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Sind chinesische Bewerber weitaus besser?

Falls Sie für ein Team verantwortlich sind, besonders in der nachtragenden Welt der Finanzdienstleistungen, dann ist das Letzte, was Sie brauchen, jemand, der ständig angetrieben werden muss, mit Mittelmäßigkeit zufrieden ist und seine Unizeit eher auf Partys oder mit sportlichen Aktivitäten verschwendet hat, als sich profunde Kenntnisse in Mathematik oder Wissenschaften anzueignen. Diese Beschreibung dürfte auf den durchschnittlichen westlichen Bewerber zutreffen.

Im Westen ist es für Eltern normal, die Kinder zu fördern und zu loben, obgleich ihre Leistungen nicht vorbildlich sind.

Dies zeigt sich beispielsweise in Großbritannien an den Prüfungsergebnissen. Vor 1988 wurden die Abiturnoten nach dem jeweiligen Rang vergeben: die beste Gruppe der Abiturienten erhielt die Bestnote A, die nächstbeste ein B und so weiter. Doch seit 1988 werden die Noten einfach nach dem Erreichen eines vordefinierten Erfolgsergebnisses vergeben. Die Folge war ein massiver Anstieg der Abiturienten mit der Bestnote A. So haben in 2010 27 Prozent aller Abiturienten die Bestnote A erreicht, auch wenn die Mehrzahl von Bestleistungen weit entfernt war.

Im Vergleich dazu hat ein umstrittener Artikel aus dem Wall Street Journal herausgearbeitet, dass chinesische Mütter von ihren Kindern nichts anderes als erstklassige Leistungen akzeptieren.

“Falls ein chinesisches Kind nur ein B erhält, was niemals vorkommen möge, dann würde es zunächst einen Aufschrei, eine Haare zerraufende Explosion geben”, schreibt der Autor, ein chinesischer Professor von der Yale Law School. “Chinesische Eltern fordern makellose Noten, weil sie glauben, dass ihre Kinder sie erreichen können. Falls ihre Kinder sie nicht erhalten, dann gehen chinesische Eltern davon aus, dass ihre Kinder nicht hart genug arbeiten.”

Die Unterschiede zwischen der chinesischen (und indischen) sowie der westlichen Einstellung zu Bildungsfragen werden auch in der Dokumentation “2 million minutes” des US-Investors Bob Compton untersucht.

Nachdem sich Compton selbst damit abgekämpft hat, westliche Mitarbeiter mit einem ausreichend hohen Kaliber einzustellen, vergleicht er, wie amerikanische, chinesische und indische Studenten ihre Zeit in Bildungseinrichtungen verbringen. Dabei stellte er fest, dass Chinesen und Inder weitaus bildungsbeflissener und karriereorientierter sind. Das geht soweit, dass sie Mathematikbücher als Bettlektüre lesen und um 5.45 Uhr aufstehen, um noch ein wenig Mathematik extra zu lernen. Dagegen interessieren sich US-Studenten mehr für Computerspiele.

Doch was heißt dies für den Finanzdienstleistungsbereich?

Für einen internationalen Finanzplatz wie Großbritannien sind die Folgen klar: für Positionen ohne Kundenkontakt dürften nicht-westliche Beschäftigte die beste Wahl sein. Daher ist es eine Schande, dass viele europäische Regierungen es derartigen Bewerbern erschweren, in der EU eine Beschäftigung aufzunehmen.

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