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Die leichte Alternative zum CFA? Was der CAIA für die Karriere bringt

Die empfohlene Vorbereitugszeit beträgt beim CAIA nicht  einmal die Hälfte des CFA.

Die empfohlene Vorbereitugszeit beträgt beim CAIA nicht einmal die Hälfte des CFA.

Mit Kandidaten zu den CFA-Prüfungen lassen sich ganze Messehallen füllen. Dagegen ist der kleine Bruder des CFA, der Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA) noch vergleichsweise unbekannt. Während die CAIA Association in Deutschland nur etwa 270 Mitglieder zählt, sind es in der Schweiz bereits über 1200. Damit stellt das Land eine Hochburg dieser Qualifikation dar. Dies liegt sicher daran, dass dort einige alternative Investments wie Hedgefonds und Rohstoffe wesentlich populärer sind als etwa in Deutschland.

Dies wird durch einen Blick in eine Umfrage der CAIA Association erhärtet. Demnach arbeiten 65,1 Prozent der Mitglieder mit den Anlageformen Hedgefonds, 49,4 Prozent mit alternativen Fixed Income-Vehikeln und 45,1 Prozent mit Private Equity. Besonders bei Hedgefonds ist die Schweiz dem Nachbarland um eine (Elefanten)-Nasenlänge voraus, was die Popularität der Qualifikation bei den Eidgenossen erklärt.

Quelle: CAIA Association

Quelle: CAIA Association

In Deutschland stellt der CAIA noch keinen Karriereturbo dar

Auch beim Wert für die Karriere zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den 26 Kantonen und dem einen großen Kanton, wie die Schweizer scherzhaft ihren nördlichen Nachbarn nennen. „Wir suchen nicht explizit nach Kandidaten mit einem CAIA“, berichtet etwa der auf Asset Management spezialisierte Headhunter Carsten Kröhl von Heads! in Frankfurt. „Es sind auch nur wenige Kunden, die das erwarten.“

In dieser Hinsicht unterscheide sich die Qualifikation zum CFA, der für viele Positionen – namentlich im Portfolio Management – Pflicht sei. „Auch wenn der CAIA kein ‚must have‘ ist, stellt er in einer Bewerbung  einen Pluspunkt dar, mit dem sich ein Kandidat von der Masse abheben kann. Er zeigt, dass sich jemand auch nach seinem Studium noch weiterentwickelt hat“, ergänzt Kröhl.

AIFMD könnte Nachfrage nach CAIA steigern

Der Co-Head des Deutschland-Chapters Robert Koller macht ebenfalls den schwierigen Stand der alternativen Investments für die geringere Popularität des CAIA in Deutschland verantwortlich. Allerdings erhofft sich der Rechtsanwalt der internationalen Kanzlei Simmons & Simmons von der „Alternative Investment Funds Managers Directive” (AIFMD) der EU einen Schub für die Qualifikation. „Nach der AIFMD müssen die Leute nachweisen, dass sie sich mit alternvativen Investments auskennen”, erzählt Koller. „Da kann der CAIA eine Rolle spielen.”

Koller erzählt, dass ihm als Rechtswanwalt die Qualifikation sehr geholfen habe. „Für mich als Anwalt war der schon schwierig”, gesteht Koller. Anders als in Jura spielten mathematische Kenntnisse im CAIA eine große Rolle. Bei seiner Arbeit im Finanzmarktrecht bietet der CAIA große Vorteile. „Man verfügt einfach über fundierte Kenntnisse bei den Produkten”, sagt Koller. Generell könne der CAIA auch bei einer beruflichen Neuorientierung von Vorteil sein. „Wer sich von ,Long only’ weiterentwickeln will, der wird durch den CAIA positiv unterstützt”, betont Koller.

Immer mehr Sales-Profis entdecken den CAIA in der Schweiz

Laut dem ebenfalls aufs Asset Management spezialisierten Headhunter Thomas Bossard von Bianchi & Partner in Zürich stellt der CAIA bei Schweizer Arbeitgebern eine bekannte Größe dar. „Wir registrieren eine steigende Nachfrage nach Qualifikationen wie dem CAIA“, berichtet Bossard. Diese erstrecke sich nicht nur auf die klassischen Profile wie Portfolio Management und Produktexperten. „Besonders auffallend ist, dass immer mehr Sales-Personen über den CAIA oder auch den CFA verfügen. Das Netzwerk alleine genügt einfach nicht mehr, sondern es wird von einer Sales-Person erwartet, die technischen Aspekte der Produkte zu verstehen und Kunden glaubwürdig und in der Tiefe zu beraten“, erläutert Bossard.

Und gerade bei alternativen Anlageklassen sei der Beratungsbedarf besonders hoch. Aufgrund des hartnäckigen Zinstiefs würden immer mehr institutionelle Anleger diese Anlageformen für sich entdecken. Ein weiterer wichtiger Vorzug des CAIA – namentlich für Sales-Mitarbeiter – stelle der im Vergleich zum CFA geringere Zeitaufwand dar.

CAIA lässt sich innerhalb von einem Jahr erwerben

Tatsächlich werden für den CAIA lediglich zwei Prüfungen verlangt, für die eine Vorbereitungszeit von je 200 Stunden empfohlen wird. Für jeden der drei CFA-Level werden indes jeweils 300 Stunden veranschlagt. Der Zeitaufwand fällt mit 900 Stunden also mehr als doppelt so hoch wie bei CAIA mit 400 Stunden aus. Für die Qualifikation müssen zwei Handbücher mit jeweils etwa 1000 Seiten sowie eine Aufsatzsammlung durchgearbeitet werden. Die Kosten sind mit insgesamt 2900 US-Dollar ebenfalls überschaubar.

Doch der vergleichsweise geringe Umfang stellt nicht den einzigen Vorzug dar. Laut CAIA-CEO Bill Kelly aus Amherst in den USA liegt die Erfolgsquote bei beiden Prüfungen mit ca. 65 Prozent vergleichsweise hoch. Beim CFA bestehen traditionell nur etwa 40 Prozent der Kandidaten. Darüber hinaus werden beide Prüfungen zweimal im Jahr – im März und September – angeboten. Dazu bedient sich der Verband 300 Testzentren des Fortbildungsanbieters Pearsons. „Wir haben eine ansehnliche Zahl von Teilnehmern, die den CAIA innerhalb von zwölf Monaten ablegen”, beteuert Kelly gegenüber eFinancialCareers.ch.

Laut Kelly verfügen etwa 40 Prozent der CAIA-Mitglieder auch über einen CFA. „Einige haben den CAIA nach dem CFA gemacht, andere davor”, sagt Kelly. Rund zwei Drittel verfügten über irgendeine weiterführende Qualifikation. Der CAIA arbeite daran, dass auch Hochschulabsolventen und junge Berufstätige sich früher dem CAIA zuwenden.

Auch Kelly gesteht ein, dass ein CAIA allein noch nicht zum Traumjob verhilft: „Der CAIA muss in einem breiteren Mosaik von Qualifikationen gesehen werden.” Dazu zählten auch Studium und vor allem einschlägige Berufserfahrung. „Beim CAIA handelt es sich um eine Qualifikation und ein Qualitätssiegel. Wir wollen, dass der CAIA zu einem ,Must have’ in den Alternativen Investments wird”, ergänzt Kelly.


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