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Deal-Erfahrung zählt: Wie der perfekte Lebenslauf in Private Equity aussieht

Nur die Elite schafft es ins Private Equity

Nur die Elite schafft es ins Private Equity

Beim perfekten Lebenslauf fürs Private Equity (PE) spielen viele Aspekte eine Rolle. Allerdings gibt es einige Regeln, die jeder Bewerber beherzigen sollte: Fassen Sie sich kurz, konzentrieren Sie sich auf die relevanten Punkte und formulieren Sie Ihre Leistungen möglichst nachvollziehbar.

1. Der perfekte Private Equity Lebenslauf passt auf eine Seite

Kein Bewerber sollte der Illusion erliegen, er habe so viele Erfahrungen gesammelt, dass er Arbeitgeber und Personalberater mit einem seitenlangen Lebenslauf quälen dürfe. Vielmehr haben die meisten Recruiter für eine Erstsichtung kaum mehr als 30 Sekunden Zeit. Wer er es nicht über diese erste Hürde schafft, hat schon verloren. Daher sollte der perfekte Private Equity-Lebenslauf im angelsächsischen Umfeld auf eine Seite passen. In Deutschland und der Schweiz ist spätestens bei zwei Seiten das Limit erreicht.

„Wenn Sie jemanden mit Details beeindrucken wollen, dann sollten Sie sich das für das Vorstellungsgespräch aufsparen. Ihr Lebenslauf sollte eine Seite umfassen und eine Reihe von Kernpunkten enthalten, über die Sie mit Private Equity-Gesellschaften sprechen können“, sagt Personalberater Hephzi Nicol von Kea Consultants, der sich auf die Besetzung von Stellen bei Hedgefonds und Private Equity-Gesellschaften spezialisiert hat.

2. Ein persönliches Statement stellt Platzverschwendung dar

Ein Lebenslauf sollte auf den nachprüfbaren Leistungen des Kandidaten aufbauen. Eine Einführung, in der Sie Ihre Kompetenzen und Karriereambitionen aufführen, dürfte daher kaum einen Recruiter oder Hiring Manager beeindrucken. „Verwenden Sie niemals die Erzählform“, warnt Personalberater Charlie Hunt von Private Equity Consultants. „Falls Sie tatsächlich ein persönliches Statement abgeben müssen, dann sollten Sie sich auf vier oder fünf relevante Punkte beschränken.“

Dazu können beispielsweise zählen:

  • Ihren Hintergrund, soweit er für PE relevant ist
  • Projekte, an denen Sie mitgearbeitet haben
  • Alle relevante Deals
  • Akademische Leistungen, die Sie als Elite ausweisen

3. Der perfekte Private Equity-Lebenslauf enthält Namen von Elite-Unis

Auch die Manager von Private Equity-Gesellschaften tendieren dazu, Absolventen der Unis anzuheuern, an denen sie selbst schon studiert haben. Im angelsächsischen Raum sind dies Oxbridge, die London School of Economics oder die Ivy League-Unis der Vereinigten Staaten. In Deutschland zählen hierzu die etablierten privaten Business Schools sowie die in den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern renommierten staatlichen Unis wie etwas Mannheim. In jedem Fall müssen die akademischen Leistungen gut und besser ausgefallen sein. Nicol empfiehlt weiter die Abiturnoten aus der Schulzeit anzugeben, aber nicht mehr.

4. Bei der Berufserfahrung zählen die Deals

Einige Jahre in der Corporate Finance einer der Big 4-Gesellschaften oder bei einer Investmentbank verbracht zu haben, stellt eine Selbstverständlichkeit dar und reicht noch lange nicht aus, um eine der begehrten Stellen in PE zu erhalten. Wer dies nicht mitbringt, hat in der Branche kaum eine Chance. Von ausschlaggebender Bedeutung ist vielmehr, an welchen Deals Sie in welcher Funktion mitgebarbeitet haben.

„Das kann schon schwierig werden, wenn Ihre Berufserfahrungen begrenzt sind, besonders wenn die Deals nicht abgeschlossen wurden“, erzählt Nicol. „Geben Sie uns so viele Details wie irgend möglich, ohne dabei Geheimnisse über den Kunden auszuplaudern. Und stellen Sie genau dar, was Sie zu dem Deal beigetragen haben. Dabei sollten Sie belegen können, dass Sie mit den Modellen umgehen können. Ansonsten glauben die noch, dass Sie Kaffee gekocht haben.“

„Spielen Sie in Gedanken einfach jede Transaktion und jeden Deal durch, an dem Sie gearbeitet haben, und belegen Sie, was Sie erreicht haben“, betont Hunt. „Dabei kann es sich um die Durchführung der Due Diligence, M&A, Consulting oder um Turnaround-Projekte handeln.“

5. Die Bedeutung der persönlichen Interessen

 Bei einer Bewerbung spielen zunächst die fachlichen Aspekte die Hauptrolle. Doch irgendwann kommt in einem Bewerbungsprozess immer der Punkt, an dem sich die Vertreter der Private Equity-Gesellschaft fragen, ob Sie persönlich zu dem Unternehmen passen. Aus diesem Grund kommt ihren Hobbies und Interessen eine ganz besondere Bedeutung zu.

Allerdings gibt es mehr und weniger interessante Freizeitbeschäftigungen. „Falls Sie nur Fitness, Kino und Lesen anführen können, dann sollten Sie das weglassen“, sagt Hunt. „Alles, was für Sie als interessante Persönlichkeit spricht, wie z.B. ehrenamtliche Tätigkeit oder die Arbeit für gemeinnützige Organisationen, ist gut. Das gleiche gilt für sportliche Leistungen, die zeigen, dass Sie ein Gewinner-Typ sind. Ein Kandidat hat tatsächlich angegeben, bei einem Gesichtsanmal-Wettbewerb teilgenommen zu haben, wobei es darum ging, möglichst skurril auszusehen. Die PE-Gesellschaft hat ihn nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, weil er nur Zweiter geworden war.“

6. Mit Kleinigkeiten punkten

 Bei einem PE-Lebenslauf besteht die Kunst darin, sich möglichst konsequent und detailliert als Leistungsträger zu präsentieren, ohne dabei als Angeber dazustehen. So können Sie anführen, wie Sie alle ihre Qualifikationen mit Bravour bestanden haben oder wie schnell Sie befördert wurden, empfehlen Hunt und Nicol.

 Darüber hinaus gilt es besonders bei Bewerbungen im Ausland die kulturellen Aspekte zu beachten. So sind Bewerbungsfotos beispielsweise in Deutschland und der Schweiz Pflicht, während sie in den meisten anderen Ländern für Stirnrunzeln sorgen. „Unterschreiben Sie Ihren Lebenslauf nicht und bauen Sie auf keinen Fall ein Foto ein. So etwas erhalten wir sehr häufig von deutschen und österreichischen Kandidaten“, erzählt Nicol. „Orientieren Sie sich statt dessen am US-Ansatz bei Lebensläufen. Sie sollten so minimalistisch wie möglich ausfallen.“


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