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GASTKOMMENTAR: Bei der Bonuskultur handelt es sich um einen selbstgeschaffenen Mythos

Vor nicht allzu langer Zeit wurde der Einsatz von Boni für ein effizientes Vergütungssystem gehalten.

Durch das Angebot dieser finanziellen Anreize wären die Leute motivierter, härter zu arbeiten und bessere Leistungen zu erbringen. Doch leider scheint dies nicht der Fall zu sein.

Denn Boni fördern eine falsche Form der Motivation.

Die beste Form der Motivation stellt vielmehr “innere Motivation” dar. Dies geht auf die Idee zurück, dass die Leute ihren Job gut machen, weil ihnen gefällt, was Sie machen müssen. Sie sind motiviert, gute Arbeitsleistungen zu erbringen, weil sie sie machen möchten und nicht, weil sie sie machen müssen.

Wenn Sie innerlich motiviert sind, dann konzentrieren Sie sich auf den Job selbst und nicht auf die Zusatzleistungen, die das mit sich bringen mag.

Leider hat der Einsatz finanzieller Anreize in den Finanzdienstleistungen diese innere Motivation ausgehöhlt.

Sie werden oftmals nicht gewährt, weil ein Job gut gemacht wurde, sondern weil er überhaupt gemacht wurde. So wird innere Motivation zunehmend von äußerer Motivation ersetzt: Der Bonus stellt nicht mehr eine Belohnung dar, sondern ist zur Motivation geworden.

Eine psychologische Folge eines solchen äußerlich ermutigten Geistes besteht darin, dass für den Einzelnen das Interesse an seinem Job erlahmt und letztlich die Qualität der Arbeit darunter leidet.

Doch wenn die negativen Folgen des Bonus-Anreiz-Systems so gravierend sind, wieso wird es dann beibehalten?

Ich habe 15 Executives mit Einstellungsverantwortung von verschiedenen Banken befragt. Meine Ergebnisse weisen darauf hin, dass es sich bei der Bonuskultur um einen selbstgeschaffenen Mythos handelt, der im kollektiven Bewusstsein der Finanzwelt verankert ist.

Jeder Banker gestand persönlich ein, dass die Bonuskultur einen begrenzten Einfluss auf seine Motivation ausübt. Doch jeder ging davon aus, dass Boni entscheidend dafür sind, andere Leute einzustellen und zu motivieren.

Das Denken besteht darin, dass andere von finanziellen Anreizen motiviert werden, wodurch es notwendig wird, sie unabänderlich beizubehalten. Doch das ist falsch. Damit Boni korrekt funktionieren, müssen diese eine echte Belohnung für Arbeit darstellen, die objektiv sehr gut gemacht wurde. Sie dürfen aber nicht zur Gewohnheit werden. Die Boni müssen zu ihrem eigentlichen Platz in der Motivationshierarchie zurückgeführt werden und das ist irgendwo ganz unten.

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