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Wer wird Nachfolger von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann?

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist zwar noch im Amt. Doch eigentlich ist der 60-jährige schon Geschichte. Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man die vorgezogenen Nachrufe in der Süddeutschen und in der FAZ liest, die seit Bekanntwerden des Rekordverlusts für das vierte Quartal erschienen sind.

Eines dürfte klar sein: Ein Investmentbanker als Nachfolger des 2010 ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden – noch dazu ein Nicht-Deutsch-Sprechender – wäre weder Aktionären, noch Arbeitnehmervertretern, noch der Öffentlichkeit vermittelbar.

Auch wenn sich die Bild-Zeitung am heutigen Freitag im Vergleich zu der Berichterstattung im Falle der staatlichen KfW-Bank fast schon liebevoll müht, “Joe” trotz des Rekordverlustes ins rechte Licht zu rücken.

Selbst die notorisch Deutsche-Bank-unkritische Welt muss unter dem Eindruck der jüngsten Milliardenverluste zugeben, dass sich die einstige Beamtenbank unter Ackermanns Führung längst in einen Hedgefonds verwandelt hat, dessen erneuten Umbau ein Nachfolger vorantreiben muss.

Bleibt die Frage, wer dem Schweizer Reserveoffizier nachfolgen könnte. Retailbanking, Corporate Banking, Vermögensverwaltung – das sind alles traditionelle Bankbereiche, bei denen es auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gutes Geld zu verdienen gibt – und wo der Pool mit geeigneten Kandidaten am größten sein dürfte.

Geht der Aufsichtsrat unter Führung seines Vorsitzenden Clemens Börsig auf Nummer Sicher, dann müssen der Chef des Privat- und Firmenkundengeschäfts Rainer Neske und der Chef des Private Banking Pierre de Weck als Favoriten gelten.

Dagegen dürften ambitionierte Jung-Manager vom Schlage eines Axel Wieandt mangelns operativer Erfahrung wohl nur Außenseiterchancen haben. Der Sproß der angesehenen Banker-Familie und langjährige Strategie-Chef von Ackermann lernt zwar gerade als Chef des praktisch bankrotten Münchener Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate in einem Crash-Kurs, wie man eine Bank mit Hilfe des Steuerzahlers saniert. Doch neben der mangelnden Führungserfahrung könnte sich gerade die Nähe zum amtierenden Chef als Karrierebremse erweisen.

Jedenfalls dann, wenn der Aufsichtsrat bei der Besetzung des Vorstandsposten einem “Weiter so” bei der Personalauswahl eine Absage erteilen will. Neske wäre so etwas wie die natürliche “Inhouse”-Lösung. Am radikalsten wäre es freilich, wenn der Aufsichtsrat in der Cheffrage einen Neuanfang wagen und einen unbelasteten “Chief Executive” von außen hereinholen würde.

Vielleicht einen Manager, der deutsch spricht, und sich seine Sporen bei einer spanischen oder französischen Bank verdient hat. Schließlich haben die romanischen Institute bewiesen, wie man im traditionellen Bankengeschäft ohne halsbrecherische Ritte ins Investmentbanking im In- und Ausland expandieren und dabei gutes Geld verdienen kann.

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