Studenten nicht zu viel davon genießen, denn immerhin sind Sie Praktikant in einer Bank. Das kann schon hart werden. 2013 starb sogar der deutsche Praktikant Moritz Erhardt unter seiner Dusche in London, nachdem er 72 Stunden bei der Bank of America Merrill Lynch durchgearbeitet hatte. Dieser traurige Fall stellt sicher kein Vorbild dar. Dennoch werden auch heute noch von Praktikanten lange Arbeitszeiten erwartet.

8. Beim Nichtstun aufzufallen

Praktikanten leiden jedoch nicht nur unter Überarbeitung, sondern auch unter dem Gegenteil. Sie haben nicht genügend zu tun und wissen nicht, was sie mit sich anfangen sollen. In diesem Fall sollten sich Praktikanten fragen, wie sie sich selbstständig nützlich machen können. Dabei kann es sich um das Aufräumen der Datenbank, die Zusammenstellung von Listen oder kurze Berichte handeln. „Die meisten Praktikanten können nichts anderes erledigen als das Telefon zu beantworten“, behauptet eine Sales-Person aus dem Aktiengeschäft. „Normalerweise geben Sie ihnen einfach nur einen Haufen Arbeit und versuchen ihnen aus dem Weg zu gehen. Die Arbeit muss unwichtig sein. Allerdings müssen Sie ihnen den Eindruck vermitteln, an etwas wichtigem zu arbeiten und Sie müssen sie unter Druck setzen, damit sie das erledigen.“

9. Keine Fragen stellen

Um das meiste aus der Zeit beim Unternehmen herauszuholen, müssen Praktikanten Fragen stellen. Allerdings muss es sich um kluge Fragen handeln. Es sollte klare und prägnante Fragen zu den anliegenden Aufgaben sein und nichts um etwas Ausgefallenes, um mit Ihrem Wissen zu prahlen. Darüber hinaus müssen Praktikanten ganz genau darauf achten, die Fragen nicht zum falschen Zeitpunkt vorzubringen. „Ein Sinn für den richtigen Moment ist von entscheidender Bedeutung“, betont ein ehemaliger Praktikant von Goldman Sachs.

10. Die Antworten nicht mitzuschreiben

Wer Fragen stellt, muss sich die Antworten zumindest stichwortartig notieren. Denn nichts kommt schlechter an, als wenn Praktikanten die immer gleichen Fragen stellen. Auch sollten sich Praktikanten interessante Informationen und Fachtermini aufschreiben. Ein Notizbuch muss Sie auf Schritt und Tritt begleiten.

11. Kein Netzwerk aufzubauen

Praktikanten müssen Beziehungen nicht nur zu den anderen Praktikanten, sondern auch zu den übrigen Mitarbeitern aufbauen – seien es Analysten, Associates oder sogar Führungspersonal und HR-Mitarbeiter. Jeder muss Sie mögen, jeder muss eine persönliche Beziehung zu Ihnen entwickeln. Es sind nicht immer die rücksichtslosen Überflieger, die letztlich erfolgreich sind.

„Ich habe zu viel geredet“, gesteht die ehemalige Praktikantin Serrena von Goldman Sachs. „Ich saß am Desk und habe versucht über die Märke und die verschiedenen Anlageklassen zu sprechen. Die Leute, mit denen ich zusammensaß, wollen allerdings jemanden, mit dem sie acht bis zehn Stunden am Tag verbringen können. Sie wollten eine persönliche Bindung aufbauen.“

Weiche Faktoren spielen jedenfalls eine entscheidende Frage bei der Entscheidung, wer schließlich ein Übernahmeangebot erhält und wer nicht. „90 Prozent der Praktikanten sind fähig. Also geht es letztlich darum, ein Team zu finden, mit dem Sie sich auf Anhieb verstehen. Wenn Sie nicht gerade ein Genie sind, dann wird Sie kein Team übernehmen, in das Sie nicht hineinpassen.“

12. Kein gutes Verhältnis zu seinem „Buddy“ aufzubauen

„Wir weisen Praktikanten Mentoren, Buddies und Sponsoren zu – eine Person, an die sie sich neben dem Hiring Manager wenden können. Von diesen Ressourcen sollten Sie Gebrauch machen. Stellen Sie Fragen, holen Sie Ratschläge und Feedback ein“, empfiehlt ein Recruiter von J.P. Morgan.

13. Banken für gierig zu halten

Jeder kennt die Geschichten über gierige Banker. Auch wenn dieses Klischee mehr als ein Quäntchen Wahrheit enthält, ist es doch nicht ganz so einfach. Vielmehr suchen sie nach Mitarbeitern, die sich an die neuen regulatorischen Spielregeln halten und die Bank nicht in Misskredit bringen – zu schmerzhalt waren die die jüngsten Milliardenbußen.

„Die Banken wollen keine Arroganz sehen“, warnt David Hesketh, der früher als Trader für die Bank of America Merrill Lynch gearbeitet hat und heute Software für Trading-Simulationen anbietet. „Sie wollen nicht sehen, dass Sie alles besser wissen und dass die Märkte falsch liegen. Sie wollen auch nicht sehen, dass Sie länger an schlechten als an guten Trades festhalten. Sie wollen nicht sehen, wie Ihre Positionen abschmieren.“

„Eigentlich sollten sie nur daran interessiert sein, ob Sie Geld verdienen oder verlieren“, sagt Hesketh. „Aber Praktikanten, Absolventen und Junior-Trader verfügen nicht über das gleiche Informationsniveau wie ihre Vorgesetzten.“

14. Nach interessanter Arbeit zu fragen

Der Arbeitstag eines Praktikanten ist langweilig. Finden Sie sich damit ab! Dennoch sollten Sie hart und sorgfältig arbeiten. „Die Arbeit ist weitaus stumpfsinniger und monotoner gewesen, als ich es erwartet hatte“, beschwert sich ein ehemaliger Praktikant aus der Investment Banking Division. „Ich habe gelernt, dass der Job eines Analysten im Wesentlichen darin besteht, Daten zu manipulieren und Informationen zu sammeln, um diese in Kundenpräsentationen zu verwenden. Darüber hinaus geht es darum, den Vorgesetzten gelegentlich bei einem Deal zu assistieren. Beim Banking handelt es sich nicht um einen besonders glamourösen Job und bei Bankern auch nicht um Genies. Es geht nicht um große Ausdauer oder Spaß an Nachtarbeit. Vielmehr muss man verlässlich, akkurat, engagiert und scharfsinnig sein.“

15. In einem Team zu landen, das nicht einstellt

Viele Banken – vor allem aus dem angelsächsischen Raum – rekrutieren den Großteil ihres Nachwuchses direkt aus dem Praktikum. Umso ärgerlicher ist es, wenn man ausgerechnet einem Team zugeteilt wird, in dem keine Einstiegspositionen offen sind. „Von den Unternehmen wird der Eindruck vermittelt, dass Sie ein Jobangebot erhalten, so lange Sie auftauchen und es nicht vermasseln. Das stimmt aber nicht. Vielmehr geht es darum ein Team zu finden, das tatsächlich einstellt. Bei rotierenden Praktika haben Sie keinen Einfluss darauf, wo Sie landen. Es handelt sich lediglich um Glück, ob Sie tatsächlich in einem Team enden, das Jobs zu vergeben hat“, sagt ein ehemaliger Praktikant, der mit leeren Händen nachhause gehen musste.

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